HBV Jena: Endspiel in der Heimat

Freiberg/Jena.  Seit Anfang November fiebert Ben Horna dem heutigen Termin entgegen.

Ben Horna (links) und Kevin Elsässer treffen heute in Freiberg auf ihren ehemaligen Verein.

Ben Horna (links) und Kevin Elsässer treffen heute in Freiberg auf ihren ehemaligen Verein.

Foto: Marcus Schulze / OTZ

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Seit Anfang November fiebert Ben Horna dem heutigen Termin entgegen. Hie und da heißt es sogar, dass der HBV-Torwart seine Mitspieler schon ein wenig genervt habe, denn angeblich habe er sie in hartnäckiger Regelmäßigkeit daran erinnert, dass der HBV Jena 90 am 7. Dezember nach Freiberg reisen muss, um sich in der Mitteldeutschen Oberliga mit der dortigen HSG zu messen. Dass sich nun Ben Horna, der seit dieser Saison in den Diensten der „Gang von der Saale“ steht, besagtes Spiel in seinem Handball-Kalender rot angestrichen hat, ist dem Umstand geschuldet, dass Freiberg seine Heimatstadt ist, er bei den Dachsen einst sein Handball-Einmaleins erlernte. Kurzum: Das noch recht frische Gangmitglied, das derzeit ein Freies Soziales Jahr beim HBV absolviert, wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

„Ich habe schon vor der Saison bei den Ansetzungen nachgeschaut, um zu wissen, wann wir gegen Freiberg spielen“, berichtet Horna. Natürlich werde es sich im ersten Moment komisch anfühlen, wenn er anstelle des gewohnten Weges in der Halle zur Gästekabine aufbrechen werde, scherzt der Keeper, der schon am Donnerstag gen Heimat aufbrach. Gerade in der Weihnachtszeit würde die Kleinstadt mit der großen Bergbautradition einen heimeligen und warmen Charme besitzen. Weihnachtsmarkt und so. Seine Familie werde heute natürlich auch zugegen sein sowie gefühlt einhundert weitere Menschen, die er aus seinen Jugendtagen bei der HSG noch kennt. Zwischen 500 und 600 Zuschauer wohnen den Partien der HSG Freiberg, die derzeit auf Platz sechs der Tabelle rangiert, bei.

Doch Horna ist nicht der Einzige in den Reihen von Trainer Pierre Liebelt-Passarge, der in seinem Handballer-Leben schon einmal für die HSG Freiberg auflief. Auch Kevin Elsässer spielte bis zur Saison 2017/18 für die Dachse. „Als wir in der vergangenen Saison erstmals auf Freiberg trafen, war das schon etwas Besonderes. Dieses Jahr fühlt es sich nicht mehr ganz so krass an, doch der Kontakt ist nicht abgebrochen. Ich kenne auch noch all die Leute“, sagt Elsässer, der viele Jahre mit dem älteren Bruder von Ben Horna im Erzgebirge spielte.

Elsässer und auch Horna betonen beide, dass Handball in der Bergbaustadt die Sportart Nummer eins ist, einen ganz anderen Stellenwert genießen würde als in Jena. Insbesondere in der Fan-Kultur würde sich das widerspiegeln. „In Freiberg hast du Fans, keine Zuschauer“, sagt Elsässer. Das gesamte Drumherum samt dem traditionellen Steigerlied sei zweifelsohne etwas Besonderes. Doch während der eigentlichen Partie spiele das für ihn – Vergangenheit hin, Vergangenheit her – keine Rolle, betont der 24-Jährige. „Dann geht es nur um Punkte“, sagt der energische Linksaußen, der mit seiner Familie während seiner Jugendzeit von Stadtroda nach Freiberg zog.

Elsässer, dessen Frau aus Freiberg stammt, erwartet ein hartes Spiel. Horna pflichtet ihm diesbezüglich bei, denn naturgemäß würden die HSG-Fans in den heimischen Gefilden ihr Team gnadenlos nach vorn peitschen. Eine schwere Aufgabe liege da in Sachsen vor ihnen, die durch die generell kritische Situation, in welcher sich der HBV als Tabellenschlusslicht derzeit befindet, nicht gerade erleichtert werde, sagt Elsässer. „Ab jetzt ist jedes Spiel für uns ein Endspiel.“

Apropos Vergangenheit. In der Saison 2017/18, als Kevin Elsässer zum HBV in die Thüringenliga wechselte, statten ihm gut zwei Dutzend HSG-Fans einen Besuch ab und wohnten einer Partie des HBV Jena bei – und zwar lautstark.

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