Heftige Klatsche für FC Carl Zeiss Jena

Markranstädt  Der bislang ungeschlagene Tabellenführer verliert gegen die zweite Mannschaft von RB Leipzig mit 0:3

Enttäuscht: Kapitän René Eckardt und seine Mitspieler bedanken sich bei den vielen Zeiss-Fans. Foto: Johannes Böhme

Enttäuscht: Kapitän René Eckardt und seine Mitspieler bedanken sich bei den vielen Zeiss-Fans. Foto: Johannes Böhme

Foto: zgt

RB Leipzig führt nicht nur die Tabelle in der Fußball-Bundesliga an, sondern hat auch in der vierten Liga den Spitzenreiter geärgert. Die zweite Mannschaft von Rasenballsport brachte dem FC Carl Zeiss Jena am Sonntag nach 13 ungeschlagenen Punktspielen mit einem 3:0 die erste Saison­niederlage bei.

„Wir sind dominiert worden, sie haben uns 90 Minuten lang ihr Spiel aufgezwungen und haben in der Höhe absolut verdient gewonnen“, sagte Jenas Trainer Mark Zimmermann. Sein Team hatte von Beginn an Probleme mit dem hohen Tempo des RB-Nachwuchses. Und das trotz seiner Warnung an die Spieler im Vorfeld, dass sie weniger Zeit haben als in anderen Partien, um Bälle zu verwerten.

Doch von Beginn an liefen die Zeiss-Fußballer zumeist hinterher. Nach zehn Minuten hatte Guillaume Cros den Ex-Jenaer Timo Mauer aus den Augen verloren, der aus spitzem Winkel aus fünf Metern aufs Tor schoss. Keeper Raphael Koczor verhinderte die Führung der Gastgeber. Zwei Minuten später revanchierte sich Cros: Koczor war aus seinem Kasten, aber am Ball vorbei gestürmt. Cros setzte eine Grätsche an und nahm so Patrick Strauß den Ball vom Fuß, der aufs leere Tor zulief. Der Jenaer Torwart hielt in der Folge aber gut, beispielsweise beim Schuss von Mauer (18.).

Die Zeiss-Elf, die auf schnelle Konter setzen wollte, schaffte es nur selten, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien. Als Jena in der 40. Minute doch mal vorm Tor auftauchte, kam die Flanke von Cros nicht bei Timmy Thiele an.

Nun konterte RB. Zsolt Kalmár schoss von der Strafraumkante ins lange Eck – unhaltbar für Koczor. Dem zweiten folgte auch gleich das dritte Gegentor in dieser Saison. Eine Abwehraktion per Flugkopfball von Cros geriett zu kurz. Strauß schoss aus 16 Metern direkt.

Die Zeiss-Elf kam mit Bedi Buval statt Dominik Bock aus der Pause und bemühte sich um Druck nach vorn. Die Jenaer gingen zeitig auf Risiko: Doch das dritte Gegentor resultierte aus einer Unachtsamkeit des Torhüters. Koczor spielte den Ball direkt zum Gegenspieler, der auf Federico Palacios durchsteckte. Beim Klärungsversuch fiel der RB-Spieler. Der Jenaer Torwart sah trotz der Notbremse die Gelbe Karte, hielt den Strafstoß des Gefoulten, dem der Ball aber wieder vor die Füße fiel – er schob zum 3:0 ein (61.). Die Zeiss-Spieler bemühten sich zwar um Offensiv­aktionen, blieben vorm Tor aber zu harmlos.

„Ich war überrascht, wie wir uns den Schneid haben abkaufen lassen“, sagte Zimmermann und kritisierte die schwache Zweikampfquote seiner Spieler. Lobend äußerte er sich jedoch über die Fans. Mehr als 1200 Zeiss-Anhänger waren unter den 2242 Zuschauern. Sie munterten die Spieler auf. „Nach der ersten Niederlage im 14. Spiel werde ich nicht alles infrage stellen“, sagte der Trainer. „Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs darauf warten, dass die Serie zu Ende geht.“ Den Fußballer stehe nun eine ganz normale Vorbereitung aufs Spiel gegen den FC Schönberg bevor.

Was bleibt unterm Strich: Die Jenaer führen wegen der Siege der Konkurrenz die Tabelle nur noch mit fünf Zählern Vorsprung an. Nächsten Sonntag braucht es drei Punkte, um nicht die gute Ausgangsposition vor der Winterpause zu verspielen.

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