FC Carl Zeiss Jena feiert Arbeitssieg im Dauerregen

Jena.  Fußball-Regionalligist FC Carl Zeiss Jena bezwingt den FSV 63 Luckenwalde mit 2:0, tat sich dabei aber lange schwer. Die Partie im Schnellcheck.

Der FC Carl Zeiss Jena hatte am Sonnabend im Ernst-Abbe-Sportfeld lange Probleme mit dem FSV 63 Luckenwalde.

Der FC Carl Zeiss Jena hatte am Sonnabend im Ernst-Abbe-Sportfeld lange Probleme mit dem FSV 63 Luckenwalde.

Foto: Frank Steinhorst

Der Thüringer Fußball-Regionalligist hat am Samstag den Aufsteiger FSV 63 Luckenwalde mit 2:0 bezwungen. Die Partie im Schnellcheck:

Kurzfazit: Ein am Ende verdienter Sieg für den FC Carl Zeiss Jena, der am Sonnabend im Ernst-Abbe-Sportfeld lange Probleme mit dem FSV 63 Luckenwalde hatte. Doch ein spätes Tor des gerade eingewechselten Niclas Fiedler (68.) stellte dann doch noch die Weichen Richtung Sieg.

Der FC Carl Zeiss tat sich in der ersten Halbzeit im Jenaer Dauerregen schwer. Einerseits konterte der Aufsteiger aus Brandenburg gefährlich, andererseits hatten die Hausherren gegen einen tiefstehenden Gegner wenig Platz, ihre spielerischen Vorteile zu nutzen. Der rutschige Boden kam noch hinzu. Die größte Chance auf die Führung vergab Pasqual Verkamp, dessen Kopfball nach einer Flanke von Maximilian Oesterhelweg knapp am FSV-Tor vorbeiging (21. Minute). Nahezu im direkten Gegenzug lenkte Zeiss-Keeper Lukas Sedlak einen Schuss von Christian Flath über den Querbalken. Fortan kontrollierten die Zeiss-Kicker zwar die Partie zwar, fanden aber nicht die notwendige Lücke in der Defensive der Luckenwalder, um mit einer Führung in die Pause zu gehen.

Nach Wiederanpfiff gehörte die erste Chance den Gästen, aber Sedlak parierte stark gegen Tim Göth (49.), genauso wie wenig später gegen Till Pumpe (53.), der allein auf ihn zulief. Zwischendurch hatte Kevin Wolf die Jena-Führung auf dem Fuß. Er löffelte das Spielgerät aber aus der Drehung aus Nahdistanz am Pfosten vorbei (51.). Vorbei schoss auch Verkamp (57.), der allein vor FSV-Keeper André Thoms stand. Das hätte das 1:0 für die Thüringer sein müssen.

Die Begegnung nahm nun deutlich an Fahrt auf, auch weil die Brandenburger jetzt mehr für die Offensive taten. Aber erneut fand Göth in Sedlak seinen Meister (59.). Mittlerweile wäre eine Führung von Luckenwalde verdient gewesen.

Jena-Coach Dirk Kunert reagierte, brachte in der 65. Minute gleich drei neue Spieler. Mit Erfolg: Der gerade eingewechselte Geraer Niclas Fiedler brauchte nur zwei Minuten für seinen Treffer. Die mustergültige Vorarbeit kam von Zeiss-Kapitän René Eckardt.

Der Aufsteiger drängte vor 1256 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld auf den Ausgleich. Jena versuchte, das Spiel zu beruhigen, Zeit von der Uhr zu nehmen. Und hatte Räume. Erneut Fiedler hatte die Chance zum 2:0, aber diesmal legte er quer auf Verkamp, dem der Ball versprang. Auf der Gegenseite fehlte Zielwasser, Luckenwalde vergab gleich mehrere Gelegenheiten kläglich. Maximilian Oesterhelweg mit seinem Treffer zum 2:0 nach einem Konter in der 88. Minute bestrafte das gnadenlos und machte den vierten Ligasieg des FCC in Folge perfekt.

Tore: 1:0 Fiedler (68.), 2:0 Oesterhelweg (88.).

Besonderes Jubiläum: 300 Pflichtspiele für einen Verein – darauf kann René Eckardt nun verweisen. Der 30-jährige Kapitän des FC Carl Zeiss, der mit acht Jahren zum FCC kam und seine ganze Karriere bisher bei den Saalestädtern absolvierte, gab sein Profi-Debüt für Jena in der Saison 2008/2009. Es war am 19. Oktober 2008 im Drittliga-Spiel gegen Dynamo Dresden (0:0).

Endlich verkauft: Das lange Hin und Her um einen Wechsel von Maximilian Rohr vom FC Carl Zeiss zu Zweitligist Hamburger SV scheint endlich ein Ende zu haben. Der 25-Jährige soll für 200.000 Euro zu den Hanseaten gehen. Durch diverse Bonuszahlung könnte sich die Summe sogar verdoppeln. Nach den vielen Störgeräuschen um Rohr, der in Jena seit dem HSV-Angebot nicht mehr voll bei der Sache war und deshalb dem Kader nicht mehr angehörte, ein versöhnlicher Abschluss.

Blick in die Geschichte: Erst viermal trafen die Jenaer, jeweils in der Regionalliga Nordost, auf Luckenwalde. Dabei hat der FCC eine blitzsaubere Bilanz. Vier Siege gelangen bei 10:0 Toren. Beim bisher letzten Aufeinandertreffen im April 2017, als Jena einen 3:0-Heimerfolg feierte, stand Dennis Slamar genau wie beim Spiel am Sonnabend in der Startformation.

Aufstellung: Jenas Trainer Kunert änderte seine Aufstellung gegenüber dem 2:0-Auswärtserfolg am Mittwoch bei der BSG Chemie Leipzig auf zwei Positionen. Der wiedergenesene Dennis Slamar rückte für Felix Müller wieder in die Innenverteidigung. Can Düzel ersetzte den erkrankten Theodor Bergmann (Infekt) im Mittelfeld. Nach langer Verletzungspause nahm zudem erstmals Matti Langer wieder auf der Ersatzbank Platz.

Jena: Sedlak – Wolf (65. Fiedler), Slamar, Grösch, Lange – Schau – Oesterhelweg (90. Langer), Eckardt (90. Bock), Düzel (65. Stauffer), Steinherr (65. Prokopenko) – Verkamp.

FSV 63 Luckenwalde: Thoms – Bogdan, Francisco, Misch, Koplin (86. Kroh) – Vierling, Becker, Gottschick (45. Gesien), Flath – Plumpe (69. Rohde), Göth.

Nächste Begegnung: Nach der englischen Woche haben die Jenaer endlich ein paar Tage zum Durchschnaufen. Erst am Sonntag, den 4. Oktober, müssen sie das nächste Mal in der Regionalliga ran. Gegner im Auswärtsspiel ist der Bischofswerdaer FV. Der Anstoß erfolgt 13.30 Uhr.