Der heimliche Neuzugang der HSG Oppurg/Krölpa

Pößneck  Aus der Not heraus kehrt Fiete Bauer für die Handballer aus Oppurg und Krölpa auf die Platte zurück und führt sein Team mit einer starken Leistung zum Heimsieg

Griechisch-Römisch am Sechs-Meter-Kreis: Fiete Bauer (blau) von der HSG Oppurg/Krölpa wird von Micki Schwarz (links) und Andre Stegmann in die Zange genommen. Der HSG-Trainer avancierte in der zweiten Halbzeit zum Matchwinner für die Hausherren.

Griechisch-Römisch am Sechs-Meter-Kreis: Fiete Bauer (blau) von der HSG Oppurg/Krölpa wird von Micki Schwarz (links) und Andre Stegmann in die Zange genommen. Der HSG-Trainer avancierte in der zweiten Halbzeit zum Matchwinner für die Hausherren.

Foto: Alexander Hebenstreit

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

HSG Oppurg/Krölpa – SV Großschwabh.26:23 (11:15)

Dass die HSG Oppurg/Krölpa zum Ligaauftakt trotz Vier-Tore-Rückstand zur Halbzeit noch einen sicheren Sieg feierte, lag nicht zuletzt an einem: Trainer Fiete Bauer. Und das nicht unbedingt, weil er seinem Team die richtigen personellen und taktischen Vorgaben mit auf den Weg gab, sondern vor allem daran, dass er nach zwei Jahren Abstinenz ein bärenstarkes Comeback auf der Platte gab.

Mangels Alternativen eigentlich nur als Notnagel mit im Kader, betrat er wegen einer Handverletzung von Torgarant Patrick Escher zum Ende des ersten Durchgangs die Platte und lebte sich prompt mit einer Zwei-Minuten-Strafe ein. Doch was er dann nach Wiederanpfiff bot, war großes Kino: Zunächst eröffnete er mit dem Tor zum 12:15 die Aufholjagd, scheiterte beim nächsten Angriff am Pfosten und ließ dann sein nächstes Tor zum 13:16 folgen.

Inzwischen war auch Escher trotz Schmerzen zurück im Spiel, doch weil es einmal so gut lief, blieb Bauer die komplette zweite Hälfte auf der Platte – fast jedenfalls. Doch seine zweite Zeitstrafe 29 Sekunden vor dem Abpfiff konnte er angesichts der Drei-Tore-Führung, die er kurz zuvor selbst mit dem Treffer zum 26:23-Endstand besorgte, mit einem Lächeln akzeptieren.

Die HSG erwischte an sich einen Start nach Maß, ging bis zum 8:7 stets in Führung doch nach einer Viertelstunde wendete sich das Blatt, die Fortuna aus Großschwabhausen behauptete bis zur Pause ihre Führung. Danach stand jedoch ein anderes Gastgeber-Team auf dem Feld, dass sich nach zehn Minuten erfolgreich herangekämpft hatte. In der Sekunde, in der Elias Könitzer den 18:18-Ausgleich besorgte, nahmen die Gäste eine Auszeit. Es folgte eine Phase in der auf beiden Seiten für mehr als fünf Minute gar keine Tore fielen, ehe Danny Schauerhammer nach einer weiteren Auszeit – dieses Mal seitens der Gastgeber – den Bann mit dem Führungstreffer durchbrach und die Halle zum Toben brachte. Die Gäste hielten bis zum 22:22 mit, doch da Frank Weigold im HSG-Tor ebenfalls zu Hochform auflief und in den letzten zehn Minuten nur noch zweimal hinter sich greifen musste, waren es die Gastgeber, die am Ende jubeln durften.

Auf die Frage, ob er fortan nicht mehr als Trainer sondern als Spielertrainer anzusprechen sei, antwortete Matchwinner Bauer, „dass wir schauen müssen, wie die Verletztenliste aussieht. Ich werde mich auf jeden Fall immer mit auf die Spielerliste schreiben, aber nur im Notfall spielen. Allerdings denke ich, dass es wohl öfters vorkommen wird.“ Wegen eines Kreuzbandrisses, den er mangels Zeit noch immer nicht operieren lassen konnte, war der 23-Jährige die vergangenen zwei Jahre gar nicht mehr aktiv und übernahm daraufhin vor der vergangenen Saison die Rolle des Trainers bei der HSG Oppurg/Krölpa.

Das lädierte Knie machte auch noch zwei Tage nach dem Spiel deutlich, dass die Einsätze besser wirklich nur auf Notfälle beschränkt bleiben sollten. Da Tim Bergmann wohl weiter ausfallen wird, könnte der nächste Notfall für die HSG jedoch gar nicht mehr so lange auf sich warten lassen.

HSG: Danny Schauerhammer (2 Tore), Patrick Herzog (3), Peter Jobst, Robert Tietz (3), Riccardo Schuster, Patrick Escher (7), Tobias Hofmann (1), Elias Könitzer (4), Marcel Ehrhardt, Thomas Bergner (1), Frank Weigold, Fiete Bauer (5).

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren