Sechs Tage FC Bayern München hautnah: Stefan Strauß aus Schleiz begleitete Rekordmeister

Doha.  Als einer von 25 Fans begleitete Stefan Strauß die Bayern ins Trainingslager nach Doha. Zum Schluss begrüßte ihn Thomas Müller per Handschlag. Ein Blick hinter die Kulissen.

Der Schleizer Stefan Strauß, umrahmt von Manuel Neuer (l.) und Thomas Müller, begleitete als einer von 25 Fans, den FC Bayern München in das Wintertrainingslager ins katarische Doha.

Der Schleizer Stefan Strauß, umrahmt von Manuel Neuer (l.) und Thomas Müller, begleitete als einer von 25 Fans, den FC Bayern München in das Wintertrainingslager ins katarische Doha.

Foto: Stefan Strauß / privat

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Sein Herz schlägt Gelb und Blau. Seit 25 Jahren ist Stefan Strauß aktives Mitglied im LSV 49 Oettersdorf. Der 30-Jährige schnürte sich von Kindesbeinen an die Fußballschuhe für die 49-er und übernahm vor vier Jahren die Verantwortung, den Landsportverein als Vorsitzender zu führen. Geht es allerdings um überregionalen Fußball, nimmt Stefan Strauß einen auffälligen Farbenwechsel vor. Dann dominieren Rot und Weiß: Stefan Strauß ist ein eingeschworener Fan des FC Bayern München. Für den Schleizer bot sich nun die einmalige Gelegenheit, dem Wintertrainingslager des deutschen Rekordmeisters in der katarischen Hauptstadt Doha für sechs Tage beizuwohnen.

Wie bekommt man die Möglichkeit mit dem FC Bayern nach Katar zu reisen?

Zusammen mit meinem guten Freund Jan Hollmann habe ich mittlerweile über 300 Spiele des FC Bayern gesehen. Darunter auch drei Champions League Finals. Wir sind in schöner Regelmäßigkeit in ganz Europa auf Tour. Da bleibt es natürlich auch nicht aus, dass man sich in der Bayern-Fanszene kennt und schätzen lernt. Außerdem pflegt man enge Kontakte zur Fanbetreuung des Vereins. Diese Umstände haben mir diese spezielle Möglichkeit eröffnet. Ich war einer von 25 Fans, die die Mannschaft direkt begleiten durften.

Wie darf man sich den Reiseablauf vorstellen?

Mit einer Sondermaschine ging es zusammen mit der Mannschaft, dem Betreuerstab und zahlreichen Pressevertretern von München nach Doha und sechs Tage später auch wieder zurück. Dann allerdings nach Nürnberg. Um die Unterkunft musste sich jeder Fan im Vorfeld selbst bemühen. In meinen Fall checkte ich in einem Nachbarhotel ein, denn das eigentliche Mannschaftshotel war finanziell nur schwer realisierbar. Wir Fans waren im Besitz von einer Zugangsberechtigung, die es uns erlaubte sämtliche öffentliche Trainingseinheiten am Morgen zu verfolgen. Am Nachmittag wurden die Übungseinheiten ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Den hatten wir quasi zur freien Verfügung.

Langeweile keimte da sicher nie auf?

Wohl kaum. Ein Teil der mitgereisten Fans versuchten sich als Groundhopper und statteten Spiele der zweiten katarischen Liga einen Besuch ab. Andere verschlug es zum parallel stattfindenden ATP Tennisturnier. Ich pflegte, es etwas ruhiger angehen zu lassen und habe vor Ort andere europäische Mannschaften beobachtet. Das schwedische Nationalteam, den PSV Eindhoven, Ajax Amsterdam und der FC Brügge waren zur selben Zeit dort aufgeschlagen. Außerdem stand ich beim freundschaftlichen Vergleich mit dem katarischen FC Bayern Fanclub „Red Falcons Doha“ selbst auf dem Platz. Christian Früchtl, der dritte Torwart der Bayern, verfolgte dieses Spiel die ersten zehn Minuten. Dann hat er sich, sicher unserer fußballerischen Bescheidenheit geschuldet, wieder heimlich verdrückt.

Wie war es um den Kontakt mit der Mannschaft des FC Bayern gestellt? War das Team hermetisch abgeriegelt?

Das nicht. Natürlich hatten die Jungs einen straffen Zeitplan. Aber wir hatten Zugang zum Teamhotel und zwischen den einzelnen Terminen konnte man durchaus mit den Spielern ins Gespräch kommen. Autogrammwünsche oder Selfies wurden klaglos gewährt. Am letzten Tag kannten die Spieler einen ja auch schon. Thomas Müller begrüßte mich dann mit Handschlag.

Was stellte sich für Sie als ein einprägender Moment heraus?

Die ganze Reise war zu jedem Moment phänomenal. Aber riesigen Eindruck hinterließ ein längeres persönliches Gespräch mit Hermann Gerland. Der Co-Trainer der Bayern kam in der Hotellobby auf mich zu und stellte mir mehr Fragen, als ich ihm. Wir plauderten über Gott und die Welt. Auch als sehr sympathisch empfand ich Cheftrainer Hansi Flick, der mit seiner nahbaren Art imponierte.

Und der Antrittsbesuch von Oliver Kahn, der erstmals in seiner Funktion als Vorstandsmitglied die Mannschaft besuchte, werte ich als ein besonderes Highlight. Die Einheimischen flippten bei seinem Erscheinen förmlich aus. Statt der Mannschaft galt dem „Titan“ plötzlich die gesamte Aufmerksamkeit.

Die Reise nach Doha können Sie spätestens jetzt nicht mehr verheimlichen. Aber bereits letzte Woche waren Sie ein gefragter Interviewpartner von diversen TV-Stationen, wie man bereits im Fernsehen hat verfolgen können. Wie kam es dazu?

Die mitgereisten Journalisten waren immer auf der Suche nach einem Gesprächspartner. Und dabei kamen auch die Fans zu Wort. So landete ich vor der Kamera von Sky Sport News HD und der ARD. Aber bereits bei der Anreise schaffte es ein Foto von mir zusammen mit Thomas Müller und Manuel Neuer in die Bild-Zeitung und in die Münchner Abendzeitung.

In zwei Jahren findet in Katar die nicht ganz unumstrittene Fußballweltmeisterschaft statt. Welchen Eindruck haben Sie von dem Gastgeberland gewinnen können?

Ganz Doha ist momentan eine einzige Baustelle, was beeindruckend ist. Aber alles dient dem vornehmlichen Zweck der Infrastrukturerweiterung für diese WM. Ich hatte das Glück und habe ein Vorbereitungsspiel zwischen Ajax Amsterdam und dem belgischen Erstligisten KAS Eupen in einem solchen neugebauten Fußballtempel verfolgen können. Jeder einzelne Sitz verfügt da über eine separate Belüftung. Mein Taxifahrer äußerte aber seine sicher berechtigten Bedenken, über eine sinnvolle Nachnutzung der ganzen Bauwerke nach der Weltmeisterschaft.

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