Eintracht Eisenberg: Preußen drehen nach der Pause das Spiel

Eisenberg.  Fußball, Verbandsliga: Eisenberger kassieren nach drei Siegen die erste Niederlage im Schortental und verlieren 3:5 (2:1) gegen Preußen Bad Langensalza.

Luftschlacht im Schortental: Eintracht-Kapitän Danny Müller (vorn) beim Kopfduell in der Partie gegen Preußen Bad Langensalza.

Luftschlacht im Schortental: Eintracht-Kapitän Danny Müller (vorn) beim Kopfduell in der Partie gegen Preußen Bad Langensalza.

Foto: Jens Henning

Die Erfolgsserie der Eisenberger Eintracht in der noch jungen Verbandsliga-Saison 2020/21 mit zuletzt fünf Siegen und einem Remis ist seit Sonnabend Nachmittag gerissen. Die Gäste aus Bad Langensalza erwiesen sich in der zweiten Halbzeit ungemein effektiv vorm gegnerischen Kasten und gewannen unerwartet klar mit 5:3.

Als der Spielleiter Michael Geiler beide Teams in die Halbzeitpause schickte, sah es nicht nach diesem Ergebnis aus. Niclas Stäps hatte mit der letzten Offensivaktion der ersten 45 Minuten die Eisenberger mit 2:1 in Führung gebracht. Jeder auf dem Sportplatz sprach von einer verdienten Führung für die Heimmannschaft – trotz der guten Phase der Gäste am Ende der Halbzeit.

In den ersten 30 Minuten des Spiels dominierte die Mannschaft von Trainer Thomas Lässig. Einziges Manko: Nur Stäps brachte den Ball im Tor unter zum 1:0 (17.). „Der Gegner hätte sich in dieser Phase auch nicht über ein 2:0 oder 3:0 beschweren dürfen“, sagte Lässig. Sein Gegenüber, Thomas Wirth, Trainer des FSV Preußen Bad Langensalza, sprach sogar von einem Klassenunterschied in der ersten halben Stunde. Im Vergleich zu vielen anderen Spielen hatte Wirth, der schon mit dem FC Thüringen Weida und dem FC Thüringen Jena als Trainer im Schortental war, seinem Team bei der Besprechung gar nicht so viel über den Gegner erzählt. „Ich hatte meine Mannschaft stark geredet. Und ich habe meine Jungs versucht zu motivieren, dass wir heute als Sieger vom Platz gehen werden“, sagte Wirth.

Bis zum 1:1 (32.) durch den besten Spieler auf dem Platz, durch Martin Fiß, der seinen Gegenspieler Louis Prieger düpierte und aus 20 Meter einfach abzog, war von den Preußen wenig zu sehen. Doch das Tor wirkte wie eine Befreiung. Eisenbergs Kapitän Danny Müller erinnerte seine Vorderleute an die nötige Körpersprache – mit Erfolg. Müller war am 2:1 (45.) beteiligt. Sein Kopfball wurde zur Vorlage. Den Abpraller drückte Stäps in bester Mittelstürmer-Manier über die Linie.

Nach dem Seitenwechsel folgte die spielentscheidende Phase. Die Gäste zeigten die Tugenden, die zuletzt die Eintracht so erfolgreich an den Tag legte – die Effektivität. Lässig ärgerte sich über das Zustandekommen der vier Gegentore zum zwischenzeitlichen 2:5 nach 77 Minuten. „Sicherlich war der Sportfreund Fiß nicht nur wegen seiner drei Tore heute der Spieler, der den Unterschied gemacht hat. Ihn haben wir nicht wirklich in den Griff bekommen. Wir haben es dem Gegner aber auch in vielen Szenen zu einfach gemacht. Deshalb war die Niederlage aus meiner Sicht vermeidbar gewesen“, sagte der Eisenberger Trainer.

Benjamin Brack gelang noch das Tor zum 3:5 (87.). Dennoch war die erste Heimsaisonniederlage nach drei Siegen besiegelt.

Wirth freute sich indes über den vierten Saisonsieg für seine junge Mannschaft. „Bei uns haben ja heute einige gestandene Leute gefehlt. In der Mitte haben wir mit 18-, 19-Jährigen gespielt“, sagte er. Für die Bad Langensalzaer war es der erste Sieg überhaupt in ihrer Vereinsgeschichte in Eisenberg. „Diese Statistik kannte ich gar nicht. Mich freut es für den Verein, für die Mannschaft“, sagte Wirth.

Eisenbergs Vereinsvorsitzender Mike Weber gratulierte dem Sieger. Er wirkte aber nicht enttäuscht. „Wie wir nach dem Rückstand weiter mutig nach vorn gespielt haben und uns nie aufgegeben haben, das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Wochen“, sagte Weber.