Jenaer Hürdenläuferin Gottschalk wechselt nach Düsseldorf

Leichtathletik: Neustart mit Krankenschein. Den Abschied aus Jena und von ihrem Verein LC Jena hatte sich Sandra Gottschalk komplett anders vorgestellt.

Leichtathletin Sandra Gottschalk läuft künftig für ART Düsseldorf. Foto: Jens Henning

Leichtathletin Sandra Gottschalk läuft künftig für ART Düsseldorf. Foto: Jens Henning

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Jena/Düsseldorf. Beim Abendsportfest in Leipzig knallte sie in eine Hürde. Sie stürzte. Die Diagnose war erschütternd: Das vordere Kreuzband im linken Knie ist gerissen. Der Meniskus ist auch geschädigt.

Eigentlich wollte sie vergangenes Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm in ihrer Paradedisziplin über 100 Meter Hürden starten. Das große Ziel war ein Platz im Endlauf. Das war mit dieser Verletzung nicht mehr möglich.

"Ich habe dem LC Jena so viel zu verdanken. Ich wollte mich mit einem ordentlichen Ergebnis verabschieden, bevor ich nach Düsseldorf gehe. Das ist alles schief gelaufen. Es tut mir schon leid. Jetzt verlasse ich Jena mit einem kaputten Knie und ohne vernünftiges Resultat", sagte Gottschalk.

Von ihrem Heimtrainer Rico May beim LC Jena hat sie sich schon verabschiedet. Es war ein herzlicher Abschied, sagte die Athletin gestern, obwohl sie erst seit März unter May trainierte. Die Türen für eine Rückkehr nach Jena stünden immer offen, sagte May.

Von einem Teil ihrer bisherigen Trainingsgruppe wird sie sich in einer Woche in Bochum-Wattenscheid erst verabschieden können. Da ist sie zu Besuch bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften. "Wattenscheid liegt ja gleich um die Ecke. Da fahre ich als Zuschauerin hin und versuche, meine Leute von den Rängen aus zu unterstützen."

Seit Anfang der Woche hat Sandra Gottschalk ihren Lebensmittelpunkt nach Düsseldorf verlegt. Sie hat ihre erste eigene Wohnung.

Morgen wollte sie eine dreijährige Ausbildung zur Medizinische Fachangestellten - neudeutsch Arzthelferin - in der größten Augenarztpraxis von Nordrhein-Westfalen beginnen. Die Betonung liegt auf eigentlich. "Jetzt bin ich erst mal krank geschrieben. Schlimmer konnte es mich nicht treffen. Da freuen sich die Leute auf dich, dass du kommst. Und dann beginnst du die Ausbildung mit einem Krankenschein. Das ist schon eine richtig blöde Situation", sagte Sandra Gottschalk gestern. Sie war gerade in Düsseldorf unterwegs. Noch ist alles ungewohnt, "Düsseldorf ist schon etwas größer noch als Jena. Ich habe mich auch schon verlaufen."

Sportlich war für sie in Düsseldorf auch alles vorbereitet. Sie sollte künftig zur Trainingsgruppe von Monika Zapalska zum Verein ART Düsseldorf gehören. Durch die Verletzung kann Sandra Gottschalk erst einmal nur zuschauen.

In vier oder fünf Wochen steht bei ihr der OP-Termin an. "Wenn ich im Februar wieder mit dem Training beginnen könnte, wäre das gut. Früher wird das bestimmt nichts werden." Es wird überhaupt ihre erste Hallensaison, wo sie pausiert.

Der Abschied aus Jena fiel ihr nicht einfach. "Ich habe die Stadt gemocht, auch die Leute. Der LC Jena war für mich eine wichtige Säule in meiner Entwicklung. Ich bin hier deutsche Meisterin in der U"18 geworden. Ich habe es bis zur U 18-WM und zur U 20-EM geschafft."

In Düsseldorf will sie ihren Leistungssport fortsetzen. "Ich habe die Zusagen bekommen, dass ich die Lehre und den Sport gut unter einen Hut bringen kann. Das war für mich wichtig."

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