Bau der Fußballarena in Jena: Überraschungen im Untergrund

Tino Zippel
| Lesedauer: 3 Minuten
Andreas Kuhn, Geschäftsführer EAS Betriebsgesellschaft, auf dem Baufeld für die neue Nordtribüne im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Andreas Kuhn, Geschäftsführer EAS Betriebsgesellschaft, auf dem Baufeld für die neue Nordtribüne im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Foto: Tino Zippel

Jena.  Der erste Spatenstich soll noch in diesem Monat stattfinden: Stadionchef Andreas Kuhn spricht über die Tücken des Projektes.

Andreas Kuhn deutet auf die Markierungsfähnchen. „Dort wird ein Tribünenpfeiler stehen“, sagt der Geschäftsführer der EAS Betriebsgesellschaft. Er steht mitten auf der Baustelle im Ernst-Abbe-Sportfeld, auf der sich einst die Nordkurve befand.

„Die Vorfreude steigt“, sagt der Stadionchef, der am 29. April den ersten Spatenstich für das Bau­projekt setzen möchte. Die Abbrucharbeiten auf dem Areal sind erledigt. Inzwischen erkundet ein Bautrupp den Untergrund. „Leider fehlen Pläne, wo welche Leitungen verlegt sind“, sagt Kuhn. So stießen sie bei Baggerarbeiten auf ein Starkstromkabel. Eine Fernwärmeleitung muss umverlegt werden.

Parallel dazu arbeiten elf Planungsbüros daran, die Ideen umzusetzen. Die Baugenehmigung liegt zwar noch nicht vor, aber vorbereitende Arbeiten sind möglich. Zum Beispiel muss eine 70 Zentimeter starke Schotterschicht in der Nordkurve verteilt werden, damit das tonnenschwere Bohrgerät für die Gründungspfähle nicht versinkt. Wenn der Bau wie kalkuliert läuft, soll die Tribüne zur Rückrunde der nächsten Saison ihren Betrieb aufnehmen. 4000 Plätze bietet der Bau, in dem auch Kioske, Toiletten und ein Sanitätsraum integriert sind.

Wäre das Stadion nächste Saison drittligatauglich?

Kuhn hofft, dass alsbald die Lage in der Pandemie wieder erlaubt, Zuschauer ins Stadion zu lassen. Parallel dazu verfolgt er die Diskussionen, ob Drittligaaufsteiger Viktoria Berlin ein Stadion findet. Falls das nicht gelingt, könnte der FC Carl Zeiss Jena nachrücken. Doch reicht die Kapazität auch ohne die Nordkurve für die vom Deutschen Fußball-Bund geforderten 10.001 Plätze? Diese Frage beantwortet Kuhn mit einem klaren Ja. „Je höher die Liga des FCC, desto besser für uns.“

Parallel dazu prüft die Stadiongesellschaft aber auch, ob beim wahrscheinlichen Verbleib in der Regionalliga der Bauablauf beschleunigt werden könnte. Beispielsweise, indem weitere Bauabschnitte schon beginnen, bevor die Tribüne im Norden fertiggestellt ist. So könnte ein Teil der Gegengerade früher weichen. Einen guten Grund, das Tempo zu erhöhen, sieht Kuhn in den deutlichen Preissteigerungen für Baumaterialien. Aufgrund der stetig steigenden Preise erwägt das Unternehmen bereits, ein eigenes Baustofflager für das Projekt anzulegen. Das lohne sich auch, um Verzögerungen im späteren Bauablauf zu verhindern, wenn für manche Materialien der Nachschub stockt.

Videowand nicht für Neubau verwendbar

Die Lasten des Projektes nimmt Kuhn aber gern auf sich. „Ein Stadion baut man nur einmal im Leben“, sagt er voller Vorfreude auf die Arena. Die derzeitige Anzeigetafel wird übrigens nicht in den Neubau integriert. Für die Videowand aus dem Jahr 2006 gebe es keine Ersatzteile mehr. Sie sei nur noch mit Mühe funktionstüchtig zu halten, sagt Kuhn. Im neuen Stadion sollen zwei neue Videotafeln hängen. Einmal zwischen heutiger Haupttribüne und Südtribüne und eine zwischen der neuen Haupttribüne und der Nordtribüne.