Jenas HBV-Manager Casanova: „Pause ist Gift für unseren Sport“

Jena.  Bis Dezember ruht der Spielbetrieb für die Handballer des HBV Jena 90 in der Oberliga

HBV-Manager Sergio Casanova glaubt nicht daran, dass er im Januar in der Mitteldeutschen Oberliga weitergehen wird.

HBV-Manager Sergio Casanova glaubt nicht daran, dass er im Januar in der Mitteldeutschen Oberliga weitergehen wird.

Foto: Peter Poser

Er habe Bauchangst. Sergio Casanova macht nach seiner Aussage eine kurze Pause und merkt, dass mit dem Wort etwas nicht stimmt. Der Manager des HBV Jena korrigiert sich umgehend. „Bauchschmerzen. Ich habe Bauchschmerzen“, sagt Sergio Casanova.

Dass Casanova über jenes zwickende und unruhige Gefühl in der Magengegend klagt, ist natürlich der derzeitigen Situation in der Mitteldeutschen Oberliga geschuldet, schließlich ruht der Ligabetrieb fürs Erste bis Ende Dezember.

„Es sind gerade schwierige Zeiten. Seit November haben wir nicht mehr trainiert“, sagt der 43-Jährige. Doch der Manager gibt sich umsichtig. Man könne es nun einmal nicht ändern. Da müsse man jetzt einfach durch.

Nichtsdestotrotz, auch Casanova hadert mit der Gesamtsituation. „Das ist Gift für unseren Sport, für unsere GmbH und auch die Sponsoren.“

Training wird überwacht

Er mache sich jedoch auch Gedanken um seine Spieler, fürchte um deren Kondition und auch Athletik während der Zwangspause. Natürlich hätten die Handballer der 1. Männer-Mannschaft von Trainer Svajunas Kairis Trainingspläne mitbekommen, über deren Einhaltung der HBV-Coach mit strengem Auge wachen würde, berichtet Casanova. Fast täglich müssten die Handballer von der Saale ihren Trainer über den Stand der Dinge informieren.

„Sie haben ja die Möglichkeit, sich fit zu halten. Es ist jedoch schade, dass kein Fitnessstudio geöffnet hat. Da könnten sie auch etwas Krafttraining machen.“

Doch der Manager denkt weiter. „Je länger die Pause andauern wird, desto länger werden wir auch für unsere Vorbereitung benötigen“, gibt Casanova zu bedenken. Zwei Monate ohne kollektives Training mit dem kleinen, klebrigen Leder seien noch verkraftbar. Dies könnte binnen ein paar Wochen problemlos kompensiert werden. Doch sollte die Unterbrechung von längerer Natur sein, müsse auch die Vorbereitung dahingehend angepasst werden. „Das ist zurzeit alles sehr schwer vorhersehbar. Alles lässt sich nur ganz schlecht planen“, moniert der gebürtige Spanier. Bauchschmerzen und so.

Auf Gehalt verzichtet

Die Spieler aus der 1. Mannschaft wiederum, die allesamt bei der HBV Spielbetriebs GmbH angestellt sind, haben laut Casanova im November auf einen Teil ihrer Gehälter verzichtet. Kurzarbeit steht jedoch beim HBV Jena nicht zur Debatte, da es sich bei den Verträgen um Minijobs handeln würde, bei denen die Kurzarbeit-Mechanismen nicht greifen.

„Wir haben uns in Gesprächen mit ihnen auf einen Teilverzicht für den November geeinigt – ansonsten wären wir wohl nicht überlebensfähig“, sagt Casanova.

Die Protagonisten von der „Gang von der Saale“ würden indes Verständnis für das Handeln seitens der GmbH aufbringen – ein Umstand, den der Manager sehr zu schätzen weiß. „Sie wollen ihren Teil beitragen, damit wir überleben. Das finde ich super.“

Er verweist jedoch auch darauf, dass er für den Dezember und womöglich auch darüber hinaus wohl erneut mit seinen Spielern verhandeln müsse. „Ich glaube nicht, dass die Liga im Januar schon wieder beginnt. Ich hoffe es zwar, denn hoffen kann man ja immer, doch es ist sehr unwahrscheinlich“, sagt Sergio Casanova.

Ja, am liebsten würde er sich mit diesem leidigen Thema gar nicht befassen wollen, räumt der Manager mit vernehmbarem Pessimismus ein. Klingt irgendwie nach Bauchschmerzen.