„Eine gewisse Unzufriedenheit“

Jena  Interview der Woche Christian Fröhlich, der Trainer der A-Junioren des FC Carl Zeiss, über den Abstiegskampf

Unzufrieden: Christian Fröhlich, der Trainer der A-Junioren des FC.Foto: Peter Poser

Unzufrieden: Christian Fröhlich, der Trainer der A-Junioren des FC.Foto: Peter Poser

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Die A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena überwintern auf einem Abstiegsplatz in der Bundesliga. Über die Ursachen sprachen wir mit dem Trainer Christian Fröhlich.

Acht Punkte aus 14 Spielen – das sind die nackten Zahlen. Wie fällt ihr Fazit aus?

Das, was eingetreten ist, das ist nicht außergewöhnlich. Das man im unteren Tabellendrittel die Saison bestreiten, darin waren wir uns einig.

Ist der Kader zu dünn besetzt?

Die Zusammenstellung gestaltete sich anfangs etwas schwierig, zudem war die Findungsphase innerhalb der Mannschaft war ebenfalls nicht leicht. So erklärt sich die Hinserie mit ihren extremen Kurven, was die Leistungen angeht. Sie haben einerseits gemerkt, dass sie mithalten können, das aber eben nicht Woche für Woche konstant abgerufen. Wir haben lange gebraucht, um das den Spielern bewusst zu machen.

Es gab glasklare Niederlagen, wie schwer waren die zu verdauen?

Das waren ja Spiele, in denen wir richtig schlechte Leistungen gebracht haben. Trotz alledem haben sich die Jungs im Training hart zurückgearbeitet. Wen ich mich an die Spiele in Hamburg beim HSV und Bremen erinnere, haben wir die Partien dort 60 Minuten spielerisch offen gestaltet. Dann passierten sehr oft krasse individuelle Fehler im Spielaufbau. Dort spielen wir Rückpässe dem Gegner in den Fuß.

Sprengen diese Momente dann nicht des Trainers alte Pulsuhr?

Nein. Es sind Dinge, die das Spiel beeinflussen. Die Jungs tun mir dann auch ein klein wenig leid. Es ist nicht einfach, ständig zu verlieren. Das muss man den Jungs zugute halten. Irgendwann kommt aber der Punkt, in dem es nicht mehr geht. Und der war mit dem Havelse-Spiel gekommen, was wir schlussendlich verloren haben. Das war eines der finalen Spiele im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten. Wir haben unsere Zielstellung nicht erreicht. Der Moment war da, in dem wir uns hinterfragt haben, woran es liegt, dass eine etwas biedere Mannschaft wie Havelse als Team besser funktionierte.

Zu welchem Schluss sind Sie gekommen?

Dass wir alle ein paar Prozente haben liegen lassen.

Auch Sie als Trainer?

Ja.

Wo?

Vielleicht habe ich zeitweise etwas projiziert, was auch nicht an mir spurlos vorübergegangen ist. Nämlich eine gewisse Unzufriedenheit, die ich selbst nicht gemerkt habe.

Tauschen Sie sich in solchen Situationen auch mit dem Sportdirektor der Spielbetriebs-GmbH und einstigem Nachwuchstrainer Kenny Verhoene aus?

Das habe ich getan, ja. Aber nicht nur mit ihm. Ich habe diese Kommunikation und den Austausch gebraucht. Es ist ja auch für mich ein Entwicklungsprozess und ich habe mir die Meinungen vieler, wie Stefan Treitl, Miroslav Jovic und Heiko Nowak angehört. Das war für mich sehr hilfreich, einen Hebel zu finden. Ich habe mit den Leuten über Fußball und über Mannschaftsführung gesprochen.

Bleiben Sie drin?

Ja.

Warum?

Weil ich überzeugt bin, dass wir es gemeinsam wollen.

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