Meine Meinung: Hilfe zur Selbsthilfe beim FC Carl Zeiss Jena

Tino Zippel über die Lage beim FC Carl Zeiss Jena.

Tino Zippel

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Im höherklassigen Thüringer Fußball bildet der ZFC Meuselwitz die positive Ausnahme. Der Regionalligist kommt mit dem Geld aus, das ihm zur Verfügung steht. Die Vereine, die höhere Ansprüche hegen, stehen gerade vorm Kollaps – oder haben wie der FC Carl Zeiss Jena das Glück, einen verlässlichen Investor an der Seite zu wissen.

Im Jenaer Umfeld ist oft der Vorwurf zu hören, Roland Duchatelet müsse richtig investieren, damit der FC Carl Zeiss bald den Aufstieg in die zweite Bundesliga schafft. Sicherlich lösen die Fernsehgelder von mindestens sieben Millionen Euro dort einige Probleme. Zum Vergleich: In der dritten Liga gibt es derzeit zwischen 700.000 und 800.000 Euro pro Spielzeit – also ein Zehntel der Summe. Das ist auch der Grund, warum viele Vereine mit aller Macht den Aufstieg in die zweite Liga anstreben.

Manche Zeiss-Fans haben RB Leipzig im Hinterkopf, vergessen aber, dass dort ein anderes finanzielles Potenzial vorhanden war. Der Belgier Duchatelet steht gerade nicht für Hau-Ruck-Aktionen, sondern eher für Hilfe zur Selbsthilfe. Er trägt dazu bei, dass der FC Carl Zeiss Stück für Stück tragfähige Strukturen aufbauen kann, schenkt ihm Zeit. Diese muss der Klub aber auch wirklich nutzen. Ein richtiger Schritt ist, die Vermarktung wieder selbst zu erledigen. Nur wenn sich Sponsoren wohl und gut betreut fühlen, lässt sich deren Zahl mehren. Auch wenn es eine Herkules-Aufgabe wird, die Großbetriebe am Standort Jena zu überzeugen.

Ein Rückschlag in diesem Bemühen wäre der sehr wahrscheinliche Abstieg in die Regionalliga. Die nächsten vier Wochen entscheiden darüber, ob wieder Hoffnung bis zum letzten Spieltag besteht. Es braucht einen guten Start – und noch ein, zwei wirkliche Verstärkungen für die Mannschaft. Eine schwierige Suche: Welcher Leistungsträger geht schon gern zum abgeschlagenen Tabellenletzten?

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