FC Carl Zeiss Jena hat Antrag für Drittliga-Lizenz eingereicht

FC Carl Zeiss Jena setzt mit der Lizenz auf Prinzip Hoffnung, muss aber wieder aussetzen: Spieler haben zwar den Trainingsplatz geräumt, aber das Stadion musste weiß bleiben. Somit fällt das Spiel gegen Union Berlin II aus.

Spielabsage im Ernst-Abbe-Sportfeld: Weil der Schnee noch nicht getaut ist, muss das Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena ausfallen. Foto: Tino Zippel

Spielabsage im Ernst-Abbe-Sportfeld: Weil der Schnee noch nicht getaut ist, muss das Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena ausfallen. Foto: Tino Zippel

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Jena Der FC Carl Zeiss Jena hat gestern pünktlich die Lizenzunterlagen für die dritte Fußballliga eingereicht. Der Regional­ligist untermauert damit die Ambitionen, wieder eine Spiel­klasse nach oben zu klettern.

Andere Vereine, vor allem in der bayrischen Staffel, scheuen diesen Weg. Die aktuell drei bestplatzierten Teams verzichten auf einen Lizenzantrag. Sollten sie auch am Saisonende ganz vorn stehen, rückt der Viertplatzierte nach. Sollte auch jener nicht nach oben wollen, wird die Relegation nur mit fünf Teams bestritten - eine Mannschaft zieht ein Freilos.

"Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, uns in Bayern anzumelden, wenn dort sowieso niemand aufsteigen will. Oder sie geben den zusätzlichen Relegationsplatz in unsere Regionalliga", sagt der Jenaer Präsident Rainer Zipfel augenzwinkernd. Die Jenaer investierten eine mittlere vierstellige Summe ins Erstellen der geprüften Bilanz, die für den Antrag notwendig ist. Und das, obwohl die Mannschaft neun Punkte hinter RB Leipzig steht. "Falls bei denen irgendetwas dazwischenkommt und wir keine Lizenz beantragt haben, wäre der Ärger groß", sagt Zipfel, der Schützenhilfe von Trainerlegende Hans Meyer bekam, die Carl Zeiss AG wieder als Sponsor zu gewinnen.

"Sicherlich stört die Herren in Oberkochen, dass Carl Zeiss Jena auf dem Trikot steht. Aber das Unternehmen hat stark profitiert, dass wir den Namen in die Welt getragen haben", sagte Meyer bei einer Veranstaltung im Jenaer Volkshaus. Zur aktuellen Situation wollte er sich nicht äußern, weil ihm der Einblick fehle. Das Traineramt jedenfalls, so sagt er, wolle er in dieser Liga nicht übernehmen.

Der aktuelle Coach Petrik Sander muss die nächste Spielabsage verkraften. Die morgen geplante Partie gegen Union Berlin II fällt wieder aus, weil noch Schnee auf dem Hauptplatz im Stadion liegt. "Union ist noch schlimmer dran. Für sie ist es schon der sechste Ausfall", sagt Sander. Der Trainingsplatz der Jenaer Fußballer präsentiert sich hingegen im satten Grün - die Spieler selbst räumten ihn in zwei Arbeitseinsätzen zu je drei Stunden frei. "Nur so können wir uns nächste Woche auf einem abgetrockneten, vernünftigen Platz fürs Neustrelitz-Spiel vorbereiten", sagt Sander.

Doch warum ging das nicht beim Hauptplatz? Das liege am dort verlegten Rollrasen, der weniger tiefe Wurzeln als der Naturrasen habe und schneller rausreiße beim Schneeschieben, erläutert ein Platzwart. Der Rollrasen kam nach der Installation der Rasenheizung aufs Feld, die wegen hoher Kosten von 500 bis 1000 Euro pro Tag kalt bleibt.

Ein Testspiel absolvieren die Jenaer Fußballer an diesem Wochenende nicht. Stattdessen will Sander heute einige Spieler an Lothar Kurbjuweit abgeben, der mit seiner zweiten Mannschaft gegen den FC Erzgebirge Aue II in der Oberliga antritt. Ursprüngliche Überlegungen, das halbe erste Team spielen zu lassen, begruben die Jenaer, weil Wettbewerbsverzerrung laut NOFV-Statuten unzulässig ist.