Maximiliam Wolfram vom FC Carl Zeiss Jena spielt am Montag gegen die Heimat

Jena  In der Dritten Fußball-Liga empfängt der FC Carl Zeiss Jena am Montagabend (19 Uhr) im eigenen Stadion den FSV Zwickau. Für den FCC-Spieler und gebürtigen Zwickauer Maximilian Wolfram ist es ein Spiel gegen die Heimat.

Der FSV Zwickau kann kommen: Maximilian Wolfram und der FC Carl Zeiss Jena freuen sich aufs Montagsspiel.

Der FSV Zwickau kann kommen: Maximilian Wolfram und der FC Carl Zeiss Jena freuen sich aufs Montagsspiel.

Foto: Tino Zippel

Es klingt vielleicht ein bisschen spießig, ja fast kleinbürgerlich. Aber, so ist es nun einmal: „Um abzuschalten, um mich mental zu erholen, gehe ich spazieren. Mit Freundin und Hund“, sagt Maximilian Wolfram und grient. Das helfe ihm, sich hernach wieder auf das Wesentliche zu fokussieren. Auf den Fußball. „Dann ist es auch echt schwer, mich aus dem Tritt zu bringen“, fügt der Flügelflitzer an. Am Montag, 19 Uhr, werde man ihn wieder konzentriert erleben. Dann gastiert der FSV Zwickau im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Für Maximilian Wolfram ist diese Partie freilich etwas ganz besonderes. „Als gebürtiger Zwickauer ist es immer etwas Schönes, auf die Heimatstadt zu treffen“, sagt er. Der Herzensklub ist zweifelsohne der aus dem Paradies. Als Jugendlicher kam „Fitze“, so sein Spitzname, von den Westsachsen nach Jena, acht lange Jahre, die er nun schon an den Kernbergen dem Leder hinterherjagt. Eine Zeit, die ihn geprägt hat, die ihn zu dem Fußballer hat werden lassen, der er heute ist. Als Stammkraft hat er sich inzwischen im Drittliga-Team des FCC etabliert, das Abitur am hiesigen Sportgymnasium gebaut. Den Traum von Profi hat er sich erfüllt – und er gibt jeden Tag Gas, damit der auch nicht so schnell endet. Am Montag gegen den FSV sollen dafür drei weitere Punkte her, ein Sieg, der die Thüringer dem Klassenerhalt wieder ein Stück näher bringen soll. Zuletzt, im Pokalspiel gegen den 1. FC Union Berlin, traf Wolfram mit Köpfchen. Was nun, wenn er auch gegen Zwickau träfe? „Dann würde ich natürlich jubeln, mich nicht einfach wegdrehen“, sagt er. Mit dem FSV Zwickau habe er schließlich nur wenig am Hut.

Die Westsachsen seien ein Team, das relativ schnörkellos nach vorn spiele, sagt Jenas Cheftrainer Mark Zimmermann. Als das vom neuen Trainer Jo Enochs verpasste taktische Korsett hat der Zeiss-Coach ein 4-4-2 ausgemacht. Man selbst strebe natürlich einen Heimsieg an und er habe auch die eine oder andere Stelle entdeckt, die seinem Team Gelegenheiten offenbare, Zwickau auch zu schlagen. Die Westsachsen hatten sich in jüngerer Vergangenheit fast als Angstgegner des FCC etabliert, 13 Jahre lang war man ohne Sieg, hatte die letzten sechs Partien allesamt verloren – dann folgte ein doch souveränes 2:1 im April vor heimischer Kulisse. Die Statistik in Gänze spricht freilich für den FCC: Von 87 Partien gewann Jena 44. Erfolg Nummer 45 soll am Montag dazukommen.

Dafür gelte es, vor allem defensiv stabiler zu stehen. „Sieben Gegentore in den beiden letzten Heimspielen sind ohne Frage zu viel“, sagt Zimmermann. Man habe das Abwehrverhalten ausgewertet, die richtigen Schlüsse gezogen. „Die Jungs müssen wissen, dass am Montag auf jedem Meter des Rasens ein Eins-gegen-eins wartet“, bemerkt der Trainer. Diese müsse man annehmen und schlussendlich auch gewinnen. Speziell auf die Flügelspieler wie Max Wolfram warte ein arbeitsreicher Montagabend, an dem zudem auch der Flutlichtfluch gebrochen werden soll. Denn bisher haben die Thüringer unter dem im Winter eingeweihten neuen künstlichen Licht noch nichts gerissen. Eine Phobie soll daraus gar nicht erst werden.

Vielleicht macht ja das letzte Flutlichtheimspiel des FC Carl Zeiss gegen die Zwickauer Mut – am 12. September 2003 feierten die Jenaer ein 3:0 dank des Doppelpacks von Kais Manai und dem Tor von Carsten Klee. 15 Jahre ist das her – da hat Max Wolfram gerade das erste Mal gegen den Ball getreten. Damals noch ganz unbeschwert als Bub in Zwickau. „Dieses Spazierengehen gehörte damals noch nicht zu meinen Hobbys“, sagt er – und lacht.