Eintracht Camburg: Ein Gewinner der Corona-Zwangspause

Camburg.  Vor dem Saisonstart ereilte Eintracht Camburg ein großes Verletzungspech. Die zweite Mannschaft wurde statt in der Kreisliga in der 1. Kreisklasse gemeldet.

Vermisst die mit dem Fußball einhergehenden sozialen Kontakte: Marcel Dietzel, Trainer der Eintracht aus Camburg.

Vermisst die mit dem Fußball einhergehenden sozialen Kontakte: Marcel Dietzel, Trainer der Eintracht aus Camburg.

Foto: Jens Henning

Wenn es einen Gewinner der Corona-Zwangspause im KFA Jena-Saale-Orla gibt, dann sind das wahrscheinlich die Fußballer des SV Eintracht Camburg in der höchsten Spielklasse, in der Kreisoberliga. „Natürlich will man als Fußballer immer spielen. Nach unserem Verletzungspech kurz vor der Serie kam uns aber diese Pause gar nicht so ungelegen. Unsere Verletzten haben jetzt Zeit, sich vollkommen auszukurieren“, sagte Camburgs Trainer Marcel Dietzel.

Die Ergebnisse der Eintracht in den ersten sieben Partien der Spielzeit 2020/21 fielen trotz des Mini-Kaders gar nicht so schlecht aus. „Wenn wir verloren hatten, dann immer nur mit einem Tor Differenz. Das zeigt doch, dass wir immer dran waren“, sagte Dietzel.

Im Punktspiel bei der SG Thalbürgel standen die Camburger sogar knapp vorm zweiten Auswärtspunkt. Bis zwei Minuten vor Schluss hieß es 2:2. Dann kassierte die Hintermannschaft noch das dritte Gegentor. Mit acht Punkten belegen die Camburger dank ihres guten Torverhältnisses gegenüber den zwei punktgleichen Teams vom SV Jena-Zwätzen II und der SG Union Isserstedt den achten Tabellenrang.

Dennoch waren es keine schönen Wochen im Oktober. Die Personalsituation war dermaßen angespannt, dass sogar der Trainer mitspielen musste. „Das war eigentlich nicht geplant gewesen. Ich hatte immer gesagt, dass ich nur noch mal aushelfe, wenn Not am Mann sein sollte. Dass das so schnell passiert, hätte ich mir natürlich nicht träumen lassen.“

Sogar ein Motocrosser-Fahermusste in der Not helfen

Doch damit nicht genug, half doch sogar Stephan Büttner aus Schkölen aus, der eigentlich ein sehr erfolgreicher Motocross-Fahrer ist.

Die Entscheidung kurz vor dem Saisonstart, die zweite Männermannschaft künftig nicht mehr in der Kreisliga, sondern in der 1. Kreisklasse spielen zu lassen, sei richtig gewesen. „Es war wohl die beste Entscheidung, die wir recht schnell treffen mussten. Wir hätten sonst viele Spieler verloren und wir hätten Probleme bekommen, die Spiele unserer ersten Mannschaft personell abzusichern“, sagte der Verantwortliche.

Dietzel baut auf die Rückkehr von Chris Wilsdorf. „Er könnte im März vielleicht wieder zur Verfügung stehen. Vorausgesetzt, dass wir im März schon wieder spielen können.“ Wilsdorf spielte auch schon kurz höherklassig bei der Eisenberger Eintracht.

Nicht so schnell wird dagegen Paul Dietzel wieder auf den Fußballplatz zurückkehren. Seine Verletzung war schwerwiegender. Mit dem Offensivmann, der in der abgebrochenen Vorsaison mit sieben Treffern nach Michael Zöllner (10 Tore) zweitbester Torschütze war, wird erst wieder zur nächsten Saison gerechnet.

Die Zeit ohne die schönste Nebensache der Welt konnte Marcel Dietzel im Dezember gut kompensieren. „Ich arbeite bei der Post. Da ist der Dezember immer sehr hektisch.“ Dennoch vermisst er schon die sozialen Kontakte und Begegnungen bis zu viermal pro Woche. „In Camburg legt man viel Wert darauf, dass man sich außerhalb des Sportplatzes trifft. Das ist schon wie eine große Familie. Diese Momente fehlen mir schon etwas“, sagte der Trainer.