Dominik Bock: „Lieber den Ball flach halten“

Bad Blankenburg.  Der gebürtige Saalfelder ist derzeit mit dem FC Carl Zeiss Jena in Bad Blankenburg

Dominik Bock (Zweiter von rechts) im Testspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Bamberg.

Dominik Bock (Zweiter von rechts) im Testspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Bamberg.

Foto: Peter Scholz

Es sind keine zehn Kilometer von Bad Blankenburg nach Saalfeld. Dominik Bock, gebürtig in der Kreisstadt, trainiert damit derzeit quasi vor seiner Haustür mit dem FC Carl Zeiss Jena. Nach dem Test am Mittwochabend gegen den FC Eintracht Bamberg (6:4) auf dem Gelände der Landessportschule unterhielten wir uns mit dem 25-Jährigen über Freistöße, Trainingslager im Ausland, Zuschauer und Saisonziele.

Ein Trainingslager vor der Haustür, ein Testspiel in Bad Blankenburg – waren Sie gegen die Bamberger heute besonders motiviert?

Naja, immer wenn man auf dem Platz steht, hat man die Motivation zu gewinnen. Das hat also nicht mit der Nähe zu Saalfeld zu tun, ohnehin ist Jena jetzt eher meine Heimat, ich bin viel öfter in Jena als zu Hause. Aber es hat Spaß gemacht, hier zu spielen.

Sie haben heute vier Tore gemacht, darunter zwei Freistoßtore. Haben Sie die besonders trainiert?

Könnte man meinen. Und ja, drei, vier Mann haben heute nach dem Training noch ein paar Freistöße geschossen, haben noch etwas mehr trainiert. Dass da heute bei mir auch zwei reingehen, war natürlich auch ein bisschen glücklich.

Jena ist seit vielen Jahren erstmals wieder in einem Trainingslager in Bad Blankenburg. Wären Sie lieber ins Ausland geflogen, um sich dort auf die Saison vorzubereiten?

Nein, wieso? Ich finde es absolut in Ordnung hier. Die Plätze sind sehr gut. Und für das Kennenlernen reicht es absolut. Es ist einfach wichtig, dass man zusammen ist. Und derzeit haben wir in Bad Blankenburg auch viel Sonne, das passt schon alles.

Die Mannschaft ist im Umbruch, es gibt viele neue Spieler, einen neuen Trainer. Wie schwierig ist das Zusammenwachsen?

Für einen Spieler ist es genauso schwierig wie in anderen Jahren. Es ist fast jedes Jahr das gleiche, dass viele Neue kommen. Man muss sich immer miteinander engagieren, wenn man Erfolg haben will. Das ist alles kein Problem und ich bin überzeugt, dass es auch noch besser wird.

Wie waren die ersten Tage im Trainingslager?

Wir haben sehr viel und intensiv trainiert. Wir brauchen das aber, wenn wir die vom Trainer angestrebte Spielweise umsetzen wollen. Wir brauchen das intensive Training aber auch nach der vergangenen Saison, bei der wir viel vermissen ließen. Unsere Fitness war da einfach nicht gut.

War die Pause zu kurz?

Wir hatten durch Corona acht Wochen Pause, hatten danach ein Mammutprogramm in der dritten Liga. Einige Spieler hätten danach vielleicht noch etwas mehr Urlaub gebraucht.

Gehören Sie auch dazu?

(lacht) Ich denke, jeder hätte gern mehr Urlaub. Aber ich hatte eh nicht geplant, in den Urlaub zu fahren. Das ist schon alles in Ordnung für mich.

Sie gehören zu den erfahrenen Spielern im Jenaer Kader. Da kommt zwangsläufig auch mehr Verantwortung in dem jungen Team auf Sie zu, oder?

Ich versuche schon, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich habe, glaube ich, 70 Spiele in der dritten Liga gemacht. Da haben Sie recht, da ist es fast zwangsläufig, dass man mehr Verantwortung übernehmen sollte.

Hat der FC Carl Zeiss als Absteiger den Wiederaufstieg als Ziel?

Wir müssen erst einmal schauen, was noch auf dem Transfermarkt passiert, wie sich die Mannschaft letztlich zusammensetzt. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben. Wir haben eine katastrophale Saison gespielt, da sollten wir nicht von vornherein damit anfangen, sofort vom Wiederaufstieg zu reden. Also lieber den Ball flach halten und nicht auf die anderen schauen.

... und auch auf die Unterstützung von den Rängen bauen. Wie sehr fehlten und fehlen die Zuschauer in der dritten Liga und auch jetzt bei den Vorbereitungsspielen? Oder ist Ihnen das egal?

Überhaupt nicht. Das ist doch genau das, was man als Kind immer wollte: Profifußballer vor möglichst vielen Zuschauern sein. Die Fans machen den Fußball aus, ohne die Zuschauer könnten wir keinen professionellen Fußball spielen.

Wie fühlten sich die Geisterspiele nach der Corona-Pause an?

Die Spiele waren schrecklich. Gerade Jena lebt von den Fans, der Fankultur und der Tradition. Ich hoffe, dass die Spiele bald wieder mit Zuschauern stattfinden können und man da ein gute Lösung findet.