Einen Hansi Flick wie bei Bayern München wird es beim FC Carl Zeiss nicht geben

Nur der FCC – der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch fragt sich, wann der Fußball in Jena wieder drittligatauglich wird

Hansi Flick

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Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Maurer / picture alliance / Daniel Maurer

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Was eine Woche. Das ist nicht politisch gemeint, sondern auf den FCC gemünzt. Praktisch über Nacht war der Trainer Rico Schmitt (RS10) weg, freigestellt. Nun übernimmt erstmal Co-Trainer René Klingbeil. So war es auch bei den großen Bayern aus München. Nachdem Nico Kovac entlassen wurde, übernahm dessen Co Hansi Flick. Nun darf Flick erstmal bleiben.

Bei Klingbeil ginge das nicht so einfach. Ihm fehlt schlicht und einfach die Lizenz zum Cheftrainer in der dritten Liga.

Die Trainerentlassung ist für einen Verein immer noch die billigste Methode darauf zu hoffen, irgendwie das Ruder rumzureißen. Schmitt hat ohne Zweifel aus dem von Lukas Kwasniok zusammengestellten Team mehr herausgeholt. Aber der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen ist für den FCC einfach zu groß geblieben. Wenn dem FCC nicht beginnend mit einem Heimsieg am Montag gegen Zwickau eine Serie von vier Siegen in Folge gelingt, ist der Ofen aus. Gelingt das also nicht, kann das wirklich nur an einer Mannschaft liegen, die nicht für die dritte Liga taugt. Und da RS10 nicht mehr im Amt ist, können auch antiquierte Führungsmethoden des Trainers nicht mehr als Ausrede herhalten.

Die eigene Truppe oder einzelne Spieler nieder zu machen funktioniert genau so wenig wie zynische Empfehlungen aus dem Fanlager, bei schlechter Leistung sollten die Spieler sich im Dauerlauf in die Kernberge quälen. Gelaufen wird vor allem auf dem Platz. Nur das zählt.

Erfolgreiche Teams sind vor allem selbstbewusst und überzeugt davon, dass sie was können. So hatte die Woche für den FCC ja auch durchaus positiv angefangen. Ein 1:1 in Braunschweig bei der dortigen Eintracht. Das war hochverdient. Die Jenaer hatten phasenweise mit breiter Brust gespielt und sich vor allem in der ersten Halbzeit Chance auf Chance herausgespielt. Unbequem ließen sie Braunschweig erst gar nicht zum Spielaufbau kommen. Zu der positiven Einstellung und zweikampfstarker Angriffslust noch etwas mehr Stabilität in der Abwehr bei oder nach Standards – dann wird es anderen Mannschaften schwer, künftig Jena überhaupt noch zu schlagen. Das heißt aber auch: Unter das Spielniveau von Braunschweig darf Jena nicht zurückfallen.

Vielleicht gelingt es René Klingbeil, dies seinem Team zu vermitteln. 15 Werktage lang darf er so nach den Statuten beim FCC als Cheftrainer agieren.

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Querpass: Warum der FCC nicht alles sagen kann
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