Kapitel Jena ist für Fascher abgehakt

Ex-Trainer gastiert am Sonnabend mit Preußen Münster beim FC Carl Zeiss

Trainer Marc Fascher (Jena) feiert mit seiner Frau Tanja wenige Minuten nach dem Abpfiff  am 23. Mai 2009 in Sandhausen den Klassenerhalt. Foto: Matthias Koch

Trainer Marc Fascher (Jena) feiert mit seiner Frau Tanja wenige Minuten nach dem Abpfiff am 23. Mai 2009 in Sandhausen den Klassenerhalt. Foto: Matthias Koch

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Sie sind mit Preußen Münster mit sieben Punkten aus drei Spielen gestartet. Zufrieden?

Der Start war okay. Aber wir wollen das nicht überbewerten. Das ist nur eine Momentaufnahme.

Wie schätzen Sie die dritte Liga diese Saison ein?

Bärenstark. Jeder kann jeden schlagen. In jedem Spiel entscheiden Kleinigkeiten. Die Liga macht so reizvoll, dass es immer nur auf diese Nuancen ankommt.

Wer steigt auf?

Wehen Wiesbaden ist für mich Top-Favorit. Mit ihrem breiten Kader können sie sogar die vier Roten Karten zu Saisonbeginn kompensieren. Erfurt traue ich einiges zu. Die werden sich mit Sicherheit in der Spitzengruppe festsetzen.

Mit welchem Ziel gehen Sie als Aufsteiger in die Saison?

Klassenerhalt ist das Minimalziel.

Wie ist das Umfeld in Münster?

Fußballverrückt. Die Menschen hier haben nach der dritten Liga gelechzt. Nach fünf Jahren hat es endlich mit dem Aufstieg geklappt. Nun herrscht hier Euphorie. Wir haben in der Regionalliga mit 18 000 Besuchern einen Zuschauerrekord aufgestellt. Das spricht für sich.

Nun kehren Sie mit Münster nach Jena zurück. Ihre Amtszeit hier war kürzer als gedacht.

Aber dafür sehr erfolgreich.

Sicher: In der Liga führten Sie den FC Carl Zeiss zum Klassenerhalt, verloren aber das Pokalfinale in Erfurt nach 2:0-Führung mit 2:3. Danach folgte der Rauswurf.

Das kam sehr überraschend. Aber ich habe das abgehakt.

Kommen Sie mit Wut im Bauch?

Das ist abgehakt.

Haben Sie den FC Carl Zeiss beobachtet?

Mein Co-Trainer hat sie in Saarbrücken gesehen.

Wie schätzen Sie die Jenaer Mannschaft ein?

Daheim ist Jena eine Macht. Wir sind uns als Aufsteiger bewusst, dass jedes Spiel, das wir absolvieren, verdammt eng wird. Wir müssen alles abrufen, um in der Liga zu bestehen.

Mit welcher taktischen Ausrichtung gehen Sie ins Spiel?

Das wollen wir uns in dieser Woche erarbeiten. Entschuldigen Sie bitte, dass ich die jetzt nicht verraten werde.

Sie sind für Ihre besonderen Ansprachen bekannt. Vor dem Spiel der Jenaer in Düsseldorf verteilten Sie Windeln an die Fußballer, damit sie sich vor der großen Kulisse nicht einmachen. Was planen Sie am Samstag?

(lacht) Interessant, dass sich das rumgesprochen hat. Bislang habe ich nichts Spezielles vor Augen. Mal sehen, was mir noch einfällt.

Muss sich Jenas Torwart Tino Berbig auf Fernschüsse einstellen? In Chemnitz traf ja Benjamin Siegert von der Mittellinie.

Ich glaube nicht, dass er jedes Wochenende ein solches Tor schießt. Das ist nicht trainierbar.

In Ihrem Kader stehen fünf Spieler, die für Jena die Fußballschuhe schnürten. Wieviele von ihnen spielen?

Das steht noch nicht fest. Stefan Kühne wird wegen einer Verletzung nicht zur Verfügung stehen. Jens Truckenbrod hat seinen Stammplatz sicher.

Was schätzen Sie an ihm?

Er ist lauf- und zweikampfstark. Darüber hinaus kann er von der Sechserposition einen guten Ball spielen. Ich schätze seine Führungsqualitäten, ohne dabei der Lautsprecher auf dem Platz zu sein.

Bekommt Marco Riemer eine Chance?

Er muss sich diese Woche im Training beweisen. Wir werden sehen, worauf es hinausläuft.

Und Babacar N’Diaye und Sercan Güvenisik?

Sercan plagt sich mit Adduktorenproblemen. Hinter den Namen stehen noch Fragezeichen.