Wismut Gera-Kapitän Weis über Zu- und Abgänge und das Saisonziel

Carsten Weis, Kapitän von Wismut Gera, spricht im Interview über Zu- und Abgänge, die Vorbereitung, das Saisonziel und die Staffelfavoriten

Carsten Weiß (32) spielt seit 2016 in Gera Foto:

Carsten Weiß (32) spielt seit 2016 in Gera Foto:

Foto: zgt

Mit Andreas Luck, Sebastian Dräger, Sabri Vaizov, Alexander Just, Romario Hajrulla und Maximilian Enkelmannn haben gestandene Spieler den Verein verlassen. Sie sind geblieben. Warum?

Es gefällt mir gut bei Wismut. Ich habe den Eindruck, wir können auch mit dem neuen Kader eine gute Runde spielen. Diese Überzeugung habe ich in vielen Gesprächen mit dem Vorstand und dem Trainer erlangt. Wir haben zwar viele wichtige Spieler verloren, brauchen uns aber trotzdem nicht zu verstecken.

Was hat sich die Mannschaft vorgenommen?

Wichtig wird sein, eine ordentliche Hinrunde zu spielen, damit wir nicht wieder mit neun oder zwölf Punkten in die Winterpause gehen und dann Woche für Woche unter großem Druck Vollgas geben müssen. Wir wollen uns schon zu Beginn im Mittelfeld etablieren. Platz vier bis acht halte ich durchaus für realistisch. In unserem jungen Kader steckt viel Potenzial.

Mit Trainer Frank Müller haben Sie in Gera selbst auf dem Platz gestanden. Gibt es da Autoritätsprobleme?

Gar nicht. Frank Müller führt die Mannschaft sehr gut. Er nimmt alle Spieler mit, hat einen Plan, den wir Spieltag für Spieltag umsetzen wollen. Gelingt uns das, sollte eine erfolgreiche Saison gelingen.

Wie schätzen Sie die Vorbereitung generell ein?

Wir sind von Verletzungen weitestgehend verschont geblieben und haben in den Testspielen ordentliche Ergebnisse erzielt. Nur der letzte Vergleich bei Verbandsligist Fahner Höhe war eher durchwachsen, wobei ich glaube, dass viele Spiele in der Oberliga ähnlich ablaufen werden. Wir müssen das Spiel selbst machen, aber unbedingt einfache Fehler vermeiden. Mit den Neuzugängen Jegor Jagupov und Christopher Lehmann haben wir im Spiel nach vorn viel an Qualität gewonnen. Wir müssen als Team noch besser verteidigen. Ich bin sehr zuversichtlich. Auch in der Breite haben wir uns verbessert. Auf drei, vier Positionen hat der Trainer die Qual der Wahl.

In den letzten beiden Spielzeiten verlief die Hinrunde stets miserabel. Wird diesmal gleich mit dem Punkten angefangen?

Das ist der Plan. Darauf haben wir in der Vorbereitung hingearbeitet. Wir wollen uns gleich am oberen Drittel festbeißen, um unnötigen Druck zu vermeiden. Das ist wichtig für eine junge Mannschaft. Nicht dass wir dann schon am vierten Spieltag wieder einen „Wackelfuß“ bekommen, weil wir unten drin stehen. Das soll uns diesmal nicht passieren.

Statt hoher Flanken auf Luck sind diesmal Pässe in die Tiefe auf die schnellen Jagupov und Lehmann gefragt. Haben Sie umgeschult?

Das konnte ich schon. Aber beide haben auch ein ordentliches Kopfballspiel, so dass Flanken ein Mittel bleiben werden. Trotzdem haben wir jetzt natürlich viel mehr Geschwindigkeit im Spiel, sind für den Gegner nicht mehr so leicht auszurechnen. Außerdem ist es egal, wie die Tore letztlich fallen. Auch Florian Schubert und Chris Söllner werden in der Offensive eine gute Rolle spielen. Im Abschluss müssen wir hoch konzentriert sein, dürfen nicht so viele Chancen liegen lassen.

Wen zählen Sie zu den Staffelfavoriten?

Absteiger Chemie Leipzig wird sich sicherlich nicht lange in der Oberliga aufhalten wollen und peilt den Wiederaufstieg an. Auch Inter Leipzig wird eine gute Rolle spielen. Irgendein Überraschungsteam gibt es auch in jeder Saison, das am Anfang von Sieg zu Sieg eilt und im Jahresverlauf dann von den geholten Punkten zehrt. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

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