Fußballfibel über die BSG Wismut Gera hilft auch dem Nachwuchs

Mario Krüger ist Fußballfan und nun auch Autor. Anfang Dezember erscheint sein Buch.

Mario Krüger hat für die Reihe „Bibliothek des Deutschen Fußballs“ die Fußballfibel BSG Wismut Gera geschrieben.

Mario Krüger hat für die Reihe „Bibliothek des Deutschen Fußballs“ die Fußballfibel BSG Wismut Gera geschrieben.

Foto: Marcel Hilbert

Herr Krüger, Sie haben die „Fußballfibel“ über die BSG Wismut Gera geschrieben. Im Untertitel trägt die Buchreihe den Slogan „Von Fans für Fans“. Wie lang sind sie schon Wismut-Fan?

Seit über 30 Jahren. Als Kind bin ich mit meinem Vater zu den Heimspielen gegangen, die Liebe zur BSG ist sozusagen vererbt. Seit 1996 fahre ich auch zu den Auswärtsspielen.

Selbst mal gekickt?

Nein, aber einige Jahre geboxt, damals auch noch bei der BSG.

Gibt es neben der BSG noch einen Herzensverein, vielleicht ein paar Ligen darüber?

Nein.

Wie sind Sie nun zum Buch-Autor geworden?

Der Herausgeber der Reihe „Bibliothek des Deutschen Fußballs“, auch Fußballfibeln genannt, hat vor etwa zwei Jahren angefragt. Das lief auch über Danny Neidel vom Internet-Portal „Brennpunkt Orange“. Ich schreibe seit einer Weile die Vorberichte für die Oberliga-Spiele für die Vereins-Homepage und so kam das dann.

Bei Vorberichten setzt man sich ja schon mit dem eigenen Verein und den Gegnern auseinander, schaut auch punktuell in die Historie. Haben Sie aber Erfahrung damit, Bücher zu schreiben?

Nein, eigentlich nicht. Aber die Reihe soll ja bewusst von Fans verfasst werden. Neben der Vorstellung des Vereins seit seiner Gründung dürfen auch eigene Erlebnisse als Fan eine Rolle spielen. Es gab sehr viel Freiheit.

Trotzdem wird auf der Facebook-Seite der BSG Wismut in der Ankündigung Ihres Buches betont, dass Sie ohne „Lobhudelei“ auskommen. Was heißt das?

Ich habe mich auch Dingen gewidmet, die in meinen Augen und nach dem, was ich mitbekommen habe, kritisch zu sehen sind. Es geht ja neben dem Verein auch um die Geschichte der Fans und der Fan­szenen.

Ist das nicht eine Gratwanderung, wenn man selbst Fan ist? Manche Dinge will man ja unter Umständen auch nicht noch einmal hochkochen?

Das ist schon so. Aber die 150 Seiten sind ja auch nicht nur kritisch. Sowas gehört zu einem umfassenden Bild eben mit dazu. Sicher bin ich auch darauf vorbereitet, dass es unter Umständen Widerspruch zu Details gibt. Wichtig war mir die Meinung von Danny Neidel, einer der wenigen, der es schon gelesen hat, und er war total begeistert.

Wie lange haben Sie am Buch gearbeitet und wie intensiv war die Recherche?

Etwa ein Jahr habe ich am Manuskript gearbeitet, alles neben meinem Beruf. Ich war zur Recherche im Stadtarchiv, in der Bibliothek, habe mit älteren Fans Gespräche geführt und auch das berücksichtigt, was an Vereinschronik vorliegt.

Gab es für Sie als langjährigen Fan Überraschendes in der Recherche?

Sicher. Spontan fallen mir die Berichte über die Eröffnung des Stadions der Freundschaft mit einem Leichtathletikfest im Jahr 1955 ein, das wusste ich so noch nicht. Darum dreht sich ein Kapitel, ein anderes zum Beispiel auch um das Unternehmen Wismut und den Sport.

Das Buch dreht sich also nicht nur um Fußball?

Der Fokus ist schon auf dem Fußball. Natürlich spielen da auch Stadtgeschichte und ein allgemeiner Blick auf den 1951 gegründeten Mehrspartenverein BSG Wismut eine Rolle.

Man muss also nicht zwangsläufig Fan der Wismut sein, um das Buch lesen zu können?

Nein, ich denke nicht. Ich selbst habe Bücher der Reihe über andere Vereine gelesen und es gibt auch einige, die die Bücher sammeln. Es gibt ja schon 22 Bände, wir sind Nummer 21. Und da sind neben traditionsreichen Ostvereinen auch aktuelle Bundesligateams dabei.

Wann und in welcher Auflage erscheint die Fußballfibel zur BSG?

Das Buch kann ab sofort vorbestellt werden und erscheint im Dezember, spätestens zum 14. Dezember, wenn die Lesung im Stadion am Steg ist. Die Erstauflage umfasst 2000 Exemplare.

Wenn Sie sozusagen beauftragt wurden, gehen Sie selbst damit aber kein finanzielles ­Risiko ein, oder?

Nein, ich werde, wenn auch in geringem Maße, am Erlös beteiligt. Fest steht schon, dass ich 50 Cent pro verkauftem Buch an den Fußballnachwuchs spende, an die Nachwuchsakademie.

Zwei Abschlussfragen: Was war Ihr ­bester Moment im­ ­Stadion?

Der Derbysieg 2011 gegen Gera 03 im Stadion der Freundschaft. Mit über 1000 Zuschauern in einem Punktspiel der Verbandsliga und dem 2:1-Siegtreffer in letzter Minute.

Und dann die Frage: Lieber Oberliga am Steg oder 3. Liga im Stadion der Freundschaft?

Ich weiß, bei manchem ist die Spielstätte eine Glaubensfrage, aber ich habe mit dem Stadion der Freundschaft kein grundlegendes Problem, bin damit groß geworden.

Der Steg ist stimmungstechnisch besser mit den Besucherzahlen in der Oberliga und ich denke auch, realistisch wird es zu mehr als vielleicht noch zur Regionalliga auf absehbare Zeit nicht reichen.

Fußballfibel Band 21 – BSG Wismut Gera

Zum Autor: Mario Krüger, 39, geboren in Gera, Lagermitarbeiter, über 30 Jahre Fußballfan

Zum Buch: „Fußballfibel Band 21 – BSG Wismut Gera“ (Bibliothek des Deutschen Fußballs, Hrsg: Frank Willmann, Erscheint im Verlag Culturcon Medien), 150 Seiten, 12,99 Euro, ISBN/ISSN: 978-3-944068-83-1

Zur Lesung: Erste Lesung mit dem Autor am Freitag, 14. Dezember, 19 Uhr im Geraer Stadion am Steg, Elsterdamm 41. Der Eintritt ist frei. Weitere Lesungen sind angedacht.

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