Lauf zur Grubenlampe in Ronneburg: 182 Stufen als Scharfrichter

Ronneburg.  Beim 7. Lauf zur Grubenlampe in der Neuen Landschaft Ronneburg sind 329 Teilnehmer dabei

Beim 7. Lauf zur Grubenlampe begaben sich die 329 Läufer in verschiedenen Blöcken auf die Strecken über 7,3 und 14,6 km.

Beim 7. Lauf zur Grubenlampe begaben sich die 329 Läufer in verschiedenen Blöcken auf die Strecken über 7,3 und 14,6 km.

Foto: Jens Lohse

„Ich will nachher auch noch die lange Strecke in Angriff nehmen. Deshalb habe ich noch gar nicht Vollgas gegeben. Trotzdem hat es zum Start-Ziel-Sieg gereicht. Bis zur Grubenlampe war ich eher locker unterwegs, habe dann aber das Tempo nochmals forciert“, erzählte der Münchenbernsdorfer Daniel Rosenberg im Ziel. Für Papas Krieger unterwegs, hatte der 43-jährige Cross-Spezialist in 27:42 min über die 7,3 km die schnellsten Beine.

Eine knappe halbe Minute später folgte der nur halb so alte Julius Domnick von Triathlon Jena. „Ich war zum ersten Mal beim Lauf zur Grubenlampe dabei. Vor der zweiten Treppe bin ich fast zum Führenden aufgelaufen, habe mich auch gut gefühlt. Aber dann kam der Scharfrichter. Ich habe gefühlt gestanden. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung zufrieden, nachdem ich in den letzten sechs Wochen fast durchweg zu Wettkämpfen unterwegs war“, verriet der 22-Jährige, der vor dem Schmöllner Chris Ludwig als Zweiter die Ziellinie überquerte.

Treppe des Leiden

Die schier nicht enden wollenden 182 Stufen der „Treppe des Leidens“ erwiesen sich einmal mehr als Scharfrichter für jeden der 329 Teilnehmer. Schnellste Frau auf der kürzeren der beiden angebotenen Strecken war Emily Lucy Köpper vom TSV 1880 Zwötzen. Die junge Triathletin war erst mit der zweiten Welle los gelaufen, hatte aber alle vor ihr gestarteten Damen überholt.

„Ich habe auch schon zwei Triathlons in den Beinen, war in Cottbus bei einem Supersprint Zweite und habe den Bergtriathlon von Rochlitz gewonnen. Ich war recht schnell unterwegs, konnte in diesem Jahr leider fast nur trainieren. Deshalb ist jetzt jeder Wettkampf zum Jahresabschluss willkommen“, so die Zwölftklässlerin vom Geraer Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608.

Auch auf dem langen Kanten durfte der Vorjahresgewinner erneut jubeln. Sebastian Seyfarth vom 1. SV Gera, der überlegen in 58:30 min gewann und damit als einer von zwei Startern über die 14,6 km unter der Ein-Stunden-Marke blieb.

„Auch mein Knackpunkt war die zweite Treppe. Ich habe mich nicht sonderlich darauf vorbereitet, weil ich bis gestern noch im Urlaub auf Rügen war. Aber die zweite Runde war schon deutlich anstrengender“, meinte der Geraer, der im Ziel den Organisatoren ein großes Kompliment machte. „Dass in diesen Zeiten überhaupt solch ein Wettkampf stattfindet, ist klasse. Dafür möchte ich mich bei der Ronneburger Stadtverwaltung und den Organisatoren ausdrücklich bedanken“, äußerte sich der Tagessieger, dem Jens Thieme von den Geraer Füchsen bedrohlich nahe gekommen war.

„Ich habe den Start der ersten Welle verpasst, stand deshalb nicht im direkten Wettkampf mit Sebastian Seyfarth. Sonst wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Ich habe bergauf immer zwei Stufen auf einmal genommen und das auch durchgezogen. Jetzt brennen aber meine Beine. Das wird morgen noch schlimmer“, meinte er im Ziel. Rang drei ging an Triathlet Werner Deuringer vom VfL Kaufering in Oberbayern.

Beste Frau war Michaela Brachmann von den Legendhunters aus Erfurt. Bei weitem nicht alle Läufer waren leistungsorientiert unterwegs. Viele der 329 Starter wollten einfach nur ihre Fitness und ihre Willenskraft beweisen. Besonders glücklich waren der achtjährige Jonathan Schmidt und sein Papa Alexander vom Team Legendhunters aus Erfurt, die erstmals gemeinsam die 7,3 km in Angriff nahmen.

„Das hat er toll gemacht“, lobte der Vater anschließend. Noch vor der Sonntagsspätschicht im Geraer Klinikum hatte Daniela Schlatter von Papas Krieger die kürzere der beiden Strecken in Angriff genommen. 11.50 Uhr war ihr Zieldurchlauf, gut zwei Stunden später war Dienstbeginn. „Solch ein Lauf darf nicht ohne mich stattfinden. Da muss ich dabei sein“, verriet sie.

Mit Rad auf dem Rücken die Stufen hinauf

Äußerst zufrieden war auch Gesamtleiter Steve Brückner. Er selbst war über 14,6 km an den Start gegangen. Seine neunjährige Tochter Anna-Saskia begleitete ihn eine Runde auf dem Fahrrad. Zum Dank trug der Papa ihr Velo die 182 Stufen über dem Kopf nach oben. Eine Zeitgutschrift gab es für die besondere Anstrengung nicht.

„Mein Dank geht an die Läufer, die sehr diszipliniert das Hygienekonzept umgesetzt haben, und natürlich an unsere 75 im Einsatz befindlichen Helfer, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchführbar wäre. Für die Starter war es schon fast etwas zu warm. Für die Helfer nicht. Die haben den Spätsommer genossen, standen in den Vorjahren auch schon mal in Winterjacken an der Strecke“, resümierte Steve Brückner, der sich jetzt schon auf die achte Auflage des Laufs zur Grubenlampe freut.