Jenaerin Ärztin sorgt beim Rennsteiglauf für Paukenschlag: Sieg im Supermarathon

Schmiedefeld  44. GutsMuths-Rennsteiglauf Jenaer Ärztin Daniela Oemus siegt im Supermarathon über fast 73 Kilometer. Sächsischer Debütant Marc Schulze tritt auf der Königsstrecke des größten Landschaftscrosslaufs Europas die Nachfolge des verletzten Schmiedefelder Lokalmatadoren Wolf Jurkschat an.

Die Jenaer Medizinerin Daniela Oemus siegt beim 44. GutsMuths-Rennsteiglauf im Supermarathon über 72,7 Kilometer vom Eisenacher Marktplatz nach Schmiedefeld. Foto: Bernd Scheffel

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Bei Fast-Kaiserwetter ging am Sonnabend die 44. Auflage des GutsMuths-Rennsteiglaufs über den berühmten Kammweg des Thüringer Waldes. Ideale Bedingungen also für schnelle Zeiten. Den Vogel schoss dabei die Assistenzärztin vom Jenaer Uniklinikum, Daniela Oemus, ab. Für die 73 Kilometer-Sohlenstrapazen von Eisenach ins Ziel in Schmiedefeld benötigte die 27-Jährige vom SV Blau-Weiß Bürgel sage und schreibe nur 5:55,38 Stunden. Damit nahm sie der Zweitplatzierten Marita Wahl (Blankenfelde) nicht nur 38 Minuten ab, sondern verbesserte den Uralt-Streckenrekord von Isabella Bernhard aus Maxdorf um mehr als drei Minuten. Dabei war es der erste Wettkampf der neuen Rennsteiglauf-Kaiserin auf der Ultramarathon-Strecke. Vor zwölf Monaten kam Daniela Oemus noch auf der halben Marathon-Distanz auf den Ehrenrang. War es tatsächlich ein Debüt über den langen Kanten? „Im Dezember bin ich im Training auch mal 72,7 Kilometer gelaufen. Aber seitdem nicht mehr“, erzählt die Supermarathon-Siegerin und lacht. Dabei habe sie sich nur auf die Strecke bis Oberhof konzentriert. Den anderen Teil kannte sie ja schon. Dass sie in dem großen Männerfeld vom Start weg die schnellste Frau sei, war ihr wohl gefühlte 100 mal zugerufen worden. Unter Druck habe sie sich dadurch aber nicht gefühlt. „Ich denke, es macht keinen Sinn, sich an irgend jemand dranzuhängen. Oft habe ich auch mal Männer überholt, die mich dann wieder überholt haben. Man muss irgendwie sein Tempo finden“, erzählt Daniela Oemus nach der Siegerehrung. Ob es beim 45. eine Zweitauflage gibt? „In Anbetracht der Tatsache, dass ich weiß, dass man negative Dinge sehr schnell wieder vergisst, würde ich einfach sagen: ja.“ Denn der emotionale Einlauf im Zielareal habe sie für alle Qualen entschädigt.

Auch der Dresdner Doktorant Marc Schulze schaffte bei seinem ersten Supermarathon einen Start-Ziel-Sieg. Dennoch war für den neuen Kaiser, der den verletzten Schmiedefelder Wolf Jurkschat ablöste, seine Siegerzeit schon ein bisschen enttäuschend. „Ich hatte mir schon fest vorgenommen, den Streckenrekord von Christian Seiler anzugreifen. Bis zum Kilometer 45 ist mir das auch ganz gut gelungen. Doch dann kam die große Unbekannte mit den Bergen ins Spiel. Sie haben mir bisschen den Knüppel zwischen die Beine geworfen“, gesteht der Ingenieur. Danach musste er das Tempo rausnehmen, um überhaupt noch ins Ziel zu kommen. Doch aufgehoben ist nicht aufgeschoben. „Im nächsten Jahr will ich versuchen, da durchzukommen. Vielleicht kommt der Christian ja zurück, wenn der Rekord fällt.“

Der Zeulenrodaer Entwicklungs-Ingenieur hatte nach zehn Rennsteigsiegen seine Ankündigung wahr gemacht, und sich diesmal beim Marathon auch die Blümchen angeguckt.

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