FC-Carl-Zeiss-Trainer Zimmermann mit vier Bundesliga-Trainern auf Schulbank

Als Zeiss-Coach Andreas Zimmermann den Fußballlehrer-Schein machte, hatte er prominente Mitschüler. Allein vier seiner einstigen Weggefährten sind aktuell Trainer bei Fußball-Bundesligisten.

Andreas Zimmermann Foto: Tino Zippel

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Jena. Die schöne Schulzeit: Wer erinnert sich nicht gern daran zurück. Andreas Zimmermann, Trainer des Fußball-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena, durfte diese Zeit gleich zwei Mal erleben. Aber keinesfalls, weil er so schlecht war, im Gegenteil. Nach seiner Karriere als Fußballprofi und einem Kurzausflug in den Managementbereich war für ihn klar: "Ich wollte nur eines: Fußballtrainer werden."

Also tat der gebürtige Berliner genau das, was dafür nötig war und meldete sich, nachdem er die vorhergehenden Lizenzen erwarb, für den Fußballlehrer-Schein der Hennes-Weisweiler-Akademie des DFB an, die die Trainer in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln ausbildet. "Das ist die beste Qualifizierung, die es in Deutschland, meiner Meinung nach sogar auf der Welt gibt", sagt Andreas Zimmermann. "Und genau die wollte ich auch haben." Also bewarb er sich um einen Platz, hatte Glück, dass er zu jenen 25 Männern und zwei Frauen zählte, die 2010 aus über 100 Bewerbern ausgewählt wurden.

Wenn er heute an seine Klassenkameraden denkt, gerät er noch immer ins Schwärmen. "Wir waren eine ganz tolle Truppe." Einen Welt- oder Europameister hätten sie nicht in der Klasse gehabt - der ganz große ehemalige Star habe gefehlt, "vielleicht war das aber auch unser Glück".

Dennoch saß in Köln, und das ist vielleicht einmalig, die heutige Zukunft der Trainerzunft mit am Tisch. Mit Sami Hyypiä (Bayer 04 Leverkusen), Thomas Schneider (VfB Stuttgart), Markus Guisdol (TSG 1899 Hoffenheim) und Tayfun Korkut (Hannover 96) waren allein vier aktuelle Cheftrainer von Bundesliga-Mannschaften mit dabei.

"Aber wir hatten noch mehr zu bieten", erzählt Andreas Zimmermann und beginnt mit seiner Aufzählung: Jan-Moritz Lichte und Daniel Niedzkowski sind aktuell Co-Trainer von Bayer Leverkusen, Michael Wiesinger ist der ehemalige Cheftrainer von Bundesligist 1. FC Nürnberg. Auch Stefan Krämer zählte zu Zimmermanns-Klasse. Krämer führte Arminia Bielefeld in die 2. Bundesliga, wurde am Sonntag aber wegen Erfolglosigkeit entlassen. "Stefan war unser DJ, ein toller Typ", erinnert sich Andreas Zimmermann.

Auch Roger Schmidt, der Trainer der Österreicher von Red Bull Salzburg, machte mit Zimmermann den Trainerschein. Nicht zu vergessen: Frank Schmidt (Cheftrainer von Drittliga-Tabellenführer 1. FC Heidenheim), Marc Kienle (Chefcoach von Drittligist SV Wehen Wiesbaden), Guido Hoffmann (U23 des 1. FC Kaiserslautern) und Sebastian Dremmler (U16 des FC Bayern München).

Kontakt habe er noch zu vielen seiner ehemaligen Weggefährten. Man tausche sich aus, telefoniere hin und wieder, über Spieler, über kommende Gegner. Die Ausbildung damals sei kein Zuckerschlecken gewesen. "Das war harte Arbeit."

In vier Bereiche waren die Fächer unterteilt: Sportwissenschaft, Fußball, Sportmedizin und Psychologie. Am liebsten war ihm das Fach Fußball. Der Austausch mit den Ausbildern, aber auch mit den Mitschülern sei "einfach genial" gewesen. Drei Tage in der Woche mussten die angehenden Fußballlehrer von morgens bis nachmittags nach Köln. "Ich war mit Basti Dremmler auf einem Zimmer." Natürlich habe man auch mal was zusammen gemacht, sei in Köln gemeinsam weggegangen.

Als Abschlussprüfung bekam Zimmermann 2011 die Aufgabe, in kurzer Zeit eine ganz spezielle Trainingseinheit auszuarbeiten. Nachdem auf dem Papier alles fertig war, musste er mit einer Nachwuchsmannschaft des 1."FC Köln die Einheit von der Theorie in die Praxis umsetzen. Das war nicht einfach. Seine Abschlussnote will er nicht verraten. "Ich war im guten Mittelfeld." Und die Besten: "Einer war Jan-Moritz Lichte."

Gern erinnert sich Zimmermann zurück an die Zeit, als er zum lizenzierten Fußballlehrer wurde. "Wenn man es genau bedenkt, nur der Uwe Koschinat, der den Regionalligisten Fortuna Köln trainiert, und ich sind in der vierten Liga gelandet", sagt Zimmermann und lacht. Was nicht ist, kann ja noch werden. Davor liegt vor Zimmermann und dem FC"Carl Zeiss aber noch ein harter und weiter Weg.

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