Kleingruppen-Training beim FC Carl Zeiss Jena: Einstieg nach zehn Wochen Pause

Jena.  Die Einheiten finden unter strengen Auflagen statt. Teamchef René Klingbeil muss bei der Arbeit mit den Spielern viel Zeit investieren und improvisieren.

Der FC Carl Zeiss Jena steigt mit seiner Drittligamannschaft wieder ins Kleingruppentraining ein. Am Montag erwartet Teamchef René Klingbeil die Spieler im Ernst-Abbe-Sportfeld. Die ersten gemeinsamen Einheiten seit dem 13. März, als wegen der Corona-Pandemie der Trainingsbetrieb gestoppt werden musste, finden aber unter besonderen Auflagen statt.

„Seit Freitag liegt uns die Bestätigung vor, dass wir ab sofort ebenfalls in Kleingruppen unter Einhaltung des Mindestabstands trainieren können“, sagt der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena, Chris Förster. „Somit können wir nun am Montag als letzte Mannschaft ins Kleingruppentraining einsteigen.“

Mindestabstand muss eingehalten werden

Entscheidend ist die Formulierung unter Einhaltung des Mindestabstandes. Heißt: Die Spieler dürfen sich nicht näher als 1,50 Meter kommen, was viele Trainingsformen ausschließt. Maximal dürfen die Gruppen aus fünf Spielern bestehen. Eine Herausforderung für Teamchef Klingbeil, der deshalb parallel auf zwei Plätzen arbeiten lassen wird. Damit alle Spieler des Kaders zumindest einmal teilnehmen können, hat Klingbeil gleich drei verschiedene Trainingszeiten am Montag angesetzt.

„Nach mehr als zwei Monaten Pause freue mich mich zunächst vor allem darauf, die Spieler und das gesamte Team drumherum wiederzusehen“, sagt der Teamchef. „Auch wenn die Umstände natürlich sehr besonders sind und wir an den Abläufen sicher noch werden arbeiten müssen.“

In Thüringen verbieten die aktuellen Corona-Bestimmungen die Nutzung von Umkleidekabinen und Duschen. Deshalb haben die Spieler die Anweisung bekommen, schon im Trainingsanzug vorzufahren und sich nach der Trainingseinheit ungeduscht auf den Heimweg zu machen. Für die Behandlung bei den Physiotherapeuten seien besondere Zeitfenster vereinbart, sagt Vereinssprecher Andreas Trautmann.

Mannschaftstraining und Spiele bleiben bis mindestens 5. Juni untersagt

Mannschaftstraining und Spiele bleiben in Thüringen aber mindestens noch bis zum 5. Juni verboten. Deshalb haben die Jenaer bislang auch noch keine Corona-Tests absolviert. Zwei negative Testreihen sind die Voraussetzung für einen Einstieg ins Mannschaftstraining.

In den vergangenen zehn Wochen waren die Spieler aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit und hielten sich individuell fit. An anderen Drittligastandorten durften die Mannschaften zum Teil bereits ins Mannschaftstraining einsteigen. Die Verfügungslage unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Kritik von Drittliga-Ausschuss-Chef

Der Vorsitzende des Drittliga-Ausschusses, Tom Eilers von Darmstadt 98, kritisierte die Abbruchbefürworter um den FC Carl Zeiss. Die Klubs hätten sich die mögliche Verlängerung der Saison bis in den Juli „selbst eingebrockt“, sagt Eilers dem MDR. „Aus meiner Sicht ist das bewusst so gewesen, dass einige Klubs sagen, wir können noch nicht wieder anfangen, dies und jenes klappt nicht, wir können dies und jenes nicht.“ Was der Jurist übersieht: Die örtliche Verfügungslage aufgrund der Corona-Maßnahmen hatte einen früheren Einstieg verhindert, da die Bund-Länder-Kommission die dritte Liga ausdrücklich nicht mit freigegeben hatte.

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