Ex-Jenaer Torsten Ziegner: „Sind auf Rico Schmitts Handschrift vorbereitet“

Jena.  Vorm Spiel des Drittligisten FC Carl Zeiss Jena gegen den Halleschen FC haben wir mit HFC-Trainer Torsten Ziegner gesprochen. Der Ex-Spieler des FCC gibt Einblicke, wie er die Lage in Jena einschätzt.

Das letzte Gastspiel in Jena gewann Torsten Ziegner im August 2018 mit 3:0.

Das letzte Gastspiel in Jena gewann Torsten Ziegner im August 2018 mit 3:0.

Foto: Tino Zippel

Am Freitag gastiert die Spitzenmannschaft des Halleschen FC beim FC Carl Zeiss Jena (19 Uhr). Trotz der geringen Entfernung reist der HFC schon am Tag vor der Partie an. Für den Jenaer Torsten Ziegner, den Trainer der Hallenser, wird es ein Heimspiel - wir haben ihn vorab zum Trainerwechsel in Jena, zu einer beispielhaften Aufholjagd mit Zwickau als Vorbild für den FCC und dem Stadionneubau befragt.

Ihr Team hat die vergangenen beiden Ligaspiele verloren. Wie haben Sie die Länderspielpause genutzt?

Mit einem Testspiel gegen Zweitligist Greuther Fürth (0:0) und fleißiger Arbeit an unserer Chancenverwertung und defensiver Stabilität.

Sie sind mit dem Halleschen FC sehr gut gestartet. Ist der Aufstieg das Ziel?

Das Saisonende ist zu weit weg, um über den Aufstieg zu reden. Die Liga ist zu eng und unberechenbar, um schon jetzt ein festes Ziel auszugeben. Wichtig ist, jedes Wochenende so in die Spiele zu gehen, dass wir Spiele gewinnen.

Ist die Jenaer Mannschaft nach dem Trainerwechsel schwerer auszurechnen?

Nein, gar nicht. Jeder Trainer hat seine Art und Weise, mit einer Mannschaft zusammenzuarbeiten und Spielziele zu verfolgen. Die hat Rico Schmitt auch. Er ist ja nicht erst seit gestern in Jena, sondern schon ein paar Wochen. Entsprechend kann ich die Handschrift von Rico Schmitt schon erkennen. Wir sind gut darauf vorbereitet.

Rico Schmitt war Ihr Vorgänger beim Halleschen FC. Spüren Sie deshalb größeren Ehrgeiz im Training?

Nein. Es sind nicht mehr so viele Spieler, die unter ihm gespielt haben und in der Startformation spielen. Zudem ist es normal, sich im Laufe einer Fußball-Karriere mehrfach über den Weg zu laufen. Eine frühere Zusammenarbeit spielt da keine Rolle.

Ist die Rückkehr nach Jena für Sie dennoch etwas Besonderes?

Es ist für mich ein besonderes Spiel, weil es in Jena ausgetragen wird, wo ich noch heute mit meiner Familie lebe. Das Stadion liegt fünf Gehminuten von mir zu Hause entfernt.

Viele Jenaer Fans hoffen, dass Sie irgendwann als Trainer zum FC Carl Zeiss Jena zurückkehren. Haben Sie entsprechende Ambitionen?

Aktuell ist es für mich kein Thema. Ich fühle mich sehr wohl in Halle, deshalb habe ich meinen Vertrag schon jetzt verlängert. In die Zukunft zu blicken, fällt im Fußball schwer.

Mit Zwickau haben Sie eine ähnliche Situation wie in Jena gemeistert: Der FSV hat sich vom Tabellenende in der Rückrunde nach oben in sichere Gefilde gearbeitet. Trauen Sie dem Jenaer Team eine solche Serie zu?

Vom Grundsatz her ist so etwas denkbar, weil noch sehr viele Punkte zu vergeben sind. Andere haben sich schon aus ähnlich kritischen Situationen befreit. Detailliert kann ich die Frage nicht beantworten, weil ich das Innenleben in der Mannschaft und im Klub nicht bewerten kann.

Was war damals das Erfolgsrezept in Zwickau, dass ein solcher Kraftakt gelungen ist, und was können die Jenaer daraus lernen?

Die Situation ist nicht zu vergleichen. Der Verein hat in der damaligen Saison nicht die Nerven verloren und aufgrund einer Phase, in der wir wenig gepunktet haben, den Trainer gewechselt. Die Verantwortlichen, das Team und ich als Trainer haben eng zusammengestanden und wussten, woran es zu arbeiten galt. Das haben wir getan, ohne permanent auf die Tabelle zu schauen oder ans Ergebnis am Saisonende zu denken. Wir haben von Spiel zu Spiel versucht zu gewinnen.

In Jena wird im Dezember über den Stadionbau entschieden. Zwickau und der HFC haben moderne Stadien. Braucht Jena eine Arena?

Ich glaube schon. Das ist notwendig, um den Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes und der heutigen Gesellschaft zu genügen, gerade was Sponsoring und Vermarktungsmöglichkeiten anbelangt. Ein neues Stadion ist zwingend nötig, wenn man konkurrenzfähig sein möchte. Ich befürworte einen Neubau, weil das Stadion mächtig in die Jahre gekommen ist.

Youtube Querpass Folge 7

Anreise zum Spiel mit öffentlichem Nahverkehr empfohlen

  • Der FC Carl Zeiss rechnet am Freitag (Anstoß 19 Uhr) mit 8000 Besuchern und empfiehlt die pünktliche Anreise. Die Stadiontore öffnen schon 17 Uhr.
  • Die Baustelle auf der Stadtrodaer Straße wird kurzzeitig aufgehoben. Dennoch empfehlen die Veranstalter wegen der gleichzeitig stattfindenden Langen Nacht der Wissenschaften die Anreise mit Bus, Straßenbahn und Eisenbahn.
  • FCC-Fans, die ein Eisenbahnticket vorweisen können, erhalten ein Glas Glühwein gratis an den Getränkecontainern vor Haupttribüne und Gegengerade.

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