Jenas VSV-Volleyballerinnen mit Workout per Videokonferenz

Jena.  VSV-Trainer David Nitschke hatte vor dem Lockdown Platz zwei in der Regionalliga mit seinen Spielerinnen inne – wie im März

VSV-Coach David Nitschke

VSV-Coach David Nitschke

Foto: Peter Poser

Es sei ein Déjà-vu. Wenn man David Nitschke nach dem erneuten Lockdown fragt, greift er auf jenes klingende französische Wort zurück, das eine Sinnestäuschung beschreibt. Eine Person glaubt, ein aktuelles Ereignis schon einmal erlebt zu haben. „Es ist wie im März, da lief es auch ganz gut für uns“, sagt Nitschke, der vor dem ersten Lockdown mit den Volleyball-Damen des VSV Jena Platz zwei in der Regionalliga innehatte. Man liebäugelte sogar mit dem Aufstieg.

Zehn Monate später kommt das Szenario für Nitschke tatsächlich in der gleichen Gestalt daher: Lockdown, Platz zwei in der Liga und der Traum vom Aufstieg. Ergo: Déjà-vu.

Die letzte Partie indes, die die Damen des VSV Jena noch absolvieren konnten, war Ende Oktober. In der Regionalliga gastierten sie beim SSV Fortschritt Lichtenstein und gewannen nach Sätzen 3:1.

„Das war eigentlich ein recht souveräner Auftritt von uns“, resümiert der VSV-Trainer. Eigentlich, wenn da nicht eben dieser eine Katastrophen-Satz gewesen wäre, führt der Coach weiter aus. „Doch den hatten wir ja bis jetzt in jedem Spiel.“ Noch so ein Déjà-vu.

Nichtsdestotrotz, von insgesamt sechs Partien konnten seine Volleyballerinnen fünf für sich entscheiden. Lediglich die L.E. Volleys sind noch erfolgreicher in die Saison 2020/21 gestartet und thronen ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Und dennoch ist David Nitschke nicht gänzlich zufrieden mit dem Abschneiden seines Teams. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir schon etwas mehr erhofft. Auf dem Papier sind wir besser besetzt als in der Saison zuvor – und dennoch tun wir uns ganz schön schwer“, sagt der Trainer. Doch mit seinem nächsten Atemzug verweist Nitschke auch auf den Umstand, dass er nur bei einer Begegnung auf alle seine Spielerinnen zurückgreifen konnte. So musste er beispielsweise zum Anfang der Saison auf Zugang Nele Pilz (Diagonalangreiferin) verzichten, die sich am Fuß verletzt hatte.

In der Zwangspause nun stehen natürlich auch bei den VSV-Damen alle Zeichen auf Athletik. „Mehr geht ja gerade nicht“, sagt Nitschke. Per Videokonferenz und unter Anleitung von Libera Tabea Bauer würden mehrmals in der Woche sich bis zu zehn Volleyballerinnen vor den heimischen Bildschirmen treffen, um mit Workouts nun jene Tage und Wochen zu überbrücken, in denen der eigentliche Volleyball in weite Ferne gerückt ist. Natürlich schaltet sich auch der Trainer bei den schweißtreibenden Übungen dazu, nimmt aber nur bedingt daran teil. „Ich achte eher darauf, dass sie auch alle ordentlich mitziehen“, sagt Nitschke und muss lachen.

Ernster klingt der Trainer indes, wenn man ihn nach der Fortsetzung des Spielbetriebs fragt: „Ich glaube nicht, dass es im Dezember weitergehen wird.“