FC-Carl-Zeiss-Trainer Sander will Team von Jena stark umbauen

Der FC Carl Zeiss Jena steht erneut vor einem personellen Umbruch: Nach Saisonschluss will der Trainer radikal aussortieren und neue Spieler verpflichten. Zu den Wunschkandidaten zählen Filip Krstic und Sören Eismann.

Rainer Zipfel (Präsident des FC Carl Zeiss Jena, links) und Petrik Sander planen die Zukunft des Regionalligisten. Foto: Tino Zippel

Rainer Zipfel (Präsident des FC Carl Zeiss Jena, links) und Petrik Sander planen die Zukunft des Regionalligisten. Foto: Tino Zippel

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Jena. Nach dem Fußballspektakel gegen RB Leipzig (4:5) hat der Trainer des FC Carl Zeiss Jena, Petrik Sander, größere Veränderungen im Kader des FC Carl Zeiss Jena angekündigt.

"Wir wollten das Gros der Mannschaft halten und punktuell verstärken, werden nun aber doch stärker umbauen", kündigte Sander an. Einige Spieler seien nicht so gut, wie sie glauben. Trotz der offensiv guten Leistung gegen RB Leipzig hatte der Trainer die Blamage gegen den Torgelower SV Greif in der Woche zuvor noch nicht vergessen.

Doch bevor das Transfer­karussell in Schwung kommt, muss Sander unterschreiben. Er ist sich zwar mit dem Präsidium einig, will aber seinen Vertrag erst abschließen, wenn der Kontrakt für seinen Assistenten Thomas Hoßmang steht. Der verhandelte gestern zum ersten Mal mit der Vereinsführung - die Einigung ist nur noch Formsache. Schwieriger wird es schon, für Fitness- und Rehatrainer Dirk Keller, der zu Energie Cottbus geht, einen ebenso preisgünstigen Nachfolger zu finden.

Präsident Rainer Zipfel geht davon aus, dass noch diese Woche die Einigung mit dem Trainerteam erfolgt. Er wünschte RB-Trainer Alexander Zorniger viel Erfolg in der Relegation und deutet an, dass der FC Carl Zeiss einige Personalentscheidungen vom Aufstieg des mit den Millionen eines Brauseherstellers unterstützten Teams abhängig macht. Personell komplett durchgestartet wird nur, wenn RB in die dritte Liga aufsteigt.

Eigengewächs Marco Riemer (25) hat seinen Vertrag bereits um ein Jahr verlängert. "Hier hat sich eine Mannschaft zusammengefunden, die harmoniert. Das Trainerteam ist sehr gut. Wir peilen den Aufstieg an", begründet Riemer. "Ich möchte noch einmal höherklassig spielen - gern mit Jena."

Diese Woche wollen die Saalestädter die erste neue Personalie klären. Linksverteidiger Filip Krstic vom Ligakonkurrenten Berliner AK steht auf der Wunschliste ganz oben. Der 24-Jährige wechselte seine Vereine bislang wie andere die Unter­wäsche, soll aber in Jena eine Schwachstelle besetzen.

In Summe stehen 30 Kandidaten auf der Liste - ein Verdienst der im Vergleich zum Vorjahr besseren Sichtung. Gestern gab es bereits Gespräche mit dem vielseitigen Defensivspieler Sören Eismann (24), der beim Drittligisten Hallescher FC keinen neuen Vertrag erhielt, aber in seiner Jenaer Zeit durch gute Leistungen aufgefallen war. Gern vom Chemnitzer FC zurückkehren möchte Carsten Sträßer (32) - allerdings gehen die finanziellen Vorstellungen noch weit auseinander. Ähnlich ist es bei Stürmer Nils Pichinot (23) vom Halleschen FC.

Die Jenaer planen nämlich mit einem schmaleren Budget als in dieser Saison. "Uns fehlen 300"000 Euro an Pokaleinnahmen", sagt Präsident Zipfel. Neben dem DFB-Pokal, für den sich Jena diesmal nicht qualifiziert hat, ist im Thüringenpokal nicht automatisch mit einem Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt zu rechnen. Noch seien die Jenaer dabei, finanzielle Altlasten abzubauen. Bis Saisonende hofft Zipfel auf eine Einigung mit der Berufsgenossenschaft. Beglichen sind indes die Schulden bei Ex-Spieler Sebastian Hähnge, der noch eine Prämie in fünfstelliger Höhe kassierte. Als Dank erklärte er sofort seinen Vereinsaustritt.

"Wir hoffen auch in der neuen Saison auf die gute Unterstützung unserer Fans und Sponsoren", sagt Zipfel, der mehr Sponsorengelder einwerben will und auf einen besseren Zuschauerschnitt hofft, "wenn wir von Beginn an vorn mitspielen". Er sieht sein Team als einen der zwei, drei Favoriten. Absteiger Babelsberg zählt er nicht dazu.

Um eine Mannschaft aufzustellen, die nicht nur gegen den Spitzenreiter RB Leipzig Vollgas gibt, sondern auch bei Pflichtaufgaben wie in Torgelow, wollen die Jenaer aussortieren. Keine Rolle in den Planungen spielen dem Vernehmen nach Gabor Dvorschak, Justus Six, Dennis Schulte, Maxim Banaskiewicz oder Isaac Akyere.

Stürmer Przemyslaw Trytko soll nicht nur wegen der beiden Tore gegen RB ein Angebot erhalten. Die Jenaer wollen zudem zwei, drei Führungsspieler holen, die auch in schlechten Phasen das Team mitreißen. "Für die geben wir auch einen Euro mehr aus", kündigt Zipfel an. Sie sollen jungen Spielern wie Tino Schmidt, Florian Giebel, Marc Andris oder Marius Grösch Rückhalt geben.

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