Trotz kläglich verschossenem Elfer: Bock lässt FC Carl Zeiss wieder jubeln

Der FC Carl Zeiss Jena quält sich gegen schwache Babelsberger zu einem 2:0.

Sascha Rode (links) und Julian Prochnow (rechts) können Jenas Dominik Bock (Mitte) nicht am Torschuss zum 2:0 für den FC¿Carl Zeiss hindern. Mehr Fotos: www.otz.de Foto: Tino Zippel

Sascha Rode (links) und Julian Prochnow (rechts) können Jenas Dominik Bock (Mitte) nicht am Torschuss zum 2:0 für den FC¿Carl Zeiss hindern. Mehr Fotos: www.otz.de Foto: Tino Zippel

Foto: zgt

Jena. Der FC Carl Zeiss Jena hat den ersten Heimsieg im neuen Jahr feiern können. Dank Treffer von Matthias Peßolat und Dominik Bock besiegten die Ostthüringer einen schwachen SV Babelsberg 03 mit 2:0.

Babelsberg-Trainer Cem Efe gab neidlos zu: "Der Sieg war für Jena verdient." Die Gäste aus Brandenburg hätten im Ernst-Abbe-Sportfeld nicht das umsetzen können, was sie sich vorgenommen hätten.

Andis Shala vergibt Elfmeter kläglich

Jenas Trainer Andreas Zimmermann wartete gegenüber dem 1:2 bei Hertha BSC II mit drei Veränderungen in der Startelf auf. Sturmtalent Bock durfte für Junior Torunarigha von Beginn an ran, ebenso Sören Eismann als rechter Verteidiger für Florian Giebel und Gramoz Kurtaj ersetzte in der Mittelfeldzentrale Patrick Milchraum, der während der Woche mit Fieber zu kämpfen hatte. "Es spielen immer die Spieler, die im Training den besten Eindruck hinterlassen haben", rechtfertigte Zimmermann die Umstellungen. Besonders mit dem erst 19-jährigen Bock sollte er ein glückliches Händchen beweisen.

Der eigentlich noch für die A-Junioren kickende Angreifer wurde der Spieler des Tages und er half mit, dass der FC Carl Zeiss nach schwachen Auftritten in 2014 den Bock vorerst umstieß. Das hatte Zimmermann vor der Partie gefordert.

Die Jenaer begannen engagiert, wirkten aber verunsichert. Ein erstes Achtungszeichen setzte Kurtaj, als er in der dritten Spielminute einfach mal aus zirka 22 Metern abzog. Der Ball klatschte an den Babelsberger Pfosten. Ansonsten fiel den Jenaern nicht viel ein. Viele Fehlabspiele prägten die Partie.

Als Matthias Peßolat mal wieder ein solches ablieferte, kamen auch die Filmstädter zu ihrer ersten Chance. Heiko Schwarz traf ebenfalls mit einem Distanzschuss aus 25 Metern nur den Pfosten (15.). Anschließend war wieder der FC Carl Zeiss am Zug, konnte aber nichts Überzeugendes abliefern und ließ seine Chancen meist leichtfertig liegen. So versuchte sich Tino Schmidt am Hackentrick, statt selber abzuschließen, oder Marcel Schlosser drehte lieber noch einmal ab und flankte, als den Abschluss zu suchen.

Dominik Bock machte in der 27. Minute zum ersten Mal auf sich aufmerksam, als sein Kopfball knapp am Tor vorbei flog. Die erste Halbzeit sei nicht so gut verlaufen, befand er, "aber wir hatten mehr Chancen als Babelsberg". Die blieben in den ersten 45 Minuten gegen ganz schwache Gäste aber ungenutzt.

In der Halbzeitansprache habe Trainer Zimmermann gesagt, "wir sollen den Sieg erzwingen". Und die Jenaer, in Hälfte zwei leicht verbessert, taten wie geheißen. Insbesondere Bock nahm sich die Worte des Trainers zu Herzen, donnerte in der 48. Minute den Ball vor 2906 Zuschauern nach Schlosser-Flanke an die Latte. An der Jenaer Führung zwölf Minuten später war er nicht beteiligt. Babelsberg-Keeper Marvin Gladrow, der bis dahin beste Mann seiner Mannschaft, patzte schwer, ließ einen Schlosser-Freistoß nur abklatschen, Matthias Peßolat war zur Stelle - 1:0 nach einem glücklichen Tor für den FC Carl Zeiss.

Sicherheit gab der Treffer den Jenaern nicht, aber Babelsberg war an diesem Tag keine Gefahr. So hatte auch noch Bock seinen großen Auftritt in der 67. Minute. Wieder ein Freistoß von Schlosser, wieder Unruhe im Babelsberger Strafraum. Bock blieb cool, schnappte sich die Kugel, schaute, traf zum 2:0 - die Entscheidung. "Eigentlich bin ich eher der Typ Torvorbereiter", gab er sich bescheiden. Aber wenn sich die Gelegenheit ergebe, dann könne er eben auch ein Vollstrecker sein. Dass er das öfter unter Beweis stellen kann, darauf hofft der 19-Jährige, den Trainer Andreas Zimmermann für Junior Torunarigha auswechselte.

Der Coach war natürlich mit dem Auftritt von Bock zufrieden. Angst um den Sieg musste er in den Schlussminuten nicht mehr haben. Auch wenn Andis Shala mit einem kläglichen geschossenen Elfmeter an Gladrow scheiterte (77.). Babelsberg ließ selbst klarste Chancen aus. Als Daniel Becker selbst schon Zeiss-Keeper Tino Berbig ausgespielt hatte, brachte er es fertig, den Ball am leeren Tor vorbei zu schießen (71.).

Zimmermann war froh, dass seine Mannschaft sich endlich wieder "mit Punkten und Toren belohnt hat". Diese Woche soll bei Lok Leipzig der nächste Schritt aus der Krise folgen.

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