FC Carl Zeiss Jena will Happy End in der Filmstadt Babelsberg

Die Jenaer Regionalliga-Kicker müssen dazu drei Punkte aus Babelsberg entführen.

Ob Jenas Publikumsliebling Junior Torunarigha in Babelsberg eine tragende Rolle spielen soll, wollte FCC-Trainer Andreas Zimmermann noch nicht verraten.  Foto: Tino Zippel

Ob Jenas Publikumsliebling Junior Torunarigha in Babelsberg eine tragende Rolle spielen soll, wollte FCC-Trainer Andreas Zimmermann noch nicht verraten. Foto: Tino Zippel

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Babelsberg. "In der letzten Minute den Siegtreffer schießen", beschreibt Jenas Stürmer Junior Torunarigha (23), wie er sich ein sportliches Happy End vorstellt. Wenn dies ausgerechnet in der Filmstadt Babelsberg geschehen sollte, hätte Jenas Publikumsliebling nichts dagegen einzuwenden. Denn im dortigen Karl-Liebknecht-Stadion ist der FC Carl Zeiss Jena zu Gast, wenn es am Sonntag ab 13.30 Uhr um wichtige Punkte in der Regionalliga geht.

Inwieweit Torunarigha im Babelsberger "KarLi" von Beginn an eine Hauptrolle zugedacht ist, ließ Jenas Trainer Andreas Zimmermann am Freitag noch offen. Definitiv keine Rolle in Babelsberg spielen wird hingegen Jenas etatmäßiger Rechtsverteidiger Sören Eismann, der nach anfänglich guten Signalen in dieser Woche auf eine baldige Rückkehr ins Team am Mittwoch wegen wiederholt muskulärer Probleme das Training abbrechen musste.

Der Beliebtheit bei den Zeiss-Fans indes keinen Abbruch tat Junior Torunarighas gelb-rote Karte beim 4:2-Erfolg des FC Carl Zeiss Jena im Spiel gegen den VFC Plauen. Wie binnen Bruchteilsekunden aus purer Freude über das erzielte Tor, das im überschwänglichen Trikotausziehen mündete, tiefe Enttäuschung über die flugs gezückte und regelkonforme Ampelkarte wurde, darf getrost als filmreif bezeichnet werden. Ab diesem Moment schloss das Jenaer Publikum den emotional am Boden befindlichen Torunarigha in die Arme und ließ ihn seitdem nicht mehr los. "Ich glaube, dass die Menschen gesehen haben, dass ich emotional dabei bin. Und ich spüre diese Unterstützung und Zuneigung wie zuletzt im Heimspiel gegen Hertha, als die Fans meine Einwechslung bejubelten. Das freut mich natürlich und gibt mir viel positive Energie."

Die und noch vieles mehr dürften von Nöten sein, will der FC Carl Zeiss Jena das von Trainer Andreas Zimmermann ausgegebene Ziel wahr machen, drei Punkte aus Babelsberg zu entführen.

"Wir müssen dafür nicht nur an unsere Grenzen gehen, sondern über sie hinaus. Ich erwarte ein Spiel auf des Messers Schneide. Ich freue mich auf dieses Spiel. Nach Babelsberg werden wir wissen, wo wir aktuell stehen."

Die für viele Beobachter überraschend stark in die Saison gestarteten Babelsberger erlebten noch vor Monaten ein sportliches Drama und mussten als Tabellenvorletzter am Ende der abgelaufenen Drittligasaison den Gang in die Regionalliga antreten. Wer jedoch glaubte, dass in der Filmstadt das Licht ausgeht, sah sich getäuscht. Unglaublichen 22 Abgängen standen im Sommer 19 Zugänge gegenüber, was zunächst eher einen Zusammenbruch als einen Umbruch befürchten ließ. Aufbruchstimmung sei in jedem Falle in der Jenaer Kabine spürbar, wie Torunarigha berichtet. "Wir bekommen langsam wieder die nötige Lockerheit, die man braucht. Die Stimmung ist jedenfalls gut." Trainer Zimmermann will, dass dieser Funke wieder auf das Jenaer Fanumfeld überspringt. Dafür wolle man "am Sonntag in Babelsberg alles geben - und bestenfalls mit drei Punkten im Gepäck wieder ins heimische Paradies fahren. Das wäre dann großes Kino."