Der Saale-Rennsteig-Marathon steht vor dem Aus

Uhlstädt/Schmiedefeld  Die 10. Auflage mit drei Streckenrekorden war zugleich die vorletzte zwischen Uhlstädt und Schmiedefeld

Wenige 100 Meter nach dem Start ist das Gros der lediglich 34 Marathonläufer zwischen Oberkrossen und Weißen noch dicht beieinander.

Wenige 100 Meter nach dem Start ist das Gros der lediglich 34 Marathonläufer zwischen Oberkrossen und Weißen noch dicht beieinander.

Foto: Peter Scholz

Es dürfte ein Rekord für die Ewigkeit sein: Frank Rothe von den Speedys Sport Schart absolvierte die Marathondistanz von Uhlstädt nach Schmiedefeld in 3:11:13 Stunden, so schnell wie noch keiner in den vergangenen zehn Jahren. 2018 wird es nun zwar einen weiteren Saale-Rennsteig-Marathon geben, aber mit veränderter StreckenFührung: Der Startort wird in Rudolstadt sein.

Die elfte Auflage wird zugleich ein Abschied sein: „Wir haben auch in den letzten Jahren bei weitem nicht die Teilnehmerzahlen erreicht, die wir uns wünschen und bei denen sich der ganze Aufwand auch rechnet“, sagt Frank Thomas vom LAV Saale-Rennsteig. In diesem Jahr hoffte man auf 300 Starter auf allen Strecken, 208 kamen letztlich. „Und dass, obwohl wir zum Jubiläum verschiedene Geschenke für die Läuferinnen und Läufer hatten, außerdem einen Fotoservice anboten.“

Die Zahlen brachen dabei nicht erst in diesem Jahr ein: „Die erhofften Teilnehmerzahlen haben wir auch in den vergangenen Jahren nie erreicht“, sagt Thomas. Hinzu kam, dass zwar viele Vereine an der Strecke den Lauf unterstützen, sich aber die Kommunen vor drei Jahren zurückzogen. Den gesamten Lauf zu organisieren, ihn in seiner Gänze abzusichern, übersteige die Möglichkeiten.

Und dann gibt es da die Konkurrenz, im konkreten Fall von der Rennsteiglaufverein GmbH. „Gegen diese kommerzielle Konkurrenz haben wir als kleiner Laufverein, der vergleichsweise kleine Läufe organisiert, keine Chance“, sagt Frank Thomas. Gut, der Rennsteiglauf ist gesetzt und steht außerhalb jeder Diskussion. Der jetzt ins Leben gerufene Herbstcross dagegen sorgt für Unmut bei ihm: „Der hat uns bestimmt 40 bis 50 Läufer gekostet.“ Die kleinen Läufe vor allem im Herbst, so Thomas, gehen so kaputt.

Das angekündigte Aus des Saale-Rennsteig-Marathons beschäftigt verständlicherweise auch die Läufer: „Die Entscheidung ist verständlich! Die Ursache jedoch ist bei uns, den Läufern zu suchen! Wie kann es sein, dass anderorts am selben Tag ausgelost wird, wer starten darf, während ein mit Herzblut perfekt organisierter, landschaftlicher Leckerbissen und herausfordernder Lauf die Pforten schließen muss“, heißt es beispielsweise bei Facebook. Und weiter: „Nichts ist doch schöner, den Veranstalter persönlich zu kennen, ihn die Hand zu geben und Tschüß zu sagen, bis nächstes Jahr! Ob Messerpokallauf, Weidatalmarathon, Elstertallauf, Saale-Rennsteig-Marathon, Rennsteigquerung usw. erhalten bleiben, liegt nicht nur in der Hand der Veranstalter, sondern zum größten Teil an uns, den Teilnehmern!“

Sportlich war der Jubiläumslauf durchaus ein Erfolg: Neun verschiedene Strecken waren im Angebot, neben dem eingangs erwähnten Marathonrekord gab es zwei weitere Bestleistungen: Einen neuen Rekord stellte Andrea Grünschneder aus Piesau beim 9-km-Walking auf. Ihre Zeit bei diesem Rundkurs waren 1:12:58 Stunden. Sie verbesserte somit ihren eigenen und den zeitgleichen Streckenrekord von Christine Gohles (Helios Iron Team) aus dem Jahr 2013 um fast 90 Sekunden. Und den dritten Rekord erzielte Herbert Günsche in der Altersklasse M 70 vom Team SV Weidenberg beim 23-km-Walking-Lauf. Seine Zeit für die Distanz von Saalfeld nach Schmiedefeld waren 2:51:22 Stunden. Damit war er über fünf Minuten schneller als Andre Rauch (LG Friedrichroda) im Jahr 2015.

Sportlich außerdem bemerkenswert: Peter Leibecher vom SV Ichtershausen gewann zum dritten Mal in Folge den 9-km-Lauf. Und fünf Teilnehmer nahmen an allen zehn Saale-Rennsteig-Marathons teil. Für diese jahrelange Treue wurden sie besonders geehrt.

Zumindest noch einmal werden sie an dem Lauf teilnehmen können: „Wir wollen den Teilnehmer die Möglichkeit geben, sich vom Saale-Rennsteig-Marathon bewusst zu verabschieden“, sagt Frank Thomas. Zugleich betont er, dass damit die Laufgeschichte des LAV Saale-Rennsteig nicht vorbei ist: „Mit dem Ende des Saale-Rennsteig-Marathon wird es 2019 eine neue Laufveranstaltung rund um Schmiedefeld geben.“ Genaue Details soll es in einem Jahr, bei der 11. Auflage des Saale-Rennsteig-Marathons geben.

Eines ist jedoch schon sicher: „Das Ende des Saale-Rennsteig-Marathons ist besiegelt“, so Thomas.“