Wie der FC Carl Zeiss Jena mit Lukas Kwasniok die Wende schaffen will

Jena  Nach der erneuten Pleite in der 3. Liga hält der FC Carl Zeiss Jena an seinem Trainer fest. Der engagiert sich auf ungewöhnliche Weise für einen weiteren Transfer.

Bedient: Lukas Kwasniok (links) und Co-Trainer Lucca Strolz hadern mit der Leistung ihrer Mannschaft beim 0:3 in Meppen. Trotz sechs Niederlagen in Folge bleibt das Trainerduo in Jena im Amt.

Bedient: Lukas Kwasniok (links) und Co-Trainer Lucca Strolz hadern mit der Leistung ihrer Mannschaft beim 0:3 in Meppen. Trotz sechs Niederlagen in Folge bleibt das Trainerduo in Jena im Amt.

Foto: Frank Steinhorst

Am Tag nach der 0:3-Niederlage des FC Carl Zeiss Jena beim SV Meppenhaben Geschäftsführung und Gremien des Fußball-Drittligisten Trainer Lukas Kwasniok den Rücken gestärkt. Trotz sechs Niederlagen in sechs Spielen bleibt der 38-Jährige in der Verantwortung.

„Wir sind überzeugt vom Trainer und glauben, dass Trainerteam und Mannschaft gemeinsam in die Erfolgsspur finden“, sagt Geschäftsführer Chris Förster. Der Klub werde die Zeit bis zum Magdeburg-Spiel nutzen, um die Verpflichtung von Wunschkandidaten voranzutreiben.

„Natürlich sind wir mit dem Saisonstart nicht zufrieden, haben die Fehler analysiert und arbeiten daran, diese abzustellen“, sagt Förster. „Wir haben noch 32 Spiele Zeit, um fünf Punkte Rückstand aufzuholen. Im Frühjahr haben wir gemeinsam und mit Geschlossenheit das Ziel erreicht, trotz acht Punkten Rückstand bei nur sieben ausstehenden Spielen.“

Auch in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten

Auch Präsident Klaus Berka, Aufsichtsratschef Willi Obitz und Stellvertreter Mario Voigt sind dafür, am Trainer festzuhalten. Eine Stärke in der vorigen Saison sei gewesen, auch in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten: „Mit derselben Einstellung werden wir auch in dieser Situation vorgehen. Aber natürlich sind wir als Gremien-Mitglieder auch Fans und wollen unsere Mannschaft alsbald wieder gewinnen sehen.“

In den vergangenen Jahren haben schnelle Trainerwechsel zum Saisonauftakt beim FC Carl Zeiss Jena stets zur Folge gehabt, dass ein weiterer Wechsel in der gleichen Saison folgte. Als in der Spielzeit 2007/08 Frank Neubarth im September gehen musste, war Nachfolger Valdas Ivanauskas nur bis Dezember im Amt, bevor Henning Bürger übernahm. Den Klassenerhalt verpasste das Team dennoch.

In der darauf folgenden Spielzeit musste Bürger zeitig gehen. Im September übernahm René van Eck, den der Klub vorm Saisonende gegen Marc Fascher tauschte. Hier gelang der Klassenerhalt genau wie in der Spielzeit 2010/11, als der früh abgelöste Jürgen Raab erst durch Wolfgang Frank und dann durch Heiko Weber ersetzt wurde. In allen anderen Fällen verpasste der Klub anschließend das Saisonziel, so beim Wechsel von Petrik Sander auf Andreas Zimmermann und Lothar Kurbjuweit. Oder von Kurbjuweit auf Karsten Hutwelker und Volkan Uluc. Am Ende stand stets die Erkenntnis, dass nicht der Trainer das Problem war, sondern die Qualität der Mannschaft – und bei diesem Defizit will der FC Carl Zeiss nun anknüpfen.

Präsidium und Aufsichtsrat stellen alles auf den Prüfstand. Von der Fehleranalyse nehmen die Führungskräfte den Trainer nicht aus, sehen Defizite in der Kaderzusammenstellung, die er maßgeblich mit verantwortet. „Die vergangenen Spiele haben gezeigt, dass wir besonders im Defensivverhalten, in Kampfgeist und Kondition Schwierigkeiten haben. Es reicht nicht nur, technisch versierte Spieler zu haben, sondern es geht auch um die Mentalität. Wir wollen das Team im defensiven Bereich mit Mentalitätsspielern verstärken, um Stabilität reinzukriegen“, sagt Berka.

Wunschkandidat für eine Verpflichtung bleibt Dominic Volkmer vom SSV Jahn Regensburg. Der Klub verhandelt aber auch mit weiteren Defensivspielern und erwägt sogar, zwei Transfers zu tätigen. Nach Informationen unserer Zeitung leistet Trainer Kwasniok seinen Anteil. Schon nach dem Spiel gegen Mannheim hat er angeboten, in der kompletten Laufzeit auf einen Teil seines Gehaltes zu verzichten, um die Verstärkung zu realisieren.

FC Carl Zeiss Jena verliert gegen SV Meppen mit 0:3

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