FF USV Jena erkämpft gegen Meister FC Bayern München einen Punkt

Jena  Der FF USV Jena zeigte nach dem 0:4 in Essen eine Reaktion, verdiente sich gegen den FC Bayern einen Punkt. Julia Arnold glückte der Ausgleich.

Julia Arnold (links) erzielt in dieser Szene den 1:1-Ausgleichstreffer für den USV Jena. Foto: Sascha Fromm

Julia Arnold (links) erzielt in dieser Szene den 1:1-Ausgleichstreffer für den USV Jena. Foto: Sascha Fromm

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Eine Mannschaft, zwei Gesichter. Am vergangenen Sonntag verloren die Jenaer Bundesligafrauen nach einem desolaten Auftritt in Essen mit 0:4, gestern erkämpften sie sich gegen den Deutschen Meister FC Bayern München ein 1:1 (0:0).

„Meine einzige Vorgabe war, dass wir zeigen, warum wir in der Bundesliga spielen“, sagte USV-Trainer Daniel Kraus, und bekam von seiner Mannschaft in den neunzig Minuten die Antwort geliefert. Mit Herz und Leidenschaft gingen die Jenaerinnen ans Werk. Mit auf den Weg gegeben hatte Kraus seinen Spielerinnnen: Es sei egal, wer vor euch steht, wichtig ist, zu sehen, wer neben euch steht – arbeitet zusammen. Die Jenaerinnen nahmen den Kampf gegen die Münchnerinnen auf, die fußballerisch freilich besser waren, auch ein Chancenübergewicht besaßen.

Julia Arnold gelingt der Ausgleichstreffer

„Ich bin enttäuscht“, sagte FCB-Trainer Thomas Wörle, „wir haben uns um den Lohn gebracht, weil wir unsere Chancen nicht nutzen konnten.“ Doch er bescheinigte den Jenaerinnen „ein engagiertes Spiel“. Es sei „immer schwer, in Jena zu bestehen, weil die Mannschaft zusammen steht“. Jena sei motiviert in die Partie gegangen, habe gekämpft, „uns nach und nach die Räume genommen.“

Zu Beginn des Spiels sah es allerdings nicht nach einem Punktgewinnn für die Jenaerinnen aus. In der dritten Minute rettete Torhüterin Stenia Michel gegen Nationalspielerin Sara Däbritz. Wenig später schoss die freigespielte Däbritz ans Außennetz des Jenaer Gehäuses. Beim straffen Schuss von Vivianne Miedema machte sich die Jenaer Torhüterin lang und parierte.

In der 56. Minute dann doch der Führungstreffer der Gäste. Melanie Leupolz hatte auf Kristen Mewis gepasst, die über links mit Wucht in den rechten oberen Winkel traf.

Die Jenaerinnen brauchten ein paar Minuten, um sich zu sammeln, gaben aber nicht auf. Amber Hearn verfehlte mit einem Distanzschuss knapp das Tor (68.). Mit Glück und Geschick erzielte Julia Arnold (77.) den Ausgleich. Ein abgefälschter Ball landete hinter der Bayern-Viererkette. Die Jenaerin hatte spekuliert, brachte den Ball im langen Eck unter. „Ich bin in den Raum gelaufen, sah, dass die Torhüterin schlecht postiert war. Auch wenn der Ball vielleicht nur vier Stundenkilometer drauf hatte, er ging rein. Bisschen Glück gehört auch dazu“, sagte sie strahlend. Die Jenaerinnen hielten das Remis. Nicht, weil sie sich hinten reinstellten, sondern weil sie mitspielten, den Ball immer wieder in die Bayern-Hälfte trieben. Den Münchnerinnen fiel nichts mehr ein, sie schlugen lange Bälle, die prompt wieder zurück kamen. Für die beste Chance der Bayern sorgte eine Jenaerin. Claudia van den Heilgenberg rutschte um zu retten heran, der Ball flog in Richtung Eck – doch Michel war zur Stelle (88.).

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