FC Carl Zeiss Jena verliert 0:2 gegen Babelsberg

Jena  Fußball  Der FC Carl Zeiss unterliegt in der Regionalliga dem SV Babelsberg mit 0:2. Die Zuschauer sehen eine muntere Begegnung und diskutieren über den neuen sportlichen Leiter.

Jenas Manfred Starke (rechts) setzt sich gegen drei Babelsberger durch, scheitert mit seinem Schuss jedoch am Pfosten. Der FC Carl Zeiss verliert mit 0:2. Foto: Tino Zippel

Jenas Manfred Starke (rechts) setzt sich gegen drei Babelsberger durch, scheitert mit seinem Schuss jedoch am Pfosten. Der FC Carl Zeiss verliert mit 0:2. Foto: Tino Zippel

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Der FC Carl Zeiss Jena hat am Freitagabend sein Heimspiel gegen den SV Babelsberg verloren. 2:0 gewannen die Potsdamer die Begegnung im Ernst-Abbe-Sportfeld, die 2690 Zuschauer verfolgten.

In der Hinrunde war das Spiel zwischen Babelsberg und Jena ein Langweiler: In 90 Minuten gab es keine zwingende Chance, der triste November ließ die Zuschauer beim torlosen Spiel zittern. Das Rückspiel gestern Abend war zwar munter, aber Jenaer Tore sahen die Zuschauer bei schönstem Sonnenschein im Ernst-Abbe-Sportfeld ebenso nicht – dafür traf Babelsberg zweimal.

Gute Möglichkeiten erarbeiten sich beide Mannschaften. Justin Gerlach traf nach neun Minuten ins Tor, aber der Schiedsrichterassistent hatte Abseits angezeigt – eine strittige Entscheidung.

Seine Mitspieler testeten anschließend ausgiebig die Stabilität des Tores. Nach einer Flanke setzte sich Manfred Starke gegen drei Babelsberger durch, stand allein vor Torwart Marvin Gladrow. Doch der Schuss prallte vom Pfosten zurück ins Feld (39). Die Szene zeigte das Problem, das sich durch die Saison zieht: Starke ist zwar agil, aber nutzt nur einen winzigen Bruchteil seiner Möglichkeiten.

Seinen Mitspielern fehlte ebenso das Glück. Nach einem abgewehrten Eckball nahm Marcel Bär aus 20 Metern Maß. Doch der abgefälschte Ball hoppelte an den Innenpfosten (43.). „Wir müssen zur Halbzeitpause führen“, sagte Jenas Trainer Volkan Uluc.

Und so blieb den Zuschauern in der Halbzeitpause genügend Zeit, über ein Interview des neuen sportlichen Leiters Kenny Verhoene zu diskutieren. Der hatte in einem Gespräch des Stadionfernsehens einen recht konzeptlosen Eindruck hinterlassen und angedeutet, dass der FC Carl Zeiss künftig als Farmteam im Duchatelet-Netzwerk fungieren soll. Heißt: Jena bildet die Spieler aus, die bei den anderen Clubs groß rauskommen.

Doch bleibt damit nicht die erste Mannschaft auf der Strecke, fragen sich die Zeiss-Fans auf der Tribüne. Sie kommen schließlich vorrangig wegen der Leistungen der ersten Mannschaft ins Stadion. Ein Nebenprodukt jedenfalls sollte das erste Team nicht werden. Konkretes, was er in den nächsten Wochen anpacken will, verriet Verhoene, der an seiner mit dem Fußballlehrer vergleichbaren Uefa-Pro-Lizenz arbeitet, dagegen nicht.

In der zweiten Halbzeit übernahm Babelsberg das Kommando, erspielte sich mehrere Möglichkeiten in Folge und traf das Tor. Der Ex-Jenaer Andis Shala stieg zum Kopfball hoch und köpfte eine Flanke ins Netz (66.). Neun Minuten später konterten die Babelsberger. Die Verteidiger kamen nicht hinterher, so dass Matthias Steinborn den Ball von Shala nur noch über die Linie drücken musste – die Entscheidung.

„Ich hatte angekündigt, zwei Tore zu schießen. Das zweite kann man quasi für mich verbuchen“, sagte Shala, der seinen Treffer an alter Wirkungsstätte ausgiebig bejubelt hatte. „Kurios: Wir spielen zum zweiten Mal in Folge keinen attraktiven Fußball und gewinnen“, sagte sein Trainer Cem Efe.

Jenas Coach Uluc kritisierte, dass seine Spieler in der zweiten Hälfte nicht die Präsenz und Körperspannung gezeigt haben. „Daran sieht man, dass man in der Liga 90 Minuten für jeden Punkt und Sieg knallhart arbeiten muss. Doch dafür haben wir in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler gemacht.“ Er fügte aber noch an: „Bis zum Pokalfinale bauen wir die Jungs wieder auf. Keine Sorge!“