FSV Schleiz setzt auf Spielpraxis statt Trainingsstress

Schleiz.  Damit die Automatismen mangels geeigneter Trainingsbedingungen nicht gänzlich abgehen, testet der FSV ausgiebig. Die Skepsis bleibt.

Begeisterung sieht anders aus. Ähnlich genervt wie auf diesem Foto ist FSV-Coach Roger Fritzsch (rechts), hier mit Co-Trainer Dirk Ludwig, von den derzeitigen Trainingsbedingungen.

Begeisterung sieht anders aus. Ähnlich genervt wie auf diesem Foto ist FSV-Coach Roger Fritzsch (rechts), hier mit Co-Trainer Dirk Ludwig, von den derzeitigen Trainingsbedingungen.

Foto: Jens Henning

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Man muss sich nur zu helfen wissen. So oder so ähnlich könnte das Denkmuster der Verantwortlichen beim FSV Schleiz gelautet haben, die sich am Donnerstagabend zu einer nicht unbedingt alltäglichen Maßnahme entschieden. Unter der Woche nahmen sie eine Fahrt von einer guten Stunde auf sich, nur um ein Freundschaftsspiel zu bestreiten. Dieser für Amateursportler eher ungewöhnlich aufwendige Ausflug hat jedoch seine Gründe.

Da die Trainingsbedingungen am heimischen Fasanengarten zu dieser Jahreszeit alles andere als landesklasse-tauglich sind, müssen eben Spiele auf Kunstrasen her, um die Automatismen nicht ganz zu verlieren. Und so führte die Reise beispielsweise vor einer Woche bis ins Erzgebirge, um nach einer kurzfristigen Absage des FC Thüringen Weida dennoch spielen zu können. Nun brach der FSV-Tross nach Freyberg in Sachsen-Anhalt auf und hatte bei der Rückreise gleich zehn Tore im Gepäck.

Vier Doppeltorschützen beim FSV

10:1 hieß es gegen den dort beheimateten Landesklässler, der die Rotkäppchen-Sektkellerei im Vereinsnamen trägt. Speziell vor der Pause brannten die Schleizer ein Feuerwerk ab und schossen einen 7:0-Vorsprung heraus, doch FSV-Trainer Roger Fritzsch wäre nicht er selbst, wenn er nicht auf die Euphoriebremse treten würde.

„Das Ergebnis müssen wir dringend richtig einordnen. Wir haben zwar verdient gewonnen und eine gute Offensivleistung abgerufen, aber wir haben dem Gegner zu viel Tiefe gestattet. Freyburg hatte dadurch gerade im ersten Durchgang mehrere Großchancen.“ Doch während die ungenutzt blieben, taten sich beim FSV mit Markus Porst, Martin Berger und Lukas Nietsch gleich drei Spieler als Doppeltorschützen hervor. Nach Wiederanpfiff traf mit dem eingewechselten Asmir Nukovic ein weiterer Schleizer doppelt.

Hoffen auf Rückkehrer Horn und Gerisch

Positiv hob Roger Fritzsch weiterhin hervor, dass Kapitän und Abwehrchef Mirko Horn, der seit Ende August kein Pflichtspiel mehr bestritt, erstmals wieder über 90 Minuten auf dem Feld stand. „Auch darüber hinaus präsentierten sich schon einige Spieler in guter Form“, so der Schleizer Trainer weiter. Dass am vergangenen Wochenende auch Topstürmer Frank Gerisch – wenn auch nur für einige Minuten – erstmals seit Mitte September für den FSV auf dem Feld stand, sollte die Rennstädter eigentlich positiv stimmen.

Doch an einen ähnlich starken Auftakt wie im Sommer, als die Schleizer Fußballer mit vier Siegen starteten, möchte Roger Fritzsch nicht glauben. „Der Großteil unserer Spieler präsentiert sich zwar extrem fleißig, aber die Trainingsbedingungen sind katastrophal. Der Hartplatz lässt momentan kein landesklasse-taugliches Training zu und so können wir leider nicht an unseren Defiziten arbeiten“, moniert der Plauener in Schleizer Diensten.

Erwartungshaltung geringer als im Sommer

Gerade in Sachen fußballspezifischer Handlungsschnelligkeit sei seiner Mannschaft über die Winterpause einiges abhanden gekommen, weswegen die Rennstädter mit dem Start in die Rückrunde ihre Probleme bekommen würden. „Wir werden in den verbleibenden zwei Wochen alles tun, um uns zu verbessern, aber die Erwartungshaltung ist definitiv geringer als noch zum Hinrundenstart“, konstatiert der FSV-Coach.

Sein planmäßig vorletztes Vorbereitungsspiel absolviert der FSV Schleiz am Sonntag um 15 Uhr im Ossecker Stadion in Hof. Gegner ist der oberfränkische Bezirksligist 1. FC Trogen. Den Rückrundenauftakt bestreitet der Tabellenzweite der Landesklasse am 8. März mit dem Nachbarschaftsduell beim SV Moßbach.

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