Diese Reaktionen ruft das 3. Liga-Konzept des FC Carl Zeiss Jena hervor

Jena.  Der FC Carl Zeiss Jena bekam auf einen am Donnerstag veröffentlichten Offenen Brief erste Rückmeldungen. Derweil hat sich der DFB-Präsident in Thüringen eine Abfuhr geholt.

Der FC Carl Zeiss Jena hat ein Konzept zur Zukunft der dritten Liga vorgelegt und auf Vorwürfe des DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch reagiert. Der lobte den Vorstoß genau wie DFB-General­sekretär Friedrich Curtius. Derweil hatte DFB-Präsident Fritz Keller kein Glück, als er in Erfurt angerufen hat.

„Uns ein unwürdiges Schauspiel zu unterstellen, halten wir für äußerst bedenklich. Wir achten einzig die bestehende Gesetzeslage. Sollen wir diese brechen?“ heißt es in dem Brief des FC Carl Zeiss. Kernpunkt ist, dass aufgrund der behördlichen Verfügungslage die dritte Liga in dieser Saison nicht bis zum regulär benannten Endtermin am 30. Juni zu Ende zu bringen sei.

FC Carl Zeiss Jena hofft auf zukunftsgerichteten Diskurs

„Wir sind direkt angesprochen worden, deshalb wollten wir gern antworten. Uns liegt der zukunftsgerichtete Diskurs am Herzen“, sagt FCC-Geschäftsführer Chris Förster.

Zu den Profiteuren des Konzeptes gehört auch der Tabellenletzte, der so nächste Saison in der dritten Liga spielen würde – trotz einer sportlich schwachen Ausbeute bislang in dieser Spielzeit. Laut Förster gab es erste Reaktionen von Vereinen, die sich zustimmend geäußert haben. Aber auch Nachfragen von anderen Drittligisten zu den Details hinter den Punkten.

„Freut mich sehr, dass eine konkrete Diskussion zur Frage, wie es nach einem Abbruch weiter gehen soll, jetzt in Gang zu kommen scheint“, scheibt DFB-Vizepräsident Koch bei Facebook. Ihm fehle aber eine Aussage zur Haftung für einen Saison­abbruch 2019/20 und wie ein Spielplan mit 24 Mannschaften und 46 Punktspielen zwischen September und Mai aussehen soll.

Keller meldet sich im Ministerium

Unterdessen konnte DFB-Präsident Fritz Keller den Thüringer Sportminister Helmut Holter (Linke) in einem Telefonat am Donnerstag nicht davon überzeugen, jetzt Profifußball zu erlauben. „Wir wollen den Berufs- und Breitensport gleichberechtigt behandeln. Denn gesund müssen alle bleiben“, begründet Holter seine Absage für eine schnelle Öffnung.

Die Jenaer Vorschläge im Überblick

Aufgrund der behördlichen Verfügungslage wird die Saison der dritten Liga abgebrochen.

Es soll trotzdem Aufsteiger in die zweite Bundesliga geben.

Noch haben alle Mannschaften die Chance, die dritte Liga zu halten. Deshalb soll der Abstieg in die Regionalliga ausgesetzt werden.

Das Starterfeld der Liga wird in der kommenden Saison auf 24 Teams aufgestockt. In der Serie steigen sechs Teams ab, um auf die Zielgröße von 22 Mannschaften zu kommen. Ab der dann folgenden Saison steigen alle fünf Meister der Regionalligen direkt auf.

Die um 192.000 Euro geringeren Anteile aus den TV- und Sponsorengeldern werden durch vier Heimspiele mehr ausgeglichen.

Der DFB soll sich dafür einsetzen, dass TV-Anbieter und Sponsoren in Aussicht auf die höhere Spielzahl in der kommenden Saison auch ihre Restbeträge für diese Spielzeit zahlen.

Einzelne Regelungen des Hygienekonzeptes werden an die objektiv vorhandenen Voraussetzungen der dritten Liga angepasst.

Die von den Champions-League-Clubs bedingungslos zur Verfügung gestellten 7,5 Millionen Euro werden in der neuen Spielzeit für notwendige Corona-Tests (auch in der Frauen-Bundesliga) eingesetzt.

In der neuen Saison sind acht Spieltage mehr zu absolvieren. Das soll durch englische Wochen und eine gekürzte Winterpause kompensiert werden.

Über statuarische Regelungen wird jungen Spielern mehr Einsatzzeiten verschafft. Im Gegenzug erhöhen DFB und DFL den Nachwuchsfördertopf.

ZFC Meuselwitz rechnet mit Saisonabbruch in der Regionalliga

Thüringer Sportminister: Derzeit kein Spielbetrieb möglich

FC Carl Zeiss Jena weist DFB-Kritik zurück: Konzeptideen für 3. Liga vorgelegt

Aufarbeitung der Jenaer Fußball-Randale dauert an