Die Trainersuche des FC Carl Zeiss Jena geht weiter: Drei neue Kandidaten im Casting

Jena/Kaiserslautern  Nach der Absage von Timo Rost umreißt Präsident Klaus Berka die weiteren Schritte der Trainersuche des FC Carl Zeiss Jena.

Sucht weiter: FCC-Präsident Klaus Berka.

Sucht weiter: FCC-Präsident Klaus Berka.

Foto: Tino Zippel

Tief in den Kernbergen hängender Nebel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Witterung am Sonntagmorgen spiegelt die Stimmungs­lage beim FC Carl Zeiss Jena gut wider.

Am Abend zuvor hatte bei Präsident Klaus Berka das Telefon geklingelt: Timo Rost, heißester Anwärterauf den Cheftrainerposten, sagte ab. Er bleibe lieber bei der Spielvereinigung Bayreuth in der Regionalliga. „Das hatte sich leider angedeutet“, sagt Berka. Die Verhandlungen in den Tagen zuvor hatten sich kompliziert gestaltet. Zwar lag Rost am Ende ein unterschriebener Vertrag vor, doch blieben in der Geschäftsführung des FC Carl Zeiss Bauchschmerzen ob des finanziellen Gesamt­paketes. Zuletzt hatten die Gespräche wegen der Provisionsforderung des Rost-Beraters gestockt.

Doch wie geht es nun weiter? Die anderen Kandidaten, mit denen es Bewerbungsgespräche gab, kommen nicht infrage. Damit sind Andreas Golombek (zuletzt Sportfreunde Lotte) und Karsten Neitzel (Rot-Weiss Essen) aus dem Rennen. „Wir wollen zwar schnellstmöglich zu einer Entscheidung kommen, aber keinen Schnellschuss machen, von dem wir nicht voll überzeugt sind“, sagt Berka. Deshalb sondieren Geschäftsführer Chris Förster und die Gremien erneut den Transfermarkt, wägen angebotene Trainer wie Ersan Parlatan (Berliner AK) oder Rico Schmitt (VfR Aalen) ab. Arbeitslose Trainer mit der nötigen Lizenz als Fußballlehrer gibt es viele auf dem Markt. Doch der Bewerber muss eine vollkommen verunsicherte Mannschaft aufbauen, die nach den Ergebnissen des Wochenendes noch weiter abgeschlagen ist. Es braucht schon vier, fünf Siege, um überhaupt den Anschluss zu finden.

In den nächsten Tagen soll es abermals Gespräche mit zwei, drei möglichen Kandidaten geben. Wie es aus Vereinskreisen heißt, spielt der frühere Trainer René van Eck aber keine Rolle in den Planungen. Vorerst wird Christian Fröhlich, Trainer der zweiten Mannschaft, weiter das Drittliga-Team betreuen. Nach den Regularien darf er auch im Landespokal-Spiel gegen Siemerode auf der Bank sitzen.

Die emotionale Ansprache der Fans in Kaiserslautern hat Spuren hinterlassen. „Die Fans geben trotz der schwierigen Situation alles. Aber natürlich hat die sehr emotionale Ansprache besonders die sehr jungen Spieler beeindruckt“, sagt Berka. Er wisse nicht, ob jeder damit umgehen könne. Derweil führte Berka an, dass das lange Zögern mit dem Trainerwechsel „vielleicht ein kleiner Fehler“ gewesen sei. Andererseits habe da eben dieser sensationelle Endspurt der vorigen Saison für Lukas Kwasniok gesprochen.

„Die Fehler sind Anfang der Saison gemacht worden. Wir waren zu optimistisch“, zeigt sich Berka selbstkritisch. Der Präsident hofft, noch den Trainer zu verpflichten, der das Ruder herumreißt. „Der Neue muss versuchen, eine Mannschaft aufzubauen. Und er muss daran arbeiten, dass die Spieler Konzentration und Kondition haben für die gesamte Spieldistanz. Das fordern wir“, umreißt Berka das Anforderungsprofil.

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