Katja Greulich neue Co-Trainerin bei FF USV Jena

Katja Greulich unterstützt als Co-Trainerin des FF USV Jena Chefcoach Daniel Kraus. Auf die erste Bewährungsprobe in der Frauenfußball-Bundesliga muss das neue Trainerduo noch warten. Das Nachholspiel gegen den VfL Wolfsburg fällt aus.

Jenas Geschäftsführerin Anja Kunick, Trainer Daniel Kraus und Co-Trainerin Katja Greulich (von links) glauben an den Klassenerhalt. Foto: Peter Poser

Jenas Geschäftsführerin Anja Kunick, Trainer Daniel Kraus und Co-Trainerin Katja Greulich (von links) glauben an den Klassenerhalt. Foto: Peter Poser

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Jena. "Ich habe gerade eine SMS bekommen – das Spiel ist abgesagt." Mit verhaltenem Lächeln verkündet Geschäftsführerin Anja Kunick mitten in der Pressekonferenz, dass sich die pflichtspielfreie Zeit des FF USV Jena um mindestens eine Woche verlängert. Dabei war das für Sonnabend geplante Nachholspiel des Frauenfußball-Bundesligisten beim VfL Wolfsburg eines der Hauptthemen des Pressetermins.

Inhaltlich war der Nachmittag damit aber keineswegs erschöpft. Denn während der Ball weiter ruht, ist in personeller Hinsicht einiges ins Rollen gekommen. Nachdem zu Beginn der Woche der bisherige Co-Trainer Daniel Kraus zum neuen Cheftrainer der Jenaerinnen ernannt wurde, steht mit Katja Greulich nun auch seine Co-Trainerin fest. "Er freut sich, ich freu’ mich, wir freuen uns gemeinsam auf die anstehenden Herausforderungen", sagt die 26-Jährige, die zuletzt den Mädchennachwuchs des 1. FC Lok Leipzig trainierte. Sie sei von Geschäftsführerin Kunick angesprochen worden und die Aufgabe habe sie gereizt.

Greulich bringt dabei einiges an Erfahrung mit, spielte von 2005 bis 2010 in der Frauenmannschaft von Lok Leipzig und konnte in dieser Zeit den Aufstieg aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga feiern. Danach absolvierte sie noch eine Saison beim Halleschen FC, bevor sie ihre aktive Laufbahn wegen gesundheitlicher Probleme beendete. Ein Knorpelschaden machte sie zum "Sportinvaliden", wie sie lächelnd bemerkt. Während ihres Studiums in Leipzig gelangte die Diplom-Sportwissenschaftlerin zu ihren Trainerscheinen, zuletzt im Februar 2011 zur A-Lizenz.

Die peilt auch Daniel Kraus an, denn sie ist Voraussetzung für den Cheftrainer-Posten einer Bundesliga-Elf. "Den Lehrgang in Hennef besuche ich nach dem Spiel in Essen, in ein paar Wochen müsste ich den Schein haben", sagt er. Dieser straffe Zeitplan – der FF USV spielt am Sonntag, 26. Februar gegen die SG Essen-Schönebeck – war Bedingung dafür, dass der Deutsche Fußball-Bund den Jenaern Anfang der Woche überhaupt die Spielerlaubnis erteilte.

Sondergenehmigung und Trainerkarussell waren notwendig geworden, nachdem die bisherige Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zur Winterpause zum Schweizer Fußballverband wechselte, wo sie nun die Frauen-Nationalelf trainiert. "Der Kontakt zu ihr ist weiter da, wir sind ja im Guten auseinander gegangen", sagt Daniel Kraus. Er will an der Philosophie seiner Vorgängerin festhalten, dem Training aber durchaus seine eigene Note geben. "Ein Schwerpunkt in den kommenden Wochen wird das Thema Ballbesitz sein."

Dass das Spiel am Sonnabend nicht stattfindet, passt Kraus nicht so recht: "Eigentlich war die Vorbereitung lang genug. Wir bemühen uns jetzt, ein Testspiel gegen einen adäquaten Gegner zu bekommen." Das soll voraussichtlich am Sonntag in Jena stattfinden, Genaueres konnte Kraus noch nicht sagen. Sicher ist aber: Wenn gespielt wird, assistiert ihm bereits seine neue Co-Trainerin. "Ich habe sie erst vorige Woche kennengelernt, aber es war schnell klar, dass wir auf einer Wellenlänge liegen", freut sich der Trainer.

Und auch Geschäftsführerin Anja Kunick ist zufrieden: "Wir haben uns aus der Schockstarre gelöst. Nun lautet die Hauptaufgabe: Klassenerhalt." Und sie betont, dass es sich bei dem neuen Trainerduo nicht um eine Übergangslösung handelt. Beide haben Verträge bis Saisonende mit Option auf Verlängerung. Bei Klassenerhalt.