FC Carl Zeiss Jena: Klingbeil und die Lizenz zum Coachen

Jena.  René Klingbeil leistet gute Arbeit beim FC Carl Zeiss Jena: Doch warum reicht seine Lizenz für die dritte Liga nicht aus?

René Klingbeil feuert seine Mannschaft an.

René Klingbeil feuert seine Mannschaft an.

Foto: Tino Zippel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach dem 2:1-Heimsieg des FC Carl Zeiss Jena gegen den FSV Zwickau ist Interimstrainer René Klingbeil motiviert, den Favoriten Waldhof Mannheim zu ärgern. Seinen freien Tag hat der 38-Jährige genutzt, „sich mit Informationen zum Gegner vollzusaugen“.

Klingbeil freut sich über die technische Unterstützung, die es heutzutage bei der Analyse der Mannschaften gibt. „Wenn Spieler einige Schlüsselszenen sehen, hilft das bei der Vorbereitung“, sagt der frühere Abwehrspieler. „Zu meiner Zeit als Profi in der Bundesliga war die Technik noch nicht so weit.“ Heute hingegen stehe selbst in der dritten Liga eine Datenbank zur Verfügung, um sich über die Gegner zu informieren und die Schlüsse für die eigene Taktik zu ziehen.

Verpflichtung zum Fußballlehrer per Unterschrift

„Die Erkenntnisse fließen natürlich auch ins Training ein“, sagt Klingbeil. Er gewährte seinen Spielern einen freien Mittwoch, „um die Köpfe freizubekommen“. Bis zum Spiel setzt er tägliche eine Einheit an. „Wir wollen frisch in die Partie gehen“, begründet der Trainer auf Zeit, dem die nötige Lizenz für die dritte Liga fehlt. Der Deutsche Fußball-Bund schreibt einen Fußballlehrer in der Spielklasse vor – eine entsprechende Klausel unterschreiben die Vereine mit der Zulassung.

Klingbeil selbst hat bislang die B-Lizenz inne, die eine Arbeit bis in die fünfte Liga erlaubt. 2017 habe er an der Sportschule „Egidius Braun“ in Leipzig an dem Kurs teilgenommen. Der Weg zur A-Lizenz führt aber zunächst über die DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Diese müssen Trainer laut Deutscher Fußball-Bund erfolgreich abschließen, bevor sie sich für die A-Lizenz anmelden können. Diese wiederum berechtigt dazu, eine Männermannschaft bis zur Regionalliga zu betreuen. Erst danach besteht die Chance, sich für den Fußballlehrer-Kurs anzumelden, der ab dritter Liga Voraussetzung für einen Cheftrainer ist.

Helfen Kenny Verhoene oder Heiko Nowak?

Kurzfristig besteht also keine Möglichkeit für Klingbeil, die in der Liga notwendigen Lizenzen nachzuweisen. Deshalb darf er nur 15 Werktage in der ersten Reihe trainieren. Danach muss der FC Carl Zeiss Jena einen Fußballlehrer für die Mannschaft benennen – welche Aufgaben er wahrnehmen muss, ist in den Statuten nicht geregelt. Den nötigen Abschluss bringen beim Drittligisten A-Junioren-Trainer Kenny Verhoene und Heiko Nowak, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, mit.

Zunächst führt René Klingbeil die Mannschaft auch auf dem Papier als Chef ins Spiel bei Waldhof Mannheim. Anstoß ist am Sonntag um 14 Uhr. Pierre Fassnacht wird das Spiel wegen seiner fünften Gelben Karte verpassen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren