Jörg Böckel gibt Traineramt ab

Ehrenhain.  Im neuen Jahr übernimmt Mirko Hofmann den Fußball-Thüringenligisten SV 1879 Ehrenhain

Coach Jörg Böckel sieht aktuell keinen Weg, um den Verein aus dem Abstiegskampf in der Thüringenliga zu führen.

Coach Jörg Böckel sieht aktuell keinen Weg, um den Verein aus dem Abstiegskampf in der Thüringenliga zu führen.

Foto: Jens Lohse

Die neuerliche Coronapause bringt personelle Änderungen beim SV 1879 Ehrenhain. Cheftrainer Jörg Böckel bat den Vorstand, ihn von seinen Verpflichtungen für den Verein zu entbinden.

In einem gemeinsamen Gespräch in kleiner Runde verständigte sich der Verein mit Jörg Böckel für die Entbindung vom Traineramt per 31. Dezember. „Die letzten Wochen und Monate haben mich vor allem emotional sehr beansprucht, ich fühle mich sich ausgepowert. Gerne würde ich das Amt des Trainers der ersten Mannschaft des SV 1879 Ehrenhain in neue frische Hände geben“, erklärt der 38-Jährige, der als Aktiver mit dem FSV Zwickau in der 3. Liga spielte, seinen Schritt.

Motivationsprobleme

Böckel sieht vor allem die Gefahr, die Mannschaft für die kommenden schweren Aufgaben im Abstiegskampf nicht mehr motivieren zu können. Dabei können Vorstand und Trainer Jörg Böckel auf eine sehr erfolgreiche gemeinsame Zeit zurückblicken.

Man besann sich sehr schnell auf die erfolgreichen letzten zweieinhalb Jahre in denen er und seine Mannschaft als kleines „gallisches Dorf“ für Furore, in der höchsten Klasse Thüringens, der Verbandsliga, sorgten. Leider wurde die erfolgreichste Saison des SV Ehrenhain wegen der Covid-19 Pandemie abgebrochen. Der Verein konnte das ausgezeichnete Zwischenergebnis als Zweiter nicht vergolden und mit Fahner Höhe um die Fußballkrone Thüringens streiten. Im Landespokal scheiterte Jörg Böckel mit seiner Elf erst am grünen Tisch im Halbfinale gegen Martinroda.

Seit März 2020 waren kaum noch Planungen für Trainings- und Spielbetrieb für die Vereine möglich, weil der TFV notwendige Entscheidungen bis in den Juli hinauszog. Diese Zwangspause tat auch dem SV 1879 Ehrenhain nicht gut. Spieler und Trainerteam waren verunsichert, der Gesundheitsschutz stand im Vordergrund – Fußball war nicht mal mehr Nebensache. Dazu kam, dass in Sachsen schon frühzeitig vor dem 30. Juni alles geregelt war, und es Kicker des SVE wegen der örtlichen Nähe dorthin zog. Manche Spieler folgten zudem dem immer größer werden Lockruf des Geldes und schlossen sich deswegen potenteren Vereinen an. Trotz des kleiner gewordenen Kaders zeigte man beim SV Ehrenhain Ent- und Geschlossenheit und ging auch die siebte Saison in der Verbandsliga mit Mut an.

Dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde, darüber waren sich alle bewusst. Nach den bisherigen Spielen der Saison 2020/21 rangiert Ehrenhain bei einem Spiel Rückstand auf dem letzten Tabellenplatz. Dennoch waren die Ehrenhainer in den bisher stattgefundenen Spielen zumeist nicht schlechter als der Gegner.

Der SVE schaffte es jedoch nicht, wie in der letzten Serie, hinten sicher zu stehen und vorne die sich bietenden Möglichkeiten konsequent zu nutzen. Den ausgebliebenen sportlichen Erfolg in 2020/21 sieht Jörg Böckel als große Gefahr für den Verein. In der Analyse kam man überein, über neue Impulse nachzudenken und zu suchen. Dabei hätte der scheidende Trainer auf jeden Fall weitergemacht, wenn keine andere Lösung gefunden worden wäre. Dabei legte der Vorstand dem Mannschaftsrat und wichtigen Vereinsmitgliedern die Situation dar, mit dem Ergebnis, etwas ändern zu müssen.

Mirko Hofmann sagt schnell zu

Gesucht und gefunden wurde ein Nachfolger, welcher der Mannschaft neue Impulse verleihen kann, keinen weiten Arbeitsweg besitzt und nah am Team ist, so wie es Jörg Böckel bisher war. Mit Mirko Hofmann wurde ein Mann gefunden, der auch schon vor ein paar Jahren die Mannschaft leitete, und welcher aktuell nach seiner Zeit als Coach in Rositz im DFB-Stützpunkt Altenburg als Trainer arbeitete. Er war daher sofort angetan vom angebotenen Projekt und sagte postwendend am Tag nach dem Gespräch zu. Verein und Nachfolger seien sich nach dem ersten Kontakt einig, dass die Situation ernst ist, aber keineswegs aussichtslos für Mannschaft sei.

Um vom letzten Tabellenplatz wegzukommen, bedürfe es viel Aufwand und der Einheit aller. Gemeinsam mit Jörg Böckel werde nun die Zeit bis Ende Dezember zur Übergabe genutzt. Jörg Böckel wird weiterhin Mitglied beim SV Ehrenhain bleiben und, wenn er gebraucht wird, helfen.

Mirko Hofmann sieht jetzt seine Aufgabe darin, schnell den Kontakt zu allen Spielern herzustellen und konkret absprechen, auf welchem Weg Anfang Januar eine top fitte Mannschaft auf dem Platz steht.

„Der Vorstand dankt Jörg Böckel für seine hervorragende Arbeit für den Verein und wünscht unserem neuen Trainer Mirko Hofmann einen guten Start“, heißt es abschließend in der Mitteilung.