Bitteres Klingbeil-Debüt: FC Carl Zeiss Jena verliert bei Hertha BSC II

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Lukas Lämmel im Zweikampf mit Mc Moordy Hüther (Hertha).

Lukas Lämmel im Zweikampf mit Mc Moordy Hüther (Hertha).

Foto: Thomas Corbus

Bei Hertha BSC II halten die Thüringer das Spiel lange ausgeglichen, müssen am Ende den Platz aber doch als Verlierer verlassen. (Mit Spielzusammenfassung im Video)

Fazit: Der FC Carl Zeiss Jena hat es beim Debüt von Cheftrainer René Klingbeil verpasst, bei Hertha BSC II am Sonntagnachmittag den Rückstand auf die Spitzengruppe der Fußball-Regionalliga zu verkürzen. In einer ausgeglichenen Begegnung konnten die Berliner über den einzigen Treffer der Begegnung jubeln.

Spielzusammenfassung Hertha BSC II gegen FC Carl Zeiss Jena (22.02.2023)

Beide Mannschaften brauchten ein paar Minuten, um in die Partie zu finden. Die erste gute Möglichkeit hatten die spielstarken Gastgeber. In einer Phase, als sich der FCC noch finden musste, landete der Ball nach einem Jenaer Abwehrfehler bei Hertha-Kapitän Maurice Covic. Der Sohn von Trainer Ante Covic schaffte es aber nicht, Geburtstagskind Kevin Kunz, der am Sonntag 31 Jahre alt wurde, zu im FCC-Tor überwinden (10. Minute).

Im Anschluss kamen die Thüringer nach einer Serie von vier Ecken zu guten Chancen. Allein Pasqual Verkamp verpasste, jedes Mal am langen Pfosten lauernd, drei Mal die Führung (13. und 14.). Beim vierten Versuch der Jenaer musste gar ein Berliner für Regionalliga-Debütant Tim Goller im Hertha-Tor klären.

Etwa die Hälfte der Zuschauer FCC-Fans

In der Folge hatte Jena zwar mehr Spielanteile, aber die tiefstehenden Hauptstädter blieben durch ihr schnelles Umschaltspiel stets gefährlich. So scheiterte Tony Rölke an Kunz (28.). Dem FC Carl Zeiss wurde ein Treffer von Verkamp wegen Abseits verwehrt (32.). Ansonsten spielte sich die Partie viel im Mittelfeld ab, wo beide Teams vergeblich Lücken in der gegnerischen Defensive suchten. So blieb es beim leistungsgerechten 0:0 zur Pause.

Den besseren Start vor 1150 Zuschauern, davon zirka die Hälfte FCC-Fans, hatten in der zweiten Halbzeit erneut die Hauptstädter. Jena-Coach René Klingbeil reagierte, brachte für Kevin Wolf mit Jonathan Muiomo einen offensiveren Spieler (55.). Die Hertha war trotzdem die tonangebende Mannschaft im Stadion auf dem Wurfplatz mit dem Berliner Olympiastadion im Hintergrund. Erst nach einer Viertelstunde und einem Fehler von Goller, dem der Ball versprang, kamen die Thüringer durch Justin Schau zur ersten Chance im zweiten Abschnitt (60.).

Danach waren die Gäste wieder besser im Spiel, verpassten durch Muiomo (67.) aber erneut die Führung. Genauso wie die Berliner durch Berkan Alimler, der Kunz prüfte (68.). Klingbeil wechselte weiter offensiv und wäre durch Vasileios Dedidis fast belohnt worden, aber Goller hielt seinen Schuss, der Nachschuss von Muiomo ging vorbei (74.). Im direkten Gegenzug durften dann aber die Hausherren jubeln, als Covic von der Strafraumkante traf (75.).

Jena drängte jetzt auf den Ausgleich, Goller rettete vor Max Grimm (79.). Bei der folgenden Ecke brannte es im Hertha-Strafraum lichterloh, aber der Ball wollte wieder nicht über die Linie. Der FC Carl Zeiss hatte es weiter eilig, aber weder Takero Itoi (83.) noch Marcel Hoppe (85.) konnten Goller vor Probleme stellen. So blieb es bei der Niederlage im ersten Pflichtspiel 2023.

Tore: 1:0 Covic (75.).

Aufstellungen:

Ein bisschen zu überraschen wusste Jenas neuer Cheftrainer René Klingbeil, der auf den gesperrten Maximilian Krauß verzichten musste, dann doch. Statt Jonathan Muiomo stand Kevin Wolf in der Startaufstellung, den Jena erst in der Vorbereitung erneut verpflichtet hatte. Im Sturmzentrum erhielt Jan Dahlke den Vorzug, den Klingbeil als einen der Gewinner der Wintervorbereitung bezeichnet hatte. Im defensiven Mittelfeld gab Justin Schau nach langer Verletzung sein Comeback.

Hertha BSC II: Goller – Eitschberger, Ziemer, Röcker, Alimler – Gündüz (89. da Silva), Hüther, Covic – Haxha, Rölke (71. Maza), Aksakal (90. Abdullatif).

FC Carl Zeiss Jena: Kunz – Gipson, Halili, Strietzel, Hoppe – Lämmel, Schau (71. Grimm) – Verkamp (71. Itoi), Petermann, Wolf (55. Muiomo) – Dahlke (63. Vasileios Dedidis).

Ausgangslage vor dem Spiel: Der FC Carl Zeiss ging als Tabellenfünfter in die Begegnung, die Berliner als Elfte.

Vergleich in der Vorsaison: Der ging an den Nachwuchs des Bundesligisten. Nach dem 2:2 im Hinspiel in Berlin musste Jena-Trainer Dirk Kunert seinen Hut nehmen. Das Rückspiel in Jena, damals noch unter Kunert-Nachfolger Andreas Patz, verlor der FCC mit 0:1.

Platzbedingungen: Noch am Samstagnachmittag stand die Begegnung auf der Kippe. Während aber zahlreiche andere Regionalliga-Spiele abgesagt wurden, hob die Platzkommission in der Hauptstadt den Daumen. In Berlin lag auch kein Schnee, beste Bedingungen herrschten im Stadion auf dem Wurfplatz unter Berücksichtigung der aktuellen Witterung.

Das nächste Spiel: Steht für den FC Carl Zeiss am kommenden Sonntag, 29. Januar, erneut in der Hauptstadt an. Gegner ist diesmal Drittliga-Absteiger Viktoria Berlin (13 Uhr).

Jetzt im Livestream: FC Carl Zeiss Jena gegen Hertha BSC II hier ansehen