FC Einheit Rudolstadt vergibt Punkt in der Nachspielzeit

Rudolstadt  Fußball, Oberliga: Die Einheit aus Rudolstadt verliert ihr Heimspiel gegen die BSG Wismut Gera unglücklich mit 0:1 (0:0).

Maßlos enttäuscht sitzen die Rudolstädter Einheit-Akteure nach der unglücklichen Niederlage gegen Wismut Gera auf dem Rasen. Dabei hätten die Gastgeber dank vieler hochkarätiger Chancen das Spiel für sich entscheiden können, ja müssen.

Maßlos enttäuscht sitzen die Rudolstädter Einheit-Akteure nach der unglücklichen Niederlage gegen Wismut Gera auf dem Rasen. Dabei hätten die Gastgeber dank vieler hochkarätiger Chancen das Spiel für sich entscheiden können, ja müssen.

Foto: Peter Scholz

Die Bilder nach Spielschluss spiegelten das Ergebnis dieser Thüringer Auseinandersetzung deutlich wider. Während die Gäste einen ob des Spielverlaufs kaum für möglich gehaltenen Sieg feierten, lagen die meisten Grün-Gelben völlig enttäuscht auf dem Rasen und konnten den Ausgang der Partie einfach nicht fassen. Kurz zuvor war der eingewechselte Lehmann bei einem Freistoß zur Stelle, nutzte einen Fehler von Torwart Bresemann, der die scharfe, hohe Eingabe in der ersten Nachspielminute verpasste, und köpfte, auch nicht ernsthaft attackiert, aus kurzer Distanz ein. Damit glitt den Rudolstädtern so wie zuletzt gegen Inter Leipzig ein schon sicher geglaubter Zähler kurz vor Ultimo im wahrsten Sinne des Wortes aus den Händen. Konnte man gegen die Messestädter noch von einer verdienten Niederlage sprechen, sah das anders aus.

„Wir sind natürlich überglücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte Wismut-Coach Frank Müller, wohl wissend, dass seine Mannschaft im zweiten Abschnitt bei einigen Situationen unter Druck geraten war und Schlussmann Nicolas Kriebel den Gast im Spiel hielt. Dabei sahen die Zuschauer bei fast schon hochsommerlichern Temperaturen, die den Protagonisten am Ende der englischen Woche noch zusätzlich zusetzten, vor allem vor der Pause eine Begegnung, die nur wenig mit Oberligafußball zu tun hatte. Zwar hätte die Einheit schon nach fünf Minuten in Front ziehen können, als Bismark auf Riemer passte, dieser jedoch am langen Pfosten stehend, verzog. Doch dann entwickelte sich eine Partie, in der es auf beiden Seiten kaum Spielzüge über mehrere Stationen gab..

Beide Teams seien unter Druck gewesen, zeigte Müller durchaus Verständnis für die Leistungen. Trainerkollege Jähnisch war da weniger nachsichtig, wobei er bei seiner Kritik aber vor allem seine Schützlinge im Blick hatte: „Die erste Halbzeit war von uns die schlechteste in dieser Saison. Es war für eine Oberligapartie einfach zu wenig. So kann ich mir nicht vorstellen, in der Liga zu bleiben.“ Torchancen waren absolute Mangelware und nur die Aktionen von Riemer (20.; Kopfball.) und Sven Rupprecht (33.; Solo) passten in einem Match zwischen den Strafräumen in diese Kategorie.

Nach der Pause steigerte sich der Gastgeber. Nun gab es auch Tormöglichkeiten. So beim Schuss von Reetz (48.), der gerade noch abgeblockt wurde, aber vor allem beim Riesen von Rupprecht, der durch die Geraer Verteidigung marschierte, im herauslaufenden Schlussmann aber seinen Meister fand (49.), Auch Rühle (55.) und Gehrmann (59.) brachten die Kugel nicht im Geraer Kasten unter. Bei weiteren Aktionen (64.; 76.) sahen nur die Einheit-Spieler ein Handspiel. Der Pfiff kam allerdings, als Riemer zwar einnetzte, der Assistent seine Fahne wegen Abseits schwenkte (80.).

Während sich Müller in der Pressekonferenz bei seinem Torhüter dafür bedankte, dass dieser hervorragend gehalten hatte, bekam sein Gegenüber in 90 Minuten kaum etwas Ernsthaftes zu tun, bis eben auf die Szene in der Nachspielzeit. Nicht nur die veranlasste den frustrierten Rudolstädter Trainer zu dieser Äußerung: „Ich denke, es ist bezeichnend dafür, was gegenwärtig so im Rudolstädter Fußball passiert. Alles siecht so ein wenig dahin, weil alle denken, dass es so weiter geht. Da tun alle zu wenig, um den Oberligafußball auch über die Saison hinaus zu sichern“, lautete seine Botschaft mit Potenzial zum Nachdenken.

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