Einheit Eisenbergs Torfrau Andrea Schreiber: Solange ich gesund bin, werde es Fußball spielen“

Eisenberg.  Fußball: Andrea Schreiber steht bei Einheit Eisenberg im Tor. Dabei begann die Fußballerin einst im Angriff

Einheit-Torfrau Andrea Schreiber mit Tochter Lea.

Einheit-Torfrau Andrea Schreiber mit Tochter Lea.

Foto: Jens Henning

An ihr erstes Spiel im Trikot der Eisenberger Frauenfußballmannschaft konnte sich Andrea Schreiber (38) nicht mehr erinnern.

Es war in der Saison 1999/2000. Sie kam von den Fußballerinnen aus Gera-Zwötzen nach Eisenberg. Zweimal hatte sie in Eisenberg mittrainiert. Dann ging es zum Punktspiel nach Weimar auf den Lindenberg. Die Fußballerinnen des FSV Einheit Eisenberg spielten damals in der Landesklasse Ost. Weimar war favorisiert für diese Partie, doch die Gäste entführten nach einem 1:1 einen Punkt.

Schreiber begann die Partie als Stürmerin. In ihrem ehemaligen Verein konnte sie auf dieser Position einige Male glänzen. In der Halbzeitpause gab es eine Rotation. Dana Walther, die im Tor begann, wechselte auf die Libero-Position. Nancy Rühling rückte dafür in den Sturm. Und Schreiber zog sich die Torwart-Handschuhe über. Die Wechsel brachten den Erfolg. Rühling glich in der zweiten Halbzeit zum 1:1-Endstand aus.

Fortan war Schreiber im Tor gesetzt. Und die Sportfreundin überzeugte. Dank ihrer Leistungen brachte sie sich auch ins Gespräch anderer Mannschaften. Jena, Gera und auch Weimar waren an ihr dran. Doch Schreiber blieb standhaft. „Ich bin nicht der Typ, der von jetzt auf nachher den Verein verlässt und die Mannschaft im Stich lässt.“

Diese Treue bescherte ihr mittlerweile eine 20-jährige Vereinsmitgliedschaft. In den zwei Jahrzehnten für den FSV Einheit Eisenberg und später für die SG Eisenberg/Hermsdorf und mit kurzer Ausnahme für den SV Hermsdorf erlebte sie alle Höhen und Tiefen mit.

Zwei Meisterfeiern erlebt

Unvergessen blieben die beiden Landesmeisterschaften im Freien (2008) und unterm Hallendach. Zweimal stand sie mit ihrer Mannschaft vor dem Sprung in die Regionalliga, 2008 als SG Eisenberg/Hermsdorf gegen Leipzig (0:1) und das Jahr darauf als Tabellenzweiter, da der Meister Wechmar verzichtete, gegen Dresden. Im Sommer 2009 gab es einen personellen Aderlass.

Von der Regionalliga ist der aktuelle Jahrgang ein ganzes Stück entfernt. Der Frauenfußball in Thüringen stagniert, mehr noch: Es gibt einen Rückgang von Mannschaften. Im Sommer 2020 wurde die Verbandsliga aufgelöst, da zuletzt nur noch fünf Mannschaften bereitstanden, in der höchsten Spielklasse Thüringens mitzuspielen. Aus der eingleisigen Verbandsliga wurden zwei Thüringenliga-Staffeln. Mit dabei sind die Frauen der beiden Stammvereine FSV Einheit Eisenberg und SV Hermsdorf.

In den 20 Jahren sah Andrea Schreiber viele Spielerinnen und Trainer wie Ronny Knoll oder Steve Richter an ihrer Seite. „Die beiden Trainer haben eine guten Job gemacht. In ihrer Zeit waren wir als Mannschaft auch sehr erfolgreich gewesen. Diese Momente waren nicht einfach für mich“, sagte die Torfrau.

An ihr Karriere-Ende denkt die Sportfreundin nicht. „Solange ich gesund bin, werde ich Fußball spielen“, sagt die heute 38-Jährige. Noch einmal als Stürmerin aufzulaufen, das kann sie sich nicht mehr vorstellen. „Dafür würde mir einfach die Kondition fehlen. Da bin ich ehrlich. Das ist es im Tor schon viel angenehmer.“ Privat erlebte sie 2010 ihren schönsten Moment. Die Geburt von Tochter Lea.