Jenas VSV-Coach Christian Schumann paukt für die A-Lizenz

Jena.  Die 3. Volleyball-Liga pausiert vorerst bis Januar. VSV-Trainer Christian Schumann nutzt den Lockdown indes für seine A-Lizenz

VSV-Trainer Christian Schumann.

VSV-Trainer Christian Schumann.

Foto: Peter Poser

Mit dem Lockdown in Sachen Mannschaftssport hadert Christian Schumann derzeit nur bedingt. Er hat auch so genug um die Ohren. Dass dem so ist, ist in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass der Trainer des VSV Jena Anfang November eine Stelle als Lehrer an der Berufsschule in Jena-Göschwitz antrat. Entsprechend vollgepackt sind derzeitig seine Tage. „Es ist gerade eine richtig interessante Zeit für mich“, sagt Schuman, der Deutsch und Geschichte unterrichtet.

Doch damit keine Missverständnisse entstehen, Schumann ist immer noch mit Leib und Seele Volleyball-Trainer – auch wenn die 3. Liga für den Rest des Jahres 2020 pausiert. In jener Phase, die die noch ausstehende Hinrunde umfasst, fallen für die Jenaer sieben Partien. Im Januar soll indes der Ligabetrieb wieder beginnen. Damit es bei den Vereinen jedoch erst gar nicht zu Engpässen kommt, hat sich der Verband darauf geeinigt, das es keine Rückrunde geben wird. Allein die zwölf Begegnungen der Hinrunde sollen über die Meisterschaft entscheiden. „Ich finde die Idee vernünftig, zumal sie den Druck von den Spielern nimmt. Man kann ja die verbleibende Zeit dann noch mit Freundschaftsspielen und Turnieren füllen“, sagt Schumann.

Die letzte Begegnung bestritt das Team von Christian Schumann indes am 24. Oktober in Unterfranken, als die Mannschaft im Tie-Break gegen Gastgeber TSV Eibelstadt unterlag. Seit jener letzten Begegnung rangieren die Volleyballer von der Saale auf Tabellenplatz zwei der 3. Liga, konnten von fünf Partien drei für sich entscheiden.

Das Buddy-Prinzip

Die Volleyballer des VSV Jena müssen sich nun wie alle Mannschaftssportler im Amateurbereich vorerst mit Athletik-, Kraft- und Ausdauerübungen begnügen. Bei den VSV-Männern setzt man dabei auf das Buddy-Prinzip: immer zwei Spieler sollen für die Pause eine dauerhafte Trainingseinheit bilden. Es würde sogar eine so genannte Buddy-Liste geben, wie Schumann mit einem Augenzwinkern berichtet. „Sie sollen mindestens zweimal in der Woche etwas machen, damit sie den Fitnessstand halten. Zu zweit kann man sich ja auch etwa einfacher motivieren“, sagt der Trainer.

Doch natürlich gibt es laut Schumann auch bei den Volleyballern den einen oder der anderen Einzelkämpfer, der im Alleingang seine Fitness konserviert. Gleich ob Buddy-Duo oder solitär, alle müssen ihre Hausaufgaben in Sachen Sport an den Trainer weiterleiten – erinnert ein wenig an Hausaufgaben.

Apropos Hausaufgaben. Christian Schumann hat derzeit nicht nur in Sachen Unterrichtsvorbereitung alle Hände voll zu tun, schließlich macht er auch noch seinen A-Trainer-Schein – und dafür muss er auch eine Hausarbeit schreiben.

„Da muss ich ehrlich sagen, dass mir der Lockdown gerade etwas in die Karten spielt. Ein neuer Job, dreimal pro Woche Training und am Wochenende ein Spiel wäre wohl schon etwas stressig geworden. Ich habe ja schon so kaum Zeit für die Hausarbeit für meinen Trainerschein gefunden“, sagt der 30-Jährige. Ja, etwas Entschleunigung könne da durchaus nicht schaden – zumindest auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite vermisst Schumann natürlich das Miteinander, die Gemeinschaft und auch das Unterwegssein im Namen des Volleyballs. „Ich finde die Maßnahmen aber gut. Wenn ich allein daran denke, dass wir beengt in der Kabine hocken oder zu acht im Bus unterwegs sind, ergibt das für mich Sinn – gerade bei den Sportvereinen“, sagt Schumann.

Und der VSV-Trainer will nicht ausschließen, dass der jetzige Zustand noch länger anhalten wird. Er kann sich nicht ausmalen, dass es im Januar in der Liga wieder losgehen wird. „Ich wünsche es mir, doch ich glaube nicht wirklich daran.“