Dominik Naujoks: Grenzgänger zwischen Futsal und Fußball

Jena/Neustadt.  Der Jenaer Fußballer hat sich auch der Etablierung von Futsal verschrieben. Doch nicht nur in dieser Hinsicht ist er ein Grenzgänger.

SV Blau-Weiß Neustadt oder FC Carl Zeiss Jena? Torhüter oder Feldspieler? Rasen oder Parkett? Trainer oder Aktiver? All das sind Fragen, die Dominik Naujoks mit einem sowohl als auch beantwortet.

SV Blau-Weiß Neustadt oder FC Carl Zeiss Jena? Torhüter oder Feldspieler? Rasen oder Parkett? Trainer oder Aktiver? All das sind Fragen, die Dominik Naujoks mit einem sowohl als auch beantwortet.

Foto: Tim Puskeiler

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Die Sportart Futsal hat in Deutschland einen schweren Stand. Nicht nur, aber besonders in Thüringen, wo die Sportart nur selten aus dem Schatten des „richtigen“ Fußballs tritt. Aktuell ist es wieder soweit, wenn – Winterpause sei Dank – in sämtlichen Altersklassen Kreis- und Landesmeister in der vom Verband bevorzugten Variante des Hallenfußballs ermittelt werden. Doch bereits in Kürze dürfte Futsal wieder sein übliches Nischendasein fristen.

Das muss nicht so sein, findet Dominik Naujoks. Der 20-Jährige ist von Haus aus Torhüter bei Landesklassen-Spitzenreiter Blau-Weiß Neustadt, gleichzeitig aber auch ein großer Verfechter des Futsals und damit ein echter Grenzgänger. Denn der Lehramtsstudent beschränkt sich nicht nur auf die wenigen Turniere, bei denen auch die „normalen“ Fußballer mit dem etwas kleineren, sprungreduzierten Leder kicken. Vielmehr spielt er fast ganzjährig Futsal und das nicht nur als reines Freizeitvergnügen.

Vom Freizeitkicker zum Regionalliga-Coach

So jedenfalls seit dem vergangenen Jahr. „Der Thüringer Fußball-Verband hatte langfristig das Ziel, eine Mannschaft für die Regionalliga zu melden. Die konkreten Gespräche liefen seit April“, blickt Naujoks zurück, in dessen Verantwortung ein Team unter dem Dach des FC Carl Zeiss Jena aufgebaut wurde, aus dem sich inzwischen die Landesauswahl in weiten Teilen speist. „Bis dato habe ich nur freizeitmäßig gespielt, aber nicht im Ligabetrieb“, erklärt Naujoks, der als Spielertrainer ebenso Neuland betrat, wie ein Großteil seiner Kicker.

Trotz fehlender Wettkampferfahrung laufen für den FCC aber nicht Hinz und Kunz auf, vielmehr will man dem großen Namen des Clubs auch mit entsprechender Qualität in der Futsal-Sparte Rechnung tragen. „Es gab Sichtungstrainings, in denen der Kader zusammengestellt wurde, und natürlich haben wir auch Double-Player, die gleichzeitig aktive Fußballer sind. In der Regel finden die Spiele der Verbandsliga und Landesklasse am Samstag statt, die Futsal-Spieltage sind sonntags. So gibt es nur selten Überschneidungen“, erklärt Naujoks, der selbst eine besonders interessante Rolle einnimmt.

Technik-Schule Marke RB Leipzig

Nicht nur, dass er als Trainer auch selbst auf dem Parkett mitwirkt; Anders als auf dem grünen Rasen, wo er das Tor hütet, läuft er beim Futsal als Feldspieler auf. Darin sieht Dominik Naujoks, der aus der Gegend von Riesa stammt, jedoch nichts Besonderes und hat eine ganz pragmatische Erklärung parat: „Beim Futsal hat der Keeper wirklich nur die Aufgabe, sein Tor zu verteidigen und ist kaum in den Spielaufbau eingebunden. Deswegen ist die Körperspannweite besonders wichtig, ähnlich wie beim Handball“, so der angehende Lehrer, dem mit 1,73 Meter Körpergröße schlicht die Idealmaße hierfür fehlen.

Dass er wiederum das Ballgefühl mitbringt, die technisch anspruchsvolle Sportart zu betreiben – was gewiss nicht für viele Fußball-Torhüter zutrifft –, erklärt Naujoks mit seiner Ausbildung bei RB Leipzig und Borea Dresden. „Dort wurde immer ein mitspielender Torwart – gewissermaßen als halber Feldspieler – verlangt, so wie wir das jetzt auch in Neustadt handhaben. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn du gut am Fuß bist“, so Naujoks, der in der laufenden Saison der Fußball-Landesklasse keine Minute verpasste und im Zweifelsfall dem klassischen Fußball auch den Vorzug gibt.

Heimspiel in Bad Lobenstein

Die Winterpause im Freien kommt ihm aber recht. „So kann man im Januar und Februar den Fokus auf Futsal legen.“ Dort kämpft er mit seinem FC Carl Zeiss Jena um den Klassenerhalt in der Regionalliga. „Die Chancen sind sehr gut“, bekräftig der Coach des Tabellenelften – erst recht, da der direkte Konkurrent SV Salzwedel seine Mannschaft zurückzieht und damit als erster Absteiger feststeht.

Weniger gut sind hingegen die Aussichten gegen das Team „Achtzehnvierundneunzig“ aus Berlin, gegen den der FCC am Sonntag um 14 Uhr – ausnahmsweise in der Bad Lobensteiner Dreifelderhalle – den Rückrundenauftakt bestreitet. „Da kann unser Ziel nur ein gutes Ergebnis sein. Sie sind uns einfach eine Klasse voraus“, so Naujoks über die Kräfteverhältnisse mit dem Tabellenzweiten, dem man in der Hinrunde mit 2:10 unterlag.

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