FC Carl Zeiss Jena: Torhüter Niemann appelliert an Fußballfunktionäre

Jena.  Flemming Niemann spricht über seine Eindrücke nach dem Spiel gegen den FC Bayern München II und den kommenden Weg in die Regionalliga.

Mit 1:2 hat der FC Carl Zeiss Jena gegen den FC Bayern München II verloren. Das Jenaer Tor hütete wieder Flemming Niemann (23), der als einer der wenigen für die Regionalliga unter Vertrag steht. Wir haben ihn zur aktuellen Situation befragt und in die Zukunft geblickt.

Kommen Sie sich vor wie im Murmeltiertag: Der FC Carl Zeiss spielt gut, aber die anderen gewinnen?

Das ist extrem bitter. Die vergangenen drei Spiele haben wir als Team viel investiert, aber es ist extrem schade, dass wir uns nicht belohnen. Wie in Halle oder gegen Köln hätten wir einen Punkt verdient gehabt. Wir sind in einer extrem schwierigen Situation, gehen aber trotzdem jedes Spiel zu 100 Prozent an. Das spricht für die Moral.

Wie sehr ärgert Sie es, nicht zu Null zu halten?

Als Defensivverbund hat man das Ziel, zu Null zu spielen. Unabhängig davon steht der Teamerfolg im Vordergrund. Es wäre schön, wenn wir endlich wieder punkten.

Sie haben jetzt das dritte Spiel in Folge absolviert. Spüren Sie, dass die Sicherheit steigt?

Definitiv: Durch die Spielpraxis steigt das Selbstvertrauen und das Selbstverständnis in den einzelnen Aktionen. Ich bin dankbar, dass ich nun zeigen kann, wofür ich das ganze Jahr über trainiert habe.

Zeigen, wofür ich geholt wurde

Ihr Einstand im Dezember war durchwachsen. Nach dem Sieg in Großaspach lief es gegen den FC Ingolstadt schlecht. Hängt Ihnen das nach?

In Ingolstadt lief es bescheiden. Aber das muss man als Torhüter abhaken können. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Ich bin froh, nun zeigen zu können, wofür ich geholt wurde.

Zeichen auf Aufbruch

Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Regionalliga?

Die dritte Liga ist deutscher Profifußball und deshalb attraktiv. Aber in Jena entsteht gerade etwas, die Zeichen sind auf Aufbruch gestellt. Ich glaube, dass wir uns auf die nächste Saison freuen können. Wir haben ein Ziel und wollen wieder Spiele gewinnen.

Die Saison endet kommenden Sonnabend. Die neue Spielzeit soll möglicherweise schon am 14. August starten. Was halten Sie davon?

Ich hoffe, dass sich die Funktionäre in unsere Situation hineinversetzen. Wir haben elf Spiele in fünf Wochen absolviert – diese Entscheidung für ein solches Programm sehe ich nach wie vor aus gesundheitlicher Sicht kritisch. Körperlich und für den Kopf brauchen wir eine Pause.