Frauen FC Carl Zeiss Jena: Endlich wieder dem runden Leder frönen

Jena.  Die Frauen des FC Carl Zeiss Jena dürfen dank einer Sondergenehmigung der Stadt Jena nun wieder trainieren

Cheftrainerin Anne Pochert.

Cheftrainerin Anne Pochert.

Foto: JÜrgen Scheere / TLZ

Die frohe Botschaft kam am frühen Nachmittag hereingeschneit – und zwar am vergangenen Mittwoch. Bei Anne Pochert schwingt vernehmbare Freude mit, wenn sie von besagtem Tag berichtet. Immerhin erhielt ihr Team am 11. November grünes Licht in Sachen Trainingsbetrieb. „Als wir Trainer darüber in Kenntnis gesetzt wurden, begannen wir sofort damit, die Einheiten für den Donnerstag vorzubereiten“, sagt Anne Pochert.

Seit dem vergangenen Donnerstag dürfen die Frauen des FC Carl Zeiss Jena nun wieder im Kollektiv dem runden Leder frönen. Und naturgemäß war Anne Pochert nicht die Einzige in ihren Reihen, die sich über die Nachricht gefreut hat. „Meine Spielerinnen waren alle sehr froh über die Entscheidung, zumal die Aussicht, mitten in der Saison vier Wochen nur noch laufen zu dürfen, für Teamsportler nicht gerade sehr erbaulich ist“, berichtet die FCC-Trainerin.

Bei der ersten Übungseinheit mit Ball seit der Pokal-Partie gegen den FC Bayern München am 1. November hat es laut Pochert dann auch nicht an Freude und Elan gemangelt. Sie sei sehr zufrieden und habe zudem gemerkt, wir sehr ihre Fußballerinnen das eigentliche Spiel vermisst hätten.

Zufrieden zeigt sich die Trainerin dann auch bei der Auswertung der individuellen Trainingspläne für die vergangenen zwei Wochen. „An den eingereichten Werten hat man gesehen, dass sie alle an den Zielen festhielten, die wir uns vor der Saison gesetzt haben. Wegen einer Corona-Pause wollten sie diese nicht aus den Augen verlieren.“

Den klassischen Trainingsbetrieb dürfen in der Saalestadt während des leichten Lockdowns eigentlich nur Profi-Mannschaften wie die Basketballer von Science City oder die Fußballer des FC Carl Zeiss Jena sowie Nachwuchsmannschaften ausüben. Das Team von Anne Pochert, das Amateur-Status hat, erhielt indes eine Sondergenehmigung. „Die Stadt hat uns aufgrund unserer Ligazugehörigkeit auch bei den Profis verortet“, sagt die Trainerin. Für sie sei besagte Verortung durchaus gerechtfertigt. „Was das eigentliche Training betrifft, hat sich für uns seit dem Abstieg in die 2. Bundesliga nichts verändert. Meine Spielerinnen trainieren achtmal in der Woche.“

Ist es da nicht ungerecht, dass der Spielbetrieb bei den Männern bis zur 3. Bundesliga einfach so weiterläuft. „Ich will nicht klagen. Ich nehme es einfach hin. Ich kann es ja sowieso nicht ändern, aber es ist schon so, dass man daran auch den Stellenwert ermessen kann, den der Frauenfußball bei uns genießt. Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern ist einfach enorm. Ich kann da immer wieder nur an den DFB appellieren, dass da einfach mehr kommen muss“, sagt Anne Pochert.

Die FCC-Trainerin hofft natürlich darauf, dass der Spielbetrieb in der 2. Frauen-Bundesliga im Dezember weitergeht. „Ich bin keine Politikerin. Ich würde so eine Entscheidung auch gar nicht treffen wollen. Ich kann nur eines sagen: Ich würde gerne spielen.“