„Haben brutal gut verteidigt“: FC Carl Zeiss Jena „picobello“ gegen TSV 1860 München

München  In der Dritten Fußball-Liga gewinnt der FC Carl Zeiss Jena beim TSV 1860 München mit 3:1 (1:0)

Der Mann des Tages heißt aus Jenaer Sicht Julian Günther-Schmidt. Er leitete ein Tor ein, traf dann selbst noch zweimal. Sein Sturmpartner Phillip Tietz, hier artistisch gegen Marius Willsch, blieb im Abschluss glücklos.

Der Mann des Tages heißt aus Jenaer Sicht Julian Günther-Schmidt. Er leitete ein Tor ein, traf dann selbst noch zweimal. Sein Sturmpartner Phillip Tietz, hier artistisch gegen Marius Willsch, blieb im Abschluss glücklos.

Foto: Thomas Corbus

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Wenn man sich als Trainer einen Start nach Maß malen könnte, hat Lukas Kwasniok gestern die Blaupause geliefert. „Picobello“, sagt der neue Trainer ob dieser gewonnenen Begegnung vor 15.000 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße beim TSV 1860 München.

Keine drei Minuten waren rum im Spiel des FC Carl Zeiss Jena bei den Münchner Löwen, da zappelte die Kugel schon in deren Netz. Julian Günther-Schmidt hatte sich im rechten Halbfeld durchgesetzt, die Pille mit der Pike auf den startenden Manfred Starke gespielt. Der Namibier stiefelte los, legte noch klug quer – und Maximilian Wolfram netzte ein, 1:0 für den FCC.

Auf der anderen Seite des Platzes freute sich Raphael Koczor diebisch über diesen Treffer. Die bisherige Nummer eins war von Kwasniok zwischen die Pfosten berufen worden. „Weil er Eiswürfel pinkelt“, sagt Jenas Trainer Kwasniok, der seiner neuen Nummer eins eine „sehr gute Leistung“ attestierte. Der Hüter sah zuvorderst das Team im Fokus: „Wir haben uns als Team eingeschworen und uns gesagt, worum es geht: Punkte und Spiele werden weniger“. Dass Koczor bei seiner Rückkehr die Gelbe Karte wegen Meckerns erhielt, kommentiert Kwasniok mit einem Lächeln: „Das habe ich gar nicht mitbekommen“.

Es ist nicht die einzige Änderung, die der Neu-Trainer vorgenommen hat: Dominik Bock lief als Linksverteidiger auf, der wiedergenesene Starke wirbelte im Mittelfeld. Zuhause blieben der erkrankte Justin Gerlach und auch Kevin Pannewitz, der in dieser Woche wieder die Möglichkeit erhält, sich ins Aufgebot zu trainieren, wie Kwasniok erklärte.

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Kommentar: Ein Start nach Maß für den FC Carl Zeiss Jena

Günther-Schmidt zum Sieg des FC Carl Zeiss: „Diesmal das Glück auf unserer Seite“

Man habe endlich auch einmal Glück gehabt, bemerkte Kapitän René Eckardt und verweist auf die 28. Minute, als Adriano Grimaldi aus drei Metern den Jenaer Abwehrspieler Dennis Slamar anschoss. Nur drei Minuten danach sah der verwarnte Herbert die Gelb-Rote Karte – ein Foul an Jenas Bestem, an Julian Günther-Schmidt, wurde ihm zum Verhängnis.

Diese Überzahl aber wusste Jena nicht zu nutzen, ganz im Gegenteil: die Löwen bissen zurück. Aus dem unbewachten Rückraum heraus traf Nico Karger zum 1:1 (63.). Es folgten turbulente Minuten, in denen erst Slamar und dann Koczor verwarnt wurden. „Diesmal aber kippte die Partie nicht“, sagt Eckardt. Warum? Was war anders? „Wir haben die ganze Woche eingetrichtert bekommen, dass wir unsere Ordnung niemals verlieren dürfen. Und wir haben als Team brutal gut verteidigt“, sagt der Kapitän. Und das wurde am Ende mit zwei weiteren Toren für den FCC belohnt.

Das 2:1 fiel nach einer Ecke, in deren Folge Günther-Schmidt, am langen Pfosten sträflich allein gelassen, die Kugel über die Linie drückte (74.). „Wir haben uns dieses Glück einfach erarbeitet“, sagt Eckardt. Und der FCC setzte noch einen drauf: Einen feinen Konterspielzug vollendete Günther-Schmidt mit einem satten Schuss aus 15 Metern zum 3:1. „Das war endlich einmal sehr schön herausgespielt“, sagt René Eckardt.

Trainer Lukas Kwasniok will von einer neu entfachten Euphorie aber (noch) nichts wissen. „Was ist denn passiert?“, fragt er. „Wir haben nur drei Punkte geholt.“ Nun gelte es, in Großaspach nachzulegen. Die nächsten Tage werde es nur darum gehen, auch dort zu punkten. Die Blaupause von München haben die Jenaer im Gepäck. Sie wissen wieder, wie es geht: das mit dem Gewinnen.

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