Jung und unerfahren – der Kardinalfehler beim FC Carl Zeiss Jena

Nur der FCC – der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch holt den Taschenrechner hervor.

Jenaer Fans feuern ihre Mannschaft im Spiel gegen Meppen an.

Jenaer Fans feuern ihre Mannschaft im Spiel gegen Meppen an.

Foto: Tino Zippel / OTZ

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Da halten sich Optimismus und Pessimismus die Waage: Der FC Carl Zeiss Jena hat einen Lizenzantrag für die dritte Liga eingereicht. Aber auch für die Regionalliga. Nach zwei peinlichen Niederlagen in Folge haben selbst die treuesten Anhänger ihre Taschenrechner rausgeholt und nachgerechnet: Noch drei Niederlagen, dann ist der FCC weg vom Fenster. Nach der 2:6-Klatsche in Magdeburg stellen sich andere Fans die Frage, ob man so etwas leicht wegstecken kann? Am Samstag gastiert TSV 1860 München im Paradies. Erleben wir da wieder einen peinlichen Auftritt? Auch die Leistung im verlorenen Heimspiel gegen Meppen war ja zum Abwinken. Will denn die Mannschaft wirklich konsequent den letzten Tabellenplatz bis zum letzten Spieltag verteidigen?

Einige Plätze weiter oben könnten übrigens auch in der Abstiegszone Sinn machen, denn dafür sind manche Optimisten auch mit dem Taschenrechner unterwegs. Reicht bei allen Mannschaften in der dritten Liga das Geld oder gibt es noch eine Insolvenz? Dann rückt ja der erste Absteiger nach und bleibt dennoch in der dritten Liga.

Zumindest finanziell ist der FCC so gut aufgestellt, dass es für Regionalliga und Dritte Liga reichen würde.

Der erste Trainer der Jenaer in dieser bislang völlig missratenen Saison war bis zur Entlassung Lukas Kwasniok. Er kam in dieser Woche mit dem Regionalligisten 1. FC Saarbrücken in das Halbfinale des DFB-Pokals. Viele Glückwünsche erreichten ihn trotz allem auch aus Jena. Zur Misere in Jena sagt er gegenüber der OTZ offen: „Mir tut die Entwicklung des FC Carl Zeiss außerordentlich leid und ich weiß, dass ich einen großen Anteil daran habe. Wir haben es gemeinsam nach bestem Wissen und Gewissen getan, genauso wie wir in der vergangenen Saison gemeinsam noch die Klasse gehalten hatten. Uns ist es nicht gelungen, den Kader optimal zusammenzustellen. Wir haben zu wenig gestandene, erfahrene Fußballer verpflichtet, die die Liga kennen. Das war der Kardinalfehler.“

Hinterher ist man ja immer schlauer.

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