Geschlossene Gesellschaft: FF USV-Versammlung geriet zur Farce

Die außerordentliche Mitgliederversammlung des FF USV Jena geriet am Dienstagabend zur Farce. Der Verein sah sich nicht imstande, die Vorgänge im Verein neben den Mitgliedern auch der Öffentlichkeit mitzuteilen.

Präsident Dr. Ralf Schmidt-Röh (links), Bärbel Friedel und Manager Prof. Werner Riebel diskutieren über die Zukunft des Vereins. Foto: Peter Poser

Präsident Dr. Ralf Schmidt-Röh (links), Bärbel Friedel und Manager Prof. Werner Riebel diskutieren über die Zukunft des Vereins. Foto: Peter Poser

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Jena. Trotz nicht Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung – OTZ berichtete – beschloss sie dennoch zwei Dinge: einmal, die Veranstaltung durchzuführen und das zum Zweiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu tun. Der FF USV Jena bleibt damit weiterhin öffentlich die Ablegung der Rechenschaft schuldig und gibt zudem Anlass zu vermuten, dass hinter den Kulissen des Vereins tatsächlich Einiges verkehrt laufen muss.

In den letzten Wochen hatte es im Vereinsumfeld immer wieder geheißen, dass einzelne Vorstandsmitglieder nicht im Sinne des Vereins, sondern nur, um sich selbst zu profilieren gewirtschaftet hätten – umso bitterer ist der Beigeschmack, dass man sich nicht imstande sah, öffentlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Neben Vorstandsmitgliedern, Verantwortlichen und den drei Mannschaften war auch Ex-Geschäftsführer Markus Etzel anwesend. Gemeinsam mit der Mannschaft hatte er vom Vorstand per Unterschriftenliste die außerordentliche Versammlung eingefordert und war tags darauf vom FF USV gekündigt worden. In dem Schreiben hatten insgesamt 57 Vereinsmitglieder eingefordert, dass die abgelaufene Bundesliga-Saison ausgewertet werden müsse. Sie sähen die Zukunft des Vereins in Gefahr und forderten die einzelnen Vorstandsmitglieder auf, über ihre Arbeit Rechenschaft abzulegen, zitierte Vorstandschef Dr. Ralf Schmidt-Röh aus dem Schreiben vom 16. März. Forderungen eines geschlossenen Rücktritts des Vorstands, die zuvor im Vereinsumfeld laut geworden waren, entgegnete er wie folgt: "Der Vorstand hat sich mit dieser Möglichkeit getragen, ist aber zu dem Schluss gekommen, dass dies noch ein größeres Chaos im Verein hervorgerufen hätte."

Vor Ausschluss der Presse hatte Vorstand Liane Hartung noch erklärt, dass es keine Rolle spiele, ob die Versammlung nun beschlussfähig sei oder nicht. "Wir wollen lediglich Informationen ausgeben. Es sind keine Beschlüsse geplant oder in der Tagesordnung vorgesehen. Es geht nicht um eine Entlastung des Vorstandes." Am Ende blieb man beides schuldig.

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