Für einen Berliner muss der Grund des Urlaubs immer Fußball sein

Meuselwitz.  Beim Spiel Meuselwitz gegen Viktoria Berlin war auch ein Berliner Groundhopper mit von der Partie.

So wie hier gegen Luca Bürger (rechts) waren die Spieler aus Berlin immer einen Schritt schneller als der ZFC.

So wie hier gegen Luca Bürger (rechts) waren die Spieler aus Berlin immer einen Schritt schneller als der ZFC.

Foto: Mario Jahn

Clemens ist, so kann man es sagen, ein Fußballverrückter – im positiven Sinn.

„Freitag, an meinem Geburtstag, geht es zu Hertha gegen Frankfurt, Samstag spielt Viktoria gegen Chemie Leipzig, am Sonntag geht es zu meinem Kinderverein Stern Marienfelde und danach zu Hertha Zehlendorf“, sagt der mittlerweile 48-Jährige. Häufig dabei bei diesem sogenannten Groundhopping ist seine Frau Ute.

Mit ihr war er 2016 bei einem Hertha-Spiel gegen Bröndby IF und wurde von einem Bekannten darauf aufmerksam gemacht, dass es in Berlin noch mehr Vereine gibt, denen man zuschauen kann. Tags darauf spielte Viktoria Berlin und seit dem ist Clemens begeisterter Vereinsunterstützer des Spitzenreiters in der Regionalliga Nordost.

Frau „Uschi“ ist oft mit dabei

„Ich wohne sehr nah am Stadion, komme zu jedem Heimspiel und helfe als Ordner mit. Im Grunde dreht sich bei mir sehr viel um den Sport, der Grund eines Urlaubes muss eigentlich immer Fußball sein“, sagt Clemens, der mit seiner „Uschi“ gern auch internationale Spiele in Osteuropa, Italien oder Spanien verfolgt.

Vergangenen Mittwoch verschlug es ihn in die Provinz nach Meuselwitz, zum Spiel seiner Viktoria gegen den ZFC. Meuselwitz verlor mit 0:3, schoss erstmals in dieser Saison kein eigenes Tor. Die Hauptstädter wiederum hielten ihre Serie, blieben auch am 7. Spieltag schadlos.

Hauptsache siegreich im Pokal

Wo das noch hinführt? „Der Start mit den Siegen gegen die Topteams war natürlich ein Traum. Aber unser Stadion ist gar nicht tauglich für die 3. Liga. Da müssen wir erstmal schauen, wo die Reise hingehen kann“, so Clemens.

Wichtig sei dem Anhänger der Berliner Pokal, noch so eine Finalklatsche wie damals beim 0:6 gegen Altglienicke könne er nicht verkraften. Die ZFC-Arena lobt er als schön, gemütlich, eben etwas dörflich. Nur die heimischen Fans könnten etwas weniger nörgeln, sondern ein bisschen mehr anfeuern – und er muss es wissen, als Berliner Stadionwanderer.