FC Carl Zeiss Jena stellt Training ein: Corona-Verdachtsfälle im Team

Jena.  Der Fußball-Drittligist kann wegen einer Allgemeinverfügung der Stadt Jena für einen Monat nicht trainieren. Der FCC will für einen Abbruch der Saison stimmen.

Der FC Carl Zeiss Jena stellt vorerst den Trainingsbetrieb vollkommen ein. Der Drittligist und alle Nachwuchsmannschaften werden bis zum Sonntag, 22. März, kein Training absolvieren. Die Maßnahme muss aber voraussichtlich bis 19. April verlängert werden, da die Stadt Jena mit einer Allgemeinverfügung alle Sportstätten sperrt. Darüber hinaus gibt es Corona-Verdachtsfälle in der Drittliga-Mannschaft.

Zwei Spieler sollen auf Coronavirus getestet werden

Der Geschäftsführer Chris Förster bestätigt Informationen unserer Zeitung, dass es im Team „Fälle der besonderen Sorgfalt“ gebe. So habe sich ein Spieler kürzlich mit einem anderen Fußballer getroffen, der Corona-positiv getestet wurde. Ein anderer Spieler stand mit seiner Partnerin in Kontakt, die kürzlich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist. Beiden gehe es derzeit gut; sie sollen dennoch auf das Coronavirus getestet werden. Namen wollte Förster aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes zunächst nicht nennen.

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„Wir gehen davon aus, dass wir bis zum 19. April keinen Trainingsbetrieb absolvieren können“, sagt Förster und verweist auf den Erlass der Stadt Jena, der ab Dienstag gilt. Damit werden alle Sportstätten geschlossen, organisiertes Training sei nicht gestattet. Darüber hinaus sei nicht sicher, ob danach sofort der Trainingsbetrieb wieder beginnen könne. Aus diesem Grund will der Klub am Montag beim Treffen aller Drittligisten in Frankfurt am Main dafür plädieren, die laufende Saison abzubrechen und zu annullieren. „Unter den aktuellen gesellschaftlichen Umständen ist Fußball zweitrangig“, sagt Förster.

Schnelle Klarheit für massive Sparmaßnahmen nötig

Fürs wirtschaftliche Überleben sei es notwendig, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. „Nur bei einem Abbruch der Saison können wir massive Sparmaßnahmen einleiten und Kurzarbeitergeld beantragen“, sagt Förster. Er hofft, dass die Fans und Sponsoren des Vereins die Krise gut überstehen. Zudem brauche es eine einvernehmliche Lösung mit Magentasport und den öffentlich-rechtlichen Sendern, dass Fernsehgelder nicht zurückgezahlt werden müssten. Auch dieses Thema und Lösungsansätze werden beim Deutschen Fußball-Bund gemeinsam besprochen.

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